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TOTE MÄDCHEN

Großbritannien im Jahr 2071. Ein Virus verwandelt pubertierende Mädchen in bluthungrige Cyborgs, „tote Mädchen“. Wer als Mann mit diesen tödlichen Sexmaschinen Kontakt hat, zeugt selbst nur noch Frauen, die tote Vampir-Automaten sind.

Der 2012 auf Deutsch erschienene Roman von Richard Calder gilt als Meilenstein des „Post-Cyber-Punk“. In Calders düsterer Zukunftswelt setzen die grenzenlosen Gelüste nach Sex und Macht die Existenz der gesamten Menschheit aufs Spiel.- WDR

A light summer rainstorm falling on St. Paul, USA. The thunder was interesting, rumbling and echoing in the distance.- freesound.org

 

Hölderlin ist schwierig. Sperrig, dunkel, kompliziert. Bisweilen kaum zu ertragen in seiner hochfliegenden Begeisterungsgebärde. Doch da ist noch etwas anderes. Etwas, das einen entweder packt oder zurückstößt, aber keinesfalls gleichgültig lässt: seine Sprache. Die Wucht, die Geschmeidigkeit, der Glanz und das Aufgeraute eines unerhörten, ganz eigenen Tons: Ein herzwilder, daseinsfrommer Klang, der rauschhaft pulsierend und rhythmisch jagend vorandrängt; Sturzbäche von Wörtern und Lauten, Bilderkaskaden „wie Wasser von Klippe zu Klippe geworfen“; schimmernde Dunkelheiten und gleißendes Berglicht. Und da ist vor allem eins: Das Gefühl, als gehe es in jeder Zeile, mit jedem Wort um Leben und Tod, um absolut alles, um einen kühnen Aufbruch bis an die Grenzen der sagbaren Welt und darüber hinaus.

 Vielleicht ist es das, was den Schrecken und zugleich die Faszination dieser Dichtung ausmacht: Ihr blutiger, tiefer, „heilignüchterner“ Ernst. Hölderlin geht aufs Ganze. Er will die absolute Dichtung. Den absoluten, alles erneuernden Gesang. Einen Gesang, der den Riss in der Schöpfung heilt, die Entfremdung zwischen Menschen und Göttern aufhebt, der die im Geschichts- und Kulturprozess verlorene Ureinheit von Geist und Natur, Welt und Mensch neu gründet.- br.de/radio/bayern2/wissen/radiowissen

Tracklist: 1 Deadcat 23:00 2 Thee Whale 23:00 3 Thee Shadow Creatures 23:00

Noch immer findet sein Film „Die Legende von Paul und Paula“ ein begeistertes Publikum. Ulrich Plenzdorf hat sich stets als Drehbuchautor verstanden, der in der Gegenwart politisch wirken will. Zehn Jahre nach seinem Tod (am 9.8.2007) ist sein Werk unter diesem Aspekt neu zu betrachten.- mediathek.rbb-online.de

Nur noch an diesem Tag!

Zauberei

Es ist Magie! 10.000 Seiten uralter Zaubersprüche entdeckt

Verstaubt in der Unibibliothek, Jahrhunderte alt: In Leipzig ist eine einzigartige Ritualsammlung aufgetaucht. Geister beschwören, sich unsichtbar machen – so geht’s.
Erstlich musst du Dir ein reines sauberes Zimmer aussuchen, und davor ethliche Tage mit Weyrauch, Myrrhen und Teufelsdreck räuchern. Statte es mit einer ungebrauchten Bett Stadt aus, darein eine noch nicht gebrauchte Matratze und Kissen. In die Mitte des Zimmers stelle einen ganz neuen Tisch und drei neue Sessel oder Stühle. An dem ersten Freitag des Neumonds faste bis die Sterne am Himmel stehen. Trage einen neuen Rock, Hosen, Socken, Schuhe und Hut und gehe um zehn Uhr abends in den Raum, ohne es jemandem zu sagen. 

Eine katastrophale Überschwemmung sucht die Slums der mexikanischen Stadt Tijuana heim. Die Regierung hat mit Absicht dafür gesorgt, dass das Staubecken einbricht: Schon lange ist ihr dieses Cartolandia ein Dorn im Auge.

Die Hähne krähen zur Unzeit und das Röhren des anschwellenden Flusses überdeckt Schritte und Stimmen. Dann bricht sich das Wasser Bahn. Ein attraktives Banken- und Shoppingcenter soll hier entstehen, wenn erst mal die Slums beseitigt sind. Während sich in der Leichenhalle die Neuzugänge türmen, träumt der Gouverneur davon, endlich mit Cartolandia aufzuräumen und bereitet sich auf den Besuch des Präsidenten vor.

Mit Nic Romm, Felix von Manteuffel, Christian Redl, Anja Herden, Matthias Bundschuh, Tom Zahner u. a.- WDR

Göttliche Gewalt

Von Hans-Joachim Lenger.

Einleitung: Zur Kritik der Gewalt gibt es beständigen Anlass, nicht erst nach Ereignissen wie dem Treffen der G20 in Hamburg. Diese Kritik widersetzt sich den Regimes, die die Intensitäten des Politischen einer Logik von Verwaltung und Polizei überantworten wollen, um als „Postdemokratie“ zum Gesetz des Handelns zu werden. Sie widersteht deshalb dem abstrakten Imperativ, der eine pauschale Distanzierung von jedweder Gewalt zur Voraussetzung machen will, um überhaupt noch das Wort ergreifen zu dürfen. Nie nämlich erfinden die Unterworfenen die Gewalt; stets finden sie sie vor. Wie also sollten sie sich „distanzieren“ können, wo sie ihr täglich ausgesetzt sind? Dies nicht erst da, wo die Systeme, in ihren Peripherien, die ökonomische Gewalt mit der militärischen verschränken und die Zahl ihrer Opfer in immer neue Höhe treiben. Subtil nistet die Gewalt bereits in Strukturen, deren Rechtsordnung zum Schweigen nötigt, was in deren Idiom nicht zur Sprache kommen kann. Eine Kritik der Gewalt sucht deshalb die Bruchstellen auf, an denen die Verfügungen des Rechts ein solches Schweigen erzwingen wollen und beständig erneuern. Deshalb sind dieser Kritik die Beziehungen zentral, die zwischen der Gewalt und der Sprache bestehen. Keineswegs legitimiert sie den sprachlosen Gewaltexzess, der selbst zum Teil einer herrschenden „Eventkultur“ wurde, wenn er Figuren einer Selbstermächtigung feiert, die sich an sich selbst berauscht. Zu keinem Zeitpunkt vergisst eine Kritik der Gewalt, was sie Walter Benjamin verdankt: „dass es eine in dem Grade gewaltlose Sphäre menschlicher Übereinkunft gibt, dass sie der Gewalt vollständig unzugänglich ist: die eigentliche Sphäre der ‚Verständigung‘, die Sprache.“