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Posts Tagged ‘Zitat’

Am nächsten Morgen vor dem Frühstück ging Arthur Symons mit mir auf den Rasen hinaus, um ein Stück eines Gedichtes aufzusagen, des einzigen, das er jemals nach einem Traum aufgeschrieben hatte. Er hatte die Nacht davor von einer wunderschönen Frau geträumt, aber sie war bekleidet und hatte keinen Pfeil und Bogen. Als er nach London zurückkehrte, erwartete ihn eine Erzählung, die Fiona Mackert (?) an Savoy geschickt hatte und, wie ich glaube, die Bogenschützin hieß. Jemand in der Erzählung hatte die Vision von einer Frau, die einen Pfeil in den Himmel schoß, und dann von einem Pfeil, der einen Faun traf und seinen Leib durchbohrte, das Herz des Fauns herausrieß und mit dem haftenden Herzen in einem Baum steckenblieb.

Einige Wochen später war auch ich in London und begegnete unter Mathers Schülern einer Frau, deren kleines Kind – vielleicht zur gleichen Zeit wie meine Vision, vielleicht ein wenig später – aus dem Garten gelaufen kam und rief: „Mutter, ich habe eine Frau gesehen, die hat einen Pfeil in den Himmel geschossen, und ich habe Angst, dass sie den lieben Gott getötet hat!“

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William James: Der medizinische Materialismus scheint in der Tat eine gute Bezeichnung für die allzusehr auf Vereinfachung gerichtete Denkweise zu sein. Medizinischer Materialismus beschließt sein Paulusstudium mit der Feststellung, Paulus sei ein Epileptiker gewesen und seine Vision auf der Straße nach Damaskus die Entladung einer Beschädigung seines Sehzentrums. Er erledigt die hl. Theresa als Hysterikerin und den hl. Franziskus als erbmäßig degeneriert.

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BUCH DER FREUNDE LX

Wir dürfen uns angesichts des grauenhaften Geschehens, das sich heute weltweit vor unser aller Augen ereignet, nicht dazu hinreißen lassen, in Depression oder Verzweiflung zu verfallen. Damit stärken wir lediglich die Position der Niedergängler, die sich nur in der verzweifelten Atmosphäre erhalten können. Jedes Gran Verzweiflung oder Niedergeschlagenheit hilft den immer vorhandenen, negativen Mächten. Ihr Unvermögen, den Plan der geistigen Kräfte zu zerstören, treibt sie in die zerstörende Raserei. Aber das Stille ist stärker als das Laute oder Lärmende. Das Weiche, das Wasser ist – bereits Laotse hat es gewusst –  stärker als das Harte, der Stein. Der in sich Gesicherte ist stärker als der absichtsvoll eine materielle Sicherheit Suchende – selbst dann, wenn er von ihm, dem Sicherheit-Sucher getötet wird. Jede echte Stärke ist jedweder Form der Macht überlegen. Die offensichtliche Angst und Besorgtheit der anderen – zumeist artet sie in eine Flucht nach vorn aus, in den Fortschritt oder die Fortschrittsgläubigkeit – sind unsere Stärke. Wir aber sollten diese Angst nicht – wie sie es ihrerseits täten – „nutzen“. Doch sollten wir uns bewusst sein, oder uns doch wenigstens bewusst werden, dass, sagen wir: geistige Kräfte – vor allem jene durch Christus erstmals in der Menschheit erweckten Kräfte der Nächstenliebe, der Liebe – uns zu schützen versuchen.
Wir leben, wer wüsste es nicht, in entscheidenden Jahren. Das ist eine sachliche Feststellung. Uns steht eine Kraft zur Seite und wohnt in uns, die dem Niedergang, der verschlossenen „Innerheit der Welt“, gewachsen ist. Ich habe sie genannt, auf ihre Wirksamkeit hingewiesen. Es wäre wahrlich gut, wir beherzigten sie.

https://www.nootheater.de/menu.html

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Abhandlung über das naturgemäße und wahrhaftige Leben im Altertum. Gefunden bei Jiao Guorui.

Im Altertum gab es große Meister.

Himmel und Erde trugen sie in Händen,

sie beherrschten Yin und Yang,

im Einatmen und Ausatmen stärkten sie das essentielle Qi,

ihren Geist bewahrten sie in Unabhängigkeit,

ihre Gestalt bildete ein vollständig Ganzes.

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Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glattgemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

https://www.textlog.de/kafka/erzaehlungen/wunsch-indianer-zu-werden

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Wann immer ein großer Arzt Erkrankungen behandelt, muss er mental ruhig und seine Wesensart gefestigt sein. Er sollte Wünschen und Begierden nicht nachgeben, sondern muss zunächst ein ausgeprägtes Mitgefühl entwickeln. Er sollte entschlossen die Bereitschaft bekunden, jede lebende Kreatur zu retten. Wenn jemand wegen einer Krankheit oder anderer Schwierigkeiten Hilfe sucht, sollte ein großer Arzt seine Aufmerksamkeit nicht auf Status, Reichtum oder Alter richten, noch sollte er sich fragen, ob die jeweilige Person attraktiv oder unattraktiv ist, ob sie ein Feind oder ein Freund ist, ob sie ein Chinese ist oder ein Fremder oder ob sie ungebildet oder gebildet ist. Er sollte jedermann gleich behandeln; er sollte immer so handeln, als würde es um ihn selbst gehen.

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Gurdjieff: „Die meisten Leute, die du auf der Straße siehst, sind tot. Sie laufen und reden, sie machen Karriere, lassen sich in hohe politische Ämter wählen, sind aber eigentlich tot.

Ihre wirkliche innere Essenz, ihre Seele, ihr Geist, … ist unter der Masse automatischer Programmierung so tief vergraben, dass sie in praktischer Hinsicht einfach Maschinen sind, und es keine Hoffnung für sie gibt.“

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Viele Schatten der Abgeschiedenen beschäftigen sich nur damit, die Fluten des Totenflusses zu belecken, weil er von uns herkommt und noch den salzigen Geschmack unserer Meere hat. Vor Ekel sträubt sich dann der Fluss, nimmt eine rückläufige Strömung und schwemmt die Toten ins Leben zurück. Sie sind aber glücklich, singen Danklieder und streicheln den Empörten.

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Bassui: In einem Augenblick vollkommener innerer Sammlung des Einen Geistes gewahr zu werden ist ein unendlich viel besseres Werk, als tausend, zehntausend Tage lang Sutras zu rezitieren, wie es auch unvergleichlich größer ist, gesammelten Willens des eigenen Geistes innezuwerden, als tausend, zehntausend Jahre lang zu hören warum es so ist.

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