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Karl Philipp Moritz, Autor des “Anton Reiser“, war Schriftsteller und Spätaufklärer. Heinriche Heine hebt ihn in seiner “Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland” besonders hervor:

“Da ich von den philosophischen und religiösen Zuständen jener Zeit einen Begriff geben möchte, muß ich hier auch derjenigen Denker erwähnen, die mehr oder minder in Gemeinschaft mit Nicolai zu Berlin tätig waren und gleichsam ein Justemilieu zwischen Philosophie und Belletristik bildeten. Sie hatten kein bestimmtes System, sondern nur eine bestimmte Tendenz. Sie gleichen den englischen Moralisten in ihrem Stil, und in ihren letzten Gründen. …

Karl Philipp Moritz – Aufklärer und früher Psychologe

Tod von Le Poittevin, Flauberts Freund. „Schließt die Fenster! Es ist zu schön.“

Wolfgang Sofsky Paul Klee: Polyphon gefaßtes Weiß In dem Roman „Winterspelt“ von 1974 schildert Alfred Andersch ein Aquarell von Paul Klee aus dem Jahre 1930 „Polyphon gefaßtes Weiß.“: „Sie verfolg…

Quelle: Paul Klee: Polyphon gefaßtes Weiß

 

Ist es nicht schlichtweg seltsam, dass überhaupt etwas – irgend etwas geschieht? Da war nichts, dann ein Großer Knall, und hier sind wir nun alle. Das ist doch alles andere als geheuer.

Auf Schellings brennende Frage: „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“ hat es schon immer zwei Typen von Antworten gegeben. Antworten des ersten Typs könnte man als Philosophie des „Hoppla“ bezeichnen. Das Universum ereignet sich ganz einfach, und es steckt nichts dahinter; alles ist letztlich beliebig und zufällig, es ist halt, es geschieht ganz einfach – „Hoppla!“ Der Name dieser „Hoppla“ Philosophie in der Moderne ist Legion, vom Positivismus bis zum Wissenschaftlichen Materialismus, von der Linguistischen Analyse …, vom Naturalismus bis zum Empirismus. Und so durchdacht und erwachsen sie gelegentlich auch zu sein scheint, sie läuft im Grunde doch immer auf dieselbe Antwort hinaus: „Frag nicht!“

Die Frage selbst (also: Weshalb geschieht überhaupt irgend etwas? Weshalb bin ich hier?), heißt es da, ist schon wirrköpfig, pathologisch, unsinnig oder infantil. Solche wirrköpfigen Fragen gar nicht mehr stellen, das sei das Kennzeichen der Reife, des Erwachsenwerdens in diesem Kosmos.

Ich glaube das nicht. (verkürzt) Die „Antwort“ – nämlich „Hoppla“, folglich „Frag nicht!“ – stellt so ungefähr das Infantilste an Reaktion dar, was überhaupt menschenmöglich ist.

Wolfgang Krüger Verlag 1996 – ISBN 3-8105-2324-0

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