Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Ö1’

Ö1 – Dienstag, 4. Januar 2022 um 16:05 Uhr (gekürzt) (Hördat) https://oe1.orf.at/player/live

Sie war das begabte Kind eines der größten Schriftsteller der literarischen Moderne, und sie endete in der Psychiatrie. Lucia war eine vielversprechende Künstlerin, die in Paris eine Karriere als Tänzerin begann. Ihre Geschichte ist das Drama, das Kind eines Genies zu sein, in dessen Familie kein Platz für eine zweite Künstlerin war. Sie war eine Inspiration für ihren Vater, der in „Finnegans Wake“ Wörter und Sprachen kreuzte, um den Gedankenstrudel eines Träumenden darzustellen. Doch ihre eigenen Träume blieben unerfüllt. 1932 kam sie zum ersten Mal in ein Sanatorium, der Krieg trennte sie von ihrer Familie, die in der Schweiz Zuflucht fand. Der Vater versuchte alles, sie zu sich zu holen, doch ihre Mutter und ihr älterer Bruder Giorgio ließen sie im Stich. Nach James Joyce’ Tod im Jänner 1941 kümmerte sich eine Freundin der Familie um sie. Sie lässt Lucia nach England bringen, wo sie im St. Andrew’s Hospital in Northampton nach langer Einsamkeit 1982 im Alter von 75 Jahren stirbt.

Diese Sendung ist aus rechtlichen Gründen nicht downloadbar

Read Full Post »

Ö1 – Samstag, 27. November 2021 um 14:00 Uhr

Eine Feuersbrunst ist auf dem Jahrmarkt nahe einer fürstlichen Residenz ausgebrochen. Die Gesellschaft bei Hof fällt in Panik, weil Raubtiere freigekommen sind. Die Schausteller sind fremdartige Leute, die an ihren Tieren mit naturhafter Zärtlichkeit hängen, sie bangen um ihren kostbaren Besitz. Ein Tiger wird niedergeschossen, als er die Fürstin scheinbar in Gefahr bringt. Daß das Tier harmlos gewesen sein muß, erfährt die staunende Hofgesellschaft angesichts eines Löwen, den das Kind der Schausteller – unwissend und arglos – in natürlicher Zuwendung besänftigt. „Zu zeigen, wie das Unbändige, Unüberwindliche oft besser durch Liebe und Frömmigkeit als durch Gewalt bezwungen wird, war die Aufgabe“, schrieb Goethe 1827 nach Vollendung seiner „Novelle“.

https://oe1.orf.at/player/live

Read Full Post »

 Ö1 – Dienstag, 9. November 2021 um 16:05 Uhr – Von Burkhard Reinartz – https://oe1.orf.at/player/live

Adam Zagajewski verteidigt »das Recht auf Unendlichkeit«, gegen den nüchternen Zeitgeist, die »Notwendigkeit der Leidenschaft gegen das Diktat der Ironie«. Er fordert »Wildheit« und den Mut, tiefgehende persönliche Erfahrungen auszusprechen. Nach den Nine-Eleven-Anschlägen macht der „New Yorker“ mit Zagajewskis Gedicht „Versuch’s, die verstümmelte Welt zu besingen“ auf. Geschichte und individuelles Schicksal bilden im Werk des Dichters eine untrennbare Schnittmenge. Alles ist in nur einem Augenblick möglich: Die toten Juden »fahren um die Wette Schlitten und werfen Schneebälle ans Fenster«, während »die Welt in meinen Mantel ein- und auskriecht wie in einen Ameisenhaufen«. Adam Zagajewski, 1945 in Lemberg geboren, gilt heute als der wichtigste Lyriker Polens. Nach seiner Emigration lebt er in Berlin, Paris, Amerika und seit einigen Jahren wieder in Krakau. »Verteidigung der Poesie bedeutet, etwas verteidigen, was im Menschen steckt, nämlich die fundamentale Fähigkeit, das Wunderbare der Welt zu erleben und lange Momente im Staunen zu verharren.«

Read Full Post »

Ö1 https://oe1.orf.at/player/live – ‚Komm süßer Tod‘ heißt ihr Lieblingsfilm, am liebsten wäre es Ilse Aichinger, gar nicht geboren zu sein. Trotzdem feiert sie am ersten November dieses Jahres ihren 90. Geburtstag. Die meisten von Ilse Aichingers jüdischen Verwandten wurden von den Nationalsozialisten zum Verschwinden gebracht. Ihre Zwillingsschwester konnte noch rechtzeitig nach England emigrieren, Ilse selbst überlebt als Mischlingskind mit ihrer Mutter in Wien.

Read Full Post »

Ö1 – Samstag, 18. September 2021 14:00 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Zwei seltsame Menschen mit ungewöhnlichen Ansichten und abwegigen Leidenschaften öffnen sich den Fragen eines Journalisten und entfalten ihre skurrile Sicht auf eine verquere Realität. Ihr Leben wird von einer extremen Madonnenverehrung bestimmt. Der Rest der Welt ist nicht wichtig. Jeder Gesprächsteilnehmer, in der eigenen Weltsicht verhaftet, ist unfähig zur Kommunikation. Nur beim Absingen von Marienliedern finden sie zusammen. Die Rolle des Journalisten übernahm Peter Huemer, der bekannteste und beliebteste österreichische Gesprächsleiter und Moderator.

Read Full Post »

https://oe1.orf.at/player/20210905/649777

Solaris. Eine Annäherung an Stanislaw Lems Science-Fiction-Klassiker. Feature von Julia Reuter & Till Koeppel

Der Psychologe Kris Kelvin wird an die Raumstation des Planeten Solaris beordert, um dort ein Forschungsteam zu unterstützen. Doch nach seiner Ankunft stellt Kris Kelvin fest, dass auf Solaris sehr seltsame Dinge vor sich gehen. Seine Forschungskollegen Snaut und Sartorius hüten ein Geheimnis, das ihnen der mysteriöse Planet auferlegt hat.

Kelvin entdeckt, dass sich hinter dem rätselhaften Verhalten seiner Kollegen die übernatürliche Kraft des Ozeans auf Solaris verbirgt. Eine organische Substanz, welche die verdrängten Gedanken der Forscher materialisiert und zu realen Abbildern werden lässt. Ein Kampf zwischen Imagination, Halluzination und Realität, der selbst den erfahrenen Psychologen Kris Kelvin vor die Frage stellt – wem oder was ist noch zu glauben?

Stanislaw Lem meinte über sein wohl bekanntestes Werk: „Es fällt mir schwer, diesem Buch einen Kommentar hinzuzufügen. Ich glaube, ich habe es geschafft, das zu sagen, was ich ausdrücken wollte.“

Read Full Post »

Ö1 – Sonntag, 29. August 2021 um 20:15 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Mehr als 25 Jahre hat Alfred Koch Interviews mit Schriftstellern und Schriftstellerinnen geführt, wofür er zahlreiche Preise erhielt und 2018 mit dem Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Jetzt sitzt er in einer abgelegenen Hütte aus dem 19. Jahrhundert in den tiefen Wäldern Schwedens und denkt sich Fragen aus für Schriftsteller, die er gerne getroffen hätte, die aber schon lange tot sind. Und erfindet „Interviews“ mit Germaine de Staël und Anton Tschechow, mit Henry David Thoreau und Honoré de Balzac.

Read Full Post »

Ö1 – Dienstag, 24. August 2021 um 16:05 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Eigentlich war er immer ein wenig seltsam, ein wenig schrullig für den Literaturbetrieb, der ja, wie man meinen möchte, von den Schrullen seiner Protagonisten lebt. Aber der Literaturbetrieb ist in Wirklichkeit kalt und abweisend und nur beherrschbar, wenn man über ein gewisses Maß an Rücksichtslosigkeit oder gute Beziehungen verfügt. Gert Jonke war in diesem Betrieb lange Zeit ein Außenseiter, ein liebenswürdiger Besessener, ein im eigenen Kosmos eingesponnener Sprachalchimist, dessen Texte sich jeder Zuordnung entzogen.
Und das tun sie noch immer. Er beherrscht den Umgang mit Wörtern wie kaum ein Zweiter in der deutschsprachigen Literatur, er hat sich aber nie wortgewaltig eingemischt in literarische oder gar politische Diskurse. Den Diskurs führte er mit sich selbst, seine Literatur ist ein mittlerweile fast vierzig Jahre andauernder Dialog mit sich selbst und man muss sich ihn vorstellen wie in seinem Buch ‚Beginn einer Verzweiflung‘: Stundenlang pausenlos im Zimmer auf- und abgehend, ohne zu wissen, warum er stundenlang in seinem Zimmer auf- und abgeht. Selbstvergessen eben.
Selbstvergessen, weil durch die körperliche Bewegung die Denkbewegung angetrieben wird, und durch diese wiederum der Sprachgenerator, der die ganze Energie des Denkens in Sprachbilder umsetzt. Daraus entstehen Sprachgirlanden, schlangenförmige Sätze, die Beschreibung realer Situationen, die sich ins Fantastische hochschrauben. In Jonkes Schreiben gibt es keine Grenze, weil die Sprache keine Grenze hat.

Read Full Post »

Ö1 – Dienstag, 13. Juli 2021 um 16:05 Uhr – https://oe1.orf.at/player/live

Das doppelte Leben des Raymond Carver. Feature von Alfred Koch

Ein Mann ist gerade von seiner Frau verlassen worden. Jetzt bietet er die Möbel draußen vor der Tür zum Verkauf an. Eine eindrückliche Szene in einer Geschichte von Raymond Carver. Der amerikanische Schriftsteller kennt das Leben, über das er schreibt. Seine erste Frau Maryanne heiratet ihn mit 16 Jahren, jobbt am Anfang ihrer Ehe, weil er schreiben will, später wird sie Lehrerin. Sie liest seine Texte, trinkt mit ihm. Nach zwanzig Jahren hat sie genug von seiner Selbstzerstörung.
1977 rettet sich Carver aus dem Alkohol, es gibt eine neue Frau: Tess Gallagher, Schriftstellerin wie er. Sie hilft ihm zu leben, indem sie ihn zwingt, auch den Alltag zu bewältigen. Carver wird mit seinen Erzählungen langsam berühmt. Sie handeln von kleinen Leuten, von Trinkern, von Paaren, die aneinander vorbeireden. Sein zweites Leben endet 1988. Raymond Carver stirbt mit 50 Jahren an Lungenkrebs. (Hördat)

Read Full Post »

Older Posts »