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Posts Tagged ‘Ö1’

Ö1 – Samstag, 18. September 2021 14:00 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Zwei seltsame Menschen mit ungewöhnlichen Ansichten und abwegigen Leidenschaften öffnen sich den Fragen eines Journalisten und entfalten ihre skurrile Sicht auf eine verquere Realität. Ihr Leben wird von einer extremen Madonnenverehrung bestimmt. Der Rest der Welt ist nicht wichtig. Jeder Gesprächsteilnehmer, in der eigenen Weltsicht verhaftet, ist unfähig zur Kommunikation. Nur beim Absingen von Marienliedern finden sie zusammen. Die Rolle des Journalisten übernahm Peter Huemer, der bekannteste und beliebteste österreichische Gesprächsleiter und Moderator.

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https://oe1.orf.at/player/20210905/649777

Solaris. Eine Annäherung an Stanislaw Lems Science-Fiction-Klassiker. Feature von Julia Reuter & Till Koeppel

Der Psychologe Kris Kelvin wird an die Raumstation des Planeten Solaris beordert, um dort ein Forschungsteam zu unterstützen. Doch nach seiner Ankunft stellt Kris Kelvin fest, dass auf Solaris sehr seltsame Dinge vor sich gehen. Seine Forschungskollegen Snaut und Sartorius hüten ein Geheimnis, das ihnen der mysteriöse Planet auferlegt hat.

Kelvin entdeckt, dass sich hinter dem rätselhaften Verhalten seiner Kollegen die übernatürliche Kraft des Ozeans auf Solaris verbirgt. Eine organische Substanz, welche die verdrängten Gedanken der Forscher materialisiert und zu realen Abbildern werden lässt. Ein Kampf zwischen Imagination, Halluzination und Realität, der selbst den erfahrenen Psychologen Kris Kelvin vor die Frage stellt – wem oder was ist noch zu glauben?

Stanislaw Lem meinte über sein wohl bekanntestes Werk: „Es fällt mir schwer, diesem Buch einen Kommentar hinzuzufügen. Ich glaube, ich habe es geschafft, das zu sagen, was ich ausdrücken wollte.“

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Ö1 – Sonntag, 29. August 2021 um 20:15 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Mehr als 25 Jahre hat Alfred Koch Interviews mit Schriftstellern und Schriftstellerinnen geführt, wofür er zahlreiche Preise erhielt und 2018 mit dem Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Jetzt sitzt er in einer abgelegenen Hütte aus dem 19. Jahrhundert in den tiefen Wäldern Schwedens und denkt sich Fragen aus für Schriftsteller, die er gerne getroffen hätte, die aber schon lange tot sind. Und erfindet „Interviews“ mit Germaine de Staël und Anton Tschechow, mit Henry David Thoreau und Honoré de Balzac.

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Ö1 – Dienstag, 24. August 2021 um 16:05 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Eigentlich war er immer ein wenig seltsam, ein wenig schrullig für den Literaturbetrieb, der ja, wie man meinen möchte, von den Schrullen seiner Protagonisten lebt. Aber der Literaturbetrieb ist in Wirklichkeit kalt und abweisend und nur beherrschbar, wenn man über ein gewisses Maß an Rücksichtslosigkeit oder gute Beziehungen verfügt. Gert Jonke war in diesem Betrieb lange Zeit ein Außenseiter, ein liebenswürdiger Besessener, ein im eigenen Kosmos eingesponnener Sprachalchimist, dessen Texte sich jeder Zuordnung entzogen.
Und das tun sie noch immer. Er beherrscht den Umgang mit Wörtern wie kaum ein Zweiter in der deutschsprachigen Literatur, er hat sich aber nie wortgewaltig eingemischt in literarische oder gar politische Diskurse. Den Diskurs führte er mit sich selbst, seine Literatur ist ein mittlerweile fast vierzig Jahre andauernder Dialog mit sich selbst und man muss sich ihn vorstellen wie in seinem Buch ‚Beginn einer Verzweiflung‘: Stundenlang pausenlos im Zimmer auf- und abgehend, ohne zu wissen, warum er stundenlang in seinem Zimmer auf- und abgeht. Selbstvergessen eben.
Selbstvergessen, weil durch die körperliche Bewegung die Denkbewegung angetrieben wird, und durch diese wiederum der Sprachgenerator, der die ganze Energie des Denkens in Sprachbilder umsetzt. Daraus entstehen Sprachgirlanden, schlangenförmige Sätze, die Beschreibung realer Situationen, die sich ins Fantastische hochschrauben. In Jonkes Schreiben gibt es keine Grenze, weil die Sprache keine Grenze hat.

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Ö1 – Dienstag, 13. Juli 2021 um 16:05 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Das doppelte Leben des Raymond Carver. Feature von Alfred Koch

Ein Mann ist gerade von seiner Frau verlassen worden. Jetzt bietet er die Möbel draußen vor der Tür zum Verkauf an. Eine eindrückliche Szene in einer Geschichte von Raymond Carver. Der amerikanische Schriftsteller kennt das Leben, über das er schreibt. Seine erste Frau Maryanne heiratet ihn mit 16 Jahren, jobbt am Anfang ihrer Ehe, weil er schreiben will, später wird sie Lehrerin. Sie liest seine Texte, trinkt mit ihm. Nach zwanzig Jahren hat sie genug von seiner Selbstzerstörung.
1977 rettet sich Carver aus dem Alkohol, es gibt eine neue Frau: Tess Gallagher, Schriftstellerin wie er. Sie hilft ihm zu leben, indem sie ihn zwingt, auch den Alltag zu bewältigen. Carver wird mit seinen Erzählungen langsam berühmt. Sie handeln von kleinen Leuten, von Trinkern, von Paaren, die aneinander vorbeireden. Sein zweites Leben endet 1988. Raymond Carver stirbt mit 50 Jahren an Lungenkrebs. (Hördat)

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Mit Johann Kneihs. Trompeter und Träumer, Sammler und Komponist: Jon Hassell (1937-2021)

Ö1 ab 17.30 Uhr: https://oe1.orf.at/player/live

In seiner Musik ging es mehr um das Aufbrechen als um das Ankommen. Das Erforschen neuer und anderer Klangmöglichkeiten steht im Mittelpunkt des Werks von Jon Hassell.

Jon Hassell, geboren 1937 in Memphis, Tennessee – am selben Ort wie der Blues, wie er stolz anmerkte – hatte bei Karlheinz Stockhausen zeitgenössische Musik studiert; in die USA zurückgekehrt, hatte er unter anderem an der Aufnahme von Terry Rileys bahnbrechender Komposition „In C“ mitgewirkt, das der Minimal Music den Weg bereitet hat.

Zunehmend erkundete Hassell seit den 1960er Jahren aber außereuropäische Musik, erlernte klassische indische Komposition bei dem Sänger und Lehrer Pandit Pran Nath. Statt der erste Raga-Trompeter zu werden, entschied er sich aber für einen eigenen Stil der Metabolisierung.

„Vierte Welt“, Fourth World, nannte er seine Kombination und Synthese aus traditioneller nichtwestlicher Musik, elektronischer Klangbearbeitung und Collage, dokumentiert auf anderthalb Dutzend Alben, beginnend 1977 mit dem Debütalbum „Vernal Equinox“. 1980 erschien die LP Fourth World, Vol. 1: Possible Musics, …

In den Jahrzehnten seither hat Jon Hassell sein musikalisches Konzept weiterentwickelt, zuletzt mit zwei Alben in Anlehnung an visuelle Kunst: „Listening to Pictures“ (2018) und „Seeing Through Sound“ (2020). Wie seine frühen Arbeiten sind es Einladungen in traumhafte, vielschichtige Landschaften, für deren Wahrnehmung Hassell den Ausdruck „vertikales Hören“ geprägt hat. Sein Tod im Alter von 84 Jahren reißt ihn aus unvollendeten Vorhaben für ein Buch und weitere Musik, teilt seine Familie mit: „Er liebte das Leben und diese Welt zu verlassen, war für ihn ein Kampf, weil er noch vieles mitteilen wollte, an Musik, Philosophie und mit seinem Schreiben.“

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Ö1 – Dienstag, 29. Juni 2021 um 16:05 Uhr – Essay von Janko Hanushevsky

Erst am Ende seines Lebens erhält Ludwig Hohl (1904-1980) literarische Anerkennung. Der Suhrkamp-Verlag bringt eine Neuauflage seines Werks heraus, u.a. sein knapp 1000-seitiges Magnum Opus ‚Die Notizen‘: ein Konvolut mit einander korrespondierender Fragmente. Eine breite Wahrnehmung bleibt dem Werk des Schweizer Dichter-Philosophen aber bis heute verwehrt.
Dabei ist sein Denken in Fragmenten, entlang der Zwischenräume und Ränder des Bewusstseins, entwickelt in den Zwanziger- und Dreißigerjahren während einer Phase nomadischer Heimatlosigkeit, von erstaunlicher Modernität. Seine ganz eigene Denk- und Schreibform entspringt der Ruhelosigkeit, dieser Zerrissenheit. Als er aus finanzieller Not 1937 in die Schweiz zurückkehrt, trägt er im Gepäck sein fast vollendetes Werk: tausend Seiten ‚Notizen‘.
Zurück in der Schweiz hat Hohl sich selbst nach und nach zu einem Mythos stilisiert. Ein Vierteljahrhundert hat er in Genf in einem Kellerloch gelebt, zwischen Wäscheleinen, die kreuz und quer durch den Raum liefen, vollgehängt mit seinem literarisch-philosophischen Zettelwerk. Er hat sein armseliges Dasein zelebriert, inszeniert und das Seinige zur Legendenbildung um den wunderlichen Solitär beigetragen. – https://oe1.orf.at/player/live

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Ö1 – Dienstag, 8. Juni 2021 um 16:05 Uhr (Whd)

Mit seiner ‚Lautdichtung auf linguistischer Basis‘, mit seinen Übersetzungen vergessener Barockdichter oder Übertragungen keltischer Erzählungen wurde der Sprachspieler Artmann zu einem der populärsten Schriftsteller des Landes. Am 4. Dezember 2000, wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag, starb H. C. Artmann in Wien an Herzversagen. Kurz vor seinem Tod traf sich Georg Motylewicz mit dem Verfasser des Mundartklassikers ‚med ana schwoazzn dintn‘ und sprach mit ihm über sein Leben, über die Faszination fremder Sprachen und über den Minimalismus in seiner Literatur.

Zum 100. Geburtstag H. C. Artmanns

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Ö1 – Dienstag, 1. Jun 2021 16:05 Uhr – Tonspurenhttps://oe1.orf.at/player/liveFeature von Olivia Wimmer

Im Sommer 2020 macht sich Hamed Abboud auf, zu Fuß alleine von Wien ins Burgenland zu gehen. Als spirituelle Reise, zurück in seinen einstigen Wohnort Oberschützen. Seine Füße lässt er dabei in den Gewässern ausruhen, die seinen Weg kreuzen. Er erinnert sich an den Euphrat, ein mächtiger Fluss, der den Nordosten von Syrien durchfließt und wie oft er mit seinen Freunden die Tage an dessen Ufer und in dessen Wasser verbracht hat. Seit Hamed Abbouds Ankunft in Österreich – vor mittlerweile 7 Jahren – war er nicht mehr schwimmen. Zu kalt ist das Flusswasser hier.

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