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Posts Tagged ‘Essay’

In „American Psycho“ lässt der Schriftsteller Bret Easton Ellis seinen Protagonisten Patrick Bateman eines Abends auf einen Obdachlosen treffen. Den Obdachlosen begrüßt er erst freundlich, zieht eine 10-Dollar-Note hervor und fragt den Mann, ob er Geld und etwas zu Essen haben möchte.

Noch während er redet, tauscht Bateman die zehn Dollar aber gegen einen Fünfer. Der Obdachlose ist dennoch dankbar, bejaht und beginnt zu weinen. Bateman hält ihm den Schein immer genau so weit hin, dass der Mann ihn gerade nicht erwischen kann. Sein Tonfall wird zunehmend schärfer und bald schreit er den Mann an, warum er nicht arbeiten gehe. Befiehlt ihm, seine Fragen zu beantworten. Der Obdachlose wiederholt tonlos, dass er hungrig sei. Zum Ende hin wirft Bateman dem Mann eine Vierteldollar-Münze zu. Er könne sich davon ja einen Kaugummi kaufen…,.. falter.at

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Zecken breiten sich aus, Wälder brennen, Zehntausende Menschen sterben jährlich an der Hitze – die Klimakrise wird Deutschland verwüsten. Und das nicht erst 2100.

Vor einiger Zeit saß ich mit meiner Partnerin Theresa am Lagerfeuer, ein befreundetes Paar hatte gerade geheiratet. Wir sprachen darüber, was wir eigentlich füreinander sein wollen – vielleicht auch weil sich zwei Menschen da gerade so klar zu einer gemeinsamen Familie bekannt hatten. Wir sprachen darüber, ob wir Kinder wollen. Ich konnte ihr da keine klare Antwort geben. Ich sagte: „Ich habe Angst.“ – t-online.de

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Ein Populist, so die Vorstellung, ist ein getarnter Nazi, ein Rechter in jedem Fall. Stimmt aber nicht. Nicht unbedingt. Populismus ist keine Ideologie, er ist eine spezifische Weise des Sprechens. Ein rhetorisches Gefäß, das mit beliebigen Inhalten gefüllt sein kann.

Von Daniel Hornuff / Via Radiohörer

Will man verstehen, wie Populisten agieren, sollte man die Ohren spitzen – und möglichst genau darauf achten, wie sie formulieren, um Zustimmung zu ernten. Denn darum geht es ihnen. Denn je genauer man hinhört, desto weniger verfangen ihre Strategien.-

„Genau hinhören!“ Vom Populismus Von Daniel Hornuff

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In einem zweiteiligen Essay untersucht Ursula Krechel Mythologie und Bedeutung von sogenannten Initiationsträumen: Nach einem Jahrhundert der Erforschung des Unbewussten ein panoramatischer Blick zurück in die Zeit, als Träume noch etwas bedeuteten.

Der Träumer geht beim Traum in die Lehre und es drängt ihn, das Erfahrene, das Geschaute mitzuteilen, er offenbart sich träumend und durch seine Traumarbeit. Im 4. Buch Moses spricht Gott: „Hört, was ich sage! Wenn unter euch ein Prophet ist, so offenbare ich mich ihm durch Gesichter oder rede durch Träume mit ihm.“

Es ist nicht verwunderlich, dass im Stichwortverzeichnis von Sigmund Freuds „Traumdeutung“ das Wort „Initiationstraum“ nicht vorkommt, und doch hätte es weitsichtig, weiträumig genau zwischen „Infantil“ und „Inkohärenz des Traumes“ gepasst…,.. DLF

Teil 2: Der Initiationstraum – Die Barbaren kommen (2/2) – Teil 2

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Wie wenig man in Europa auch von Afrika weiß, eines weiß fast jeder: „Afrika“ gibt es nicht mehr. Wer den riesigen Kontinent so benennt, unterschlägt nicht nur die gewaltigen Unterschiede zwischen den 54 Ländern, als seien sie nicht der Rede wert; er steht auch im Verdacht, das kolonialistische Bild vom indifferent-chaotischen „schwarzen Kontinent“ zu erneuern.

Umso überraschter ist man, dass der 46-jährige senegalesische Wirtschaftswissenschaftler und Essayist Felwine Sarr das A-Wort sogar im Titel seines heute auf deutsch erscheinenden Manifests „Afrotopia“ führt, eines der in den letzten Jahren meistbeachteten Werke in der Postkolonialismusdebatte.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/felwine-sarr-neokolonialismus-afrotopia-1.4301691

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Die Grenzen sind zurück. Ein neuer Mauermensch wächst in der Festung Europa heran, der sich panzert und armiert. Ein Essay über den Bewusstseinswandel der Menschen, Gedanken über Beton und Stahl und die Radikalisierung unserer Rhetorik.- DLF

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, nach dem Verschwinden des tödlichen Walls zwischen Ost- und Westdeutschland lag das 21. Jahrhundert wie ein grenzen- und mauerloses Versprechen vor uns. Ins Offene!

Das war ein Trugschluss. Weltweit kehren jetzt Grenzzäune und Mauern zurück. Sie treten auf als scheinheilige Akteure, die uns die Probleme vom Hals schaffen. Sie versprechen Ordnung, nationale Souveränität, sie stoppen illegale Migration, Drogen, sie sind wie Besen, die den Unrat dieser Welt vor unserer Haustür beseitigen.

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Didier Eribon schreibt für ein neues Verständnis von Kritik – nicht laut und selbstbezogen, sondern sachorientiert und konstruktiv.
Simon Scharf hat seine neue Essaysammlung „Grundlagen eines kritischen Denkens“ für uns gelesen. Dass die Gesellschaft eine Art Kampfplatz um Deutungshoheiten darstellt, ist in Zeiten der vielfach beklagten Polarisierung offensichtlich. Gerade demokratische Gesellschaften funktionieren nur, wenn diverse Perspektiven in einen offenen Positionsstreit treten und die eine Wahrheitsposition nicht existiert…

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