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Posts Tagged ‘Hörspiel’

Bayern 2 – Samstag, 12. Juni 2021 um 15:05 Uhr

Mit seinem Dramenwerk gehört Sternheim zu den bedeutendsten Autoren des deutschen Expressionismus. „Der Snob“ ist das zweite Stück seiner „Maske“-Trilogie (‚Die Hose‘‚Der Snob‘‚1913‘). Dieser Komödienzyklus zeigt den Aufstieg des Kleinbürgers Maske, seine planmäßige und rücksichtslos betriebene Karriere in der wilhelminischen Gesellschaft. Dem 36-jährigen Christian Maske fehlt zum wirtschaftlichen Erfolg nur noch die gesellschaftliche Anerkennung. Er beschließt daher, mit dem kleinbürgerlichen Milieu seiner Vergangenheit zu brechen. Die Anpassungsversuche Christian Maskes sind letztlich aber überflüssig, weil ihm allein schon sein Reichtum die Anerkennung sichert… Sternheim registrierte in diesem Stück sehr genau den beginnenden Abstieg des Adels in der sich entwickelnden Industriegesellschaft.

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Zum 100. Geburtstag von H.C. Artmann. Tom Parker ist ein Meisterdetektiv, dem keiner das Wasser reichen kann. Schlagfertig, charmant und scharfsinnig löst er jeden Fall.

  • Unterstützt wird Tom Parker von seinem treuen Butler James, der ebenso formvollendet Whisky kredenzt wie er geistesgegenwärtig Gefahren begegnet. Denn Genie erweckt nicht nur Bewunderung, und ein begnadeter Meisterdetektiv macht sich auch mächtige Feinde. So etwa Lyford Pemberton, einen gewieften Bösewicht, der sich hinter zahlreichen Masken verbirgt und eine Gefolgschaft düsterer Gestalten der Unterwelt befehligt.

    Mit diebischem Vergnügen betreibt H.C. Artmann in seiner Geschichte künstlerische Camouflage und spielt mit den typischen Figuren, den haarsträubenden Ereignissen und unglaublichen Wendungen der klassischen Detektiv-Geschichte.

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Nach Texten von J.A. Baker.

Naturverbundenheit als Kunst: In seinem neuen musikalischen Hörstück thematisiert Werner Cee das Verhältnis des Menschen zu seinem Lebensraum. Ausgangspunkt sind Texte des in Deutschland kaum bekannten, in England jedoch verehrten Autors John Alec Baker (1926 – 1987). Er steht in der Tradition des „Nature Writing“, in der das Schreiben über die Natur dokumentarische wie poetische wie politische Dimensionen erschließt. Bei Baker ist es die Landschaft von Essex, die magisch zu sprechen beginnt und die er zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchstreift hatte. – SWR2

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La Rochelle im Spätherbst. Es regnet schon seit drei Wochen. Die Stadt ist abends nahezu verwaist, denn ein Mörder geht um, der alte Frauen bestialisch erwürgt. Der Polizei fehlt bislang jeder Anhaltspunkt. Nur der Schneider Kachoudas, ein armer Migrant, kommt dem Mörder zufällig auf die Schliche. Wird er den vermögenden, angesehenen Mann verraten? Würde man ihm glauben? Zwischen dem Mörder und seinem unfreiwilligen Mitwisser entspinnt sich eine bemerkenswerte Beziehung. Derweil geht das Morden weiter. Ein beklemmendes, raffiniertes Psychogramm und ein Klassiker der Non-Maigrets von Georges Simenon. – DLF Kultur

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SWR 2 – Sonntag, 6. Juni 2021 um 18:30 Uhr – SWR2

Platonow, dessen prägendes Grunderlebnis die große Dürre und anschließende Hungerkatastrophe des Jahres 1921 war, arbeitete von 1922 bis 1926 als Leitender Meliorator und setzte sich mit den Ursachen der Wüstenbildung auseinander. Wüsten waren für ihn das Ergebnis einer verheerenden Wirtschaft, die ihre eigenen Lebensgrundlagen vernichtete, insbesondere durch die Zerstörung des Wasserkreislaufs. Ziel des Kommunismus müsse es sein, dem Raubbau des Menschen an der Natur ein Ende zu setzen. Lothar Trolle hat sich Andrej Platonows 1935 entstandene Novelle »Dshan« anverwandelt und sie überschrieben. In seinem Hörspiel verschmelzen Hölle und Paradies, archaischer Mythos und minutiöse Dokumentation, Utopie und Leid, Seele und Blindheit, Leben und Sterben zu einem sprachgewaltigen Erzählstrom.

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SR 2 – Sonntag, 6. Juni 2021 um 17:04 Uhr – SR2

Langeweile und Überdruss, Monotonie und Unsinn des Erdendaseins sind die Themen dieses ironischen Lustspiels von Georg Büchner, das er 1836 im Alter von 23 Jahren schrieb.

Leonce, müder und zynischer Prinz im Reiche Popo, bricht aus der sozialen Ungerechtigkeit im Lande seines Vaters und aus dem Müßiggang seines Lebens aus. Er wandert, zusammen mit dem Gleichgesinnten Valerio, über die Landesgrenzen, um sich vor seiner geplanten Hochzeit mit der ihm unbekannten Lena aus dem Reiche Pipi zu drücken. Aber auch Lena fürchtet sich vor Konvention und Leere, auch sie will eher sterben, als standesgemäß heiraten.

Als ironische Pointe entwirft Leonce das utopische Bild eines epikureischen Musenstaates, in dem Valerio als Staatsdiener darüber wachen wird, dass keiner zuviel arbeitet. – (Hördat)

 

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Bayern 2 – Samstag, 5. Jun 2021 um 15:05 Uhr –

Regie: Rudolf Noelte

„Man wird „Die Hose“ noch in hundert Jahren die spirituellste Komödie unserer Zeit nennen“, urteilte der Verleger Franz Blei 1910 über das Werk seines Schriftstellerkollegen und Freundes Carl Sternheim. Biederere Zeitgenossen hätten das ‚bürgerliche Lustspiel‘ um das verlorene Wäschestück einer angesehenen Beamtengattin aus „Gründen der Sittlichkeit“ am liebsten noch vor der Uraufführung verboten. So delikat ist die Geschichte: Seit seine Luise bei einem Stelldichein auf offener Straße die Hose verlor, bangt Biedermann Theobald Maske um seine Karriere. Um den brüskierenden Vorfall zu vertuschen, quartiert er die beiden einzigen Zeugen des Vorfalls kurzerhand als Untermieter in seiner kleinen Wohnung ein. Der abstruse Lust- und Liebesreigen, der sich aus dieser Konstellation entspinnt, eignet sich bestens dazu, bürgerliche Doppelmoral zu entlarven.

„Die Hose“ gehört zu Sternheims satirischem satirischen Dramenzyklus „Aus dem bürgerlichen Heldenleben„. Das Stück ist der erste Teil der Trilogie über den sozialen Aufstieg der Familie Maske, die in den Komödien ‚Der Snob‘ und ‚1913‘ ihre Fortsetzung fand.

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„Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“ (jüdisches Sprichwort) 8. Mai 1945 – Kriegsende, doch bereits im Januar 1945 befreite die Rote Armee die Menschen aus dem Konzentrationslager Auschwitz. Was sich dort ereignete, haben Filme der Alliierten ans Licht und ins kollektive Gedächtnis gebracht. Das Hörspiel „Briefe aus der Hölle“ basiert auf den erstmalig restauriert und zusammenhängend edierten Texten der Mitglieder des Sonderkommandos, die Ihre Texte in bereits im Lager schrieben und in kleinen Gefäßen für uns vergraben haben. Im Angesicht des fast sicheren Todes haben die Verfasser nur ein Bedürfnis gehabt: Der Nachwelt zu berichten was geschah. Die Texte sind direkt an uns adressiert: An die Nachwelt! An den Finder! Sendung: hr2-kultur, „Hörspiel“ – hr2.de/podcast

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Arno Schmidt lässt in seiner Paradies-Dystopie, erschienen 1951, die letzten beiden Überlebenden eines Atomkrieges auf der verwaisten Erde aufeinandertreffen. Eigensinnig und lustvoll geht es zwischen Adam und Eva zu, nachdem die Eine den Anderen um ein Haar erschossen hätte. Anna Pein hat Schmidts Endzeit-Vision weitergeschrieben und um zahlreiche aktuelle Zeitbezüge und Plagen der Menschheit erweitert: „Kultur!? Was war denn das zuletzt für eine miese Melange aus Instagram und Staatsknete und Internet und Kapital in ewiggleichem GV mit dem Pietismus?!“ (Hördat) – NDR

https://beta.ardaudiothek.de/ndr-hoerspiel-box/schwarze-spiegel-contd/89815420

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