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Posts Tagged ‘Ö1’

Ö1 – Dienstag, 21. Juni 2022 um 16:05 Uhr

‚Er war ein begnadeter Exzentriker. Keiner der eitlen, dünkelhaften Sorte. Vielmehr ein Gaukler – ein Seiltänzer, wie er sich manchmal nannte, einer, den das Leben das Fürchten gelehrt hatte bis zu dem Punkt, wo er nichts mehr zu fürchten brauchte.‘ – schreibt Roman Bucheli in der NZZ anlässlich der Neuveröffentlichung von ‚Ferien am Waldsee‘ in dem kleinen Wiener Verlag ‚Das vergessene Buch‘. Gewissermaßen als Kronzeuge beschreibt der gebürtige Ungar, auf Deutsch und in bislang unbekannter Präzision, schon 1955 die Gräuel in den KZs des Nationalsozialismus.

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Ö1 – Sonntag, 24. April 2022 20:15 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Unsere Gesellschaft diskutiert gegenwärtig, wieweit Roboter in einfachen Tätigkeiten wie etwa der Altenpflege wirklich einsetzbar sind. Schriftsteller arbeiten dagegen schon Zukunftsszenarien aus, in denen Menschen und Maschinen bereits auf eine neue, oft seltsame Art zusammenleben. Roboter, die so komplex programmiert sind, dass sie Lügen durchschauen können, Gefühle zu haben scheinen und konsequenter handeln als die Menschen, denen sie als Hilfsmittel dienen, bevölkern plötzlich als Spielfiguren mehrere Gegenwartsromane. Die Literatur erzählt von Klonen, die als Organdepots dienen, und von Menschenversuchen mit Hilfe von Genmanipulationen. Schriftsteller wie Margaret Atwood, Ian McEwan, Emma Braslavsky oder Kazuo Ishiguro entwerfen literarische Zukunftsszenarien, die kaum einladend sind, obwohl der erfundene technische Fortschritt den Leser staunen lässt.

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Paul Valérys Lyrik umkreist die geistige Beschaffenheit des Menschen. Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozesse werden untersucht, die Vorstellungskraft des imaginierenden Subjekts ist Material wie Thema dieser Dichtung.

„Paul Valéry war ein Mensch, der in einem Jahrhundert, das die chaotischen Götzenbilder des Blutes, der Erde und der Leidenschaft anbetet, stets den lichten Freuden des Denkens und den geheimen Abenteuern der Ordnungskraft den Vorzug gab“ (Jorge Luis Borges).

Poetik und Poesie II: Paul Valéry. Es lesen Markus Hering (Poetik) und Lilith Häßle (Poesie). Gestaltung: Gudrun Hamböck.

https://oe1.orf.at/programm/20220424/675953/Poetik-und-Poesie-Paul-Valery

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Der dunkle Geist – Vorstoß ins unbewusste Bewusstsein – Von Martin Hubert

Ein altes Dogma in der Hirnforschung lautet, der Hippocampus – eine seepferdchenförmige Hirnstruktur – kann nur bewusste Erlebnisse speichern und verarbeiten. Oder allgemeiner: Geist ohne Bewusstsein gibt es nicht. Einige experimentelle Befunde deuten inzwischen daraufhin, dass es eine scharfe Grenze zwischen Bewusstsein und Unbewusstem vielleicht gar nicht gibt. Dann wäre der Hippocampus eher eine universale Assoziationsmaschine, die auch unbewusst arbeiten könnte. Was dem Geist vorbehalten schien, dazu könnte auch das Unbewusste seinen Beitrag leisten, beispielsweise beim Vorhersagen von Bewegungen oder sogar dem Rechnen. Kann die Erforschung dieser dunklen Bezirke des Geistes unser Verständnis des Bewusstseins weiter erhellen?

https://oe1.orf.at/programm/20220420/675787/Der-dunkle-Geist

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Die Renaissance ist eine Zeit voller Widersprüche: Auf der einen Seite stehen immer noch Aberglaube und Hexenverfolgungen, auf der anderen Seite die neu aufkommenden Naturwissenschaften und der Typ des Universalgelehrten, von denen Leonardo da Vinci wohl der Prominenteste ist.

BETRIFFT: GESCHICHTE, 29. APRIL 2019 im Ö1

https://oe1.orf.at/artikel/658884/Die-Renaissance-Teil-1

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Wenn man davon spricht, dass etwas „völlig utopisch“ ist, meint man meist: unrealistisch, nicht umsetzbar. Doch im Diskurs über Politik und Gesellschaft bedeutet „Utopie“ etwas anderes: Utopien im engsten Sinn sind gedankliche Entwürfe einer besseren Gesellschaft.

https://oe1.orf.at/artikel/453463/Glanz-und-Elend-der-Utopien

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DLF Kultur – Mittwoch, 9. März 2022 um 22:03 Uhr

Von der Macht des Schweigens, die ein ganzes Familiensystem durcheinanderbringt, erzählt das Stück ‚Vom Land‘ des oberösterreichischen Autors Dominik Barta. Theresa ist Bäuerin. Ihr ganzes Leben hat sie gearbeitet, drei Kinder zur Welt gebracht. Jetzt kann sie nicht mehr. Was hat sie? Was ist passiert? Ist es körperlich? Ist es geistig? Die Familie kommt zusammen. Nach und nach drängt Vergangenes/Vergrabenes ans Licht. ‚Vom Land‘ ist auch der Erzähler der Geschichte, der junge Sohn der Bauernfamilie, der in die Stadt gegangen ist, um hier zu studieren und der nicht mehr ‚aufs Land‘ zurückkehren wird.

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Ö1 – Dienstag, 15. Februar 2022 um 16:05 Uhr – Von Matthias Haydn

Es ist ein ebenso bekanntes wie verstörendes Foto: ein Bub kniet auf einem Gehsteig, mit einem Pinsel malt er vorsichtig das Wort ‚Jud‘ auf eine Hausfassade. Ein Mann mit Hakenkreuzbinde am Oberarm überwacht den Vorgang. Das Bild ist auf der letzten Seite von Georg Thiels zweitem Roman abgebildet, der Autor hat ihm den Titel ‚Jud‘ gegeben. Der Protagonist in Thiels Geschichte stößt 1958 zufällig auf das damals in einer Illustrierten publizierte Foto und erkennt sich selbst als den gedemütigten Jungen aus dem Jahr 1938 wieder. Er fasst den Entschluss den Nazi-Schergen ausfindig zu machen und sich an ihm zu rächen.
Der Autor, er wurde 1971 in Wien geboren und studierte ebendort Geschichte und Politikwissenschaften, hat die Geschichte des Fotos genau recherchiert, sogar den Ort des Geschehens in der Heinestraße konnte er ausfindig machen. Wer jedoch die fotografierten Personen waren und was danach mit ihnen geschah, das konnte er nicht herausfinden. Und deshalb hat Georg Thiel die Geschichte kurzerhand selbst in die Hand genommen und sie weiter geschrieben. (Hördat)

https://oe1.orf.at/player/live

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Ö1 – Dienstag, 4. Januar 2022 um 16:05 Uhr (gekürzt) (Hördat) https://oe1.orf.at/player/live

Sie war das begabte Kind eines der größten Schriftsteller der literarischen Moderne, und sie endete in der Psychiatrie. Lucia war eine vielversprechende Künstlerin, die in Paris eine Karriere als Tänzerin begann. Ihre Geschichte ist das Drama, das Kind eines Genies zu sein, in dessen Familie kein Platz für eine zweite Künstlerin war. Sie war eine Inspiration für ihren Vater, der in „Finnegans Wake“ Wörter und Sprachen kreuzte, um den Gedankenstrudel eines Träumenden darzustellen. Doch ihre eigenen Träume blieben unerfüllt. 1932 kam sie zum ersten Mal in ein Sanatorium, der Krieg trennte sie von ihrer Familie, die in der Schweiz Zuflucht fand. Der Vater versuchte alles, sie zu sich zu holen, doch ihre Mutter und ihr älterer Bruder Giorgio ließen sie im Stich. Nach James Joyce’ Tod im Jänner 1941 kümmerte sich eine Freundin der Familie um sie. Sie lässt Lucia nach England bringen, wo sie im St. Andrew’s Hospital in Northampton nach langer Einsamkeit 1982 im Alter von 75 Jahren stirbt.

Diese Sendung ist aus rechtlichen Gründen nicht downloadbar

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