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Bist du dafür oder dagegen?  Transphil oder transphob, vegan oder nichtvegan, regulierten oder deregulierten Markt, Impfen oder Nicht-Impfen, Waffenlieferung an die Ukraine oder nicht? Der Imperativ des Positionsbeziehens ist endemisch. Aber vergessen wir nicht das Gegenteil des Entweder-oder,  das Weder-noch. Und darauf verweist der Wortstamm von «neutral»: keines von beiden. Man verbindet damit gern die Haltung des Ausweichens, Zauderns, Lavierens. Roland Barthes, Autor der berühmten «Mythen des Alltags», zählte das Weder-noch-Denken seiner Zeit zu diesen Mythen. «Ninisme» nannte er es («ni.. ni..»). Er meinte damit ein Denken, das sich dank eines «mythischen» neutralen Standpunkts über den damaligen Konflikten zwischen links und rechts als erhaben wähnt: «Man wägt Methoden mit der Waage ab, belädt ihre Schalen nach Gutdünken, um sich selber als unbelasteter Schiedsrichter betrachten zu können (..) Schon möglich, dass unsere Welt zweigeteilt ist, doch man kann sicher sein, dass über dieser Spaltung kein neutraler Gerichtshof waltet: keine Rettung für die Richter, sie sitzen im gleichen Boot». 

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/09/nzz29.html

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andyamholst 

Jüngst traf ich in einer bekannten hessischen Flughafen- und Bankenstadt an
einem mittelmässigen Strom in einer mittelmässigen Fußgängerzone einen
mittelmässigen ehemaligen Schulnebenmirsitzer, der sogleich auch losplapperte.
Sein Leben war in den vergangenen 35 Jahren angefüllt mit überbordendem Erfolg
(Studium, Betrieb übernommen, Heirat, Haus, Investment, „in die Politik gegangen“, etc) …,..

Geschichte über Blödheit (1)

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Peter Bichsel meets Saul Kripke

«Warum heisst das Bett nicht Bild», fragte sich der alte Mann in Peter Bichsels Kurzgeschichte «Ein Tisch ist ein Tisch». Eine eminent philosophische Frage. Sie bewog den alten Mann zu einer radikalen Umdeutung der Wörter. «‚Jetzt ändert es sich’, rief er, und er sagte von nun an zu dem Bett ‚Bild’. ‚Ich bin müde, ich will ins Bild’, sagte er, und morgens blieb er oft lange im Bild liegen und überlegte, wie er nun zu dem Stuhl sagen wolle, und er nannte den Stuhl ‚Wecker’. Hie und da träumte er schon in der neuen Sprache, und dann übersetzte er die Lieder aus seiner Schulzeit in seine Sprache, und er sang sie leise vor sich hin.»

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/09/der-alte-mann-und-der-tisch-peter.html

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Das mythologische Ei, aus dem die Geschichte Amerikas schlüpfte.
Klaus Theweleits dickleibige heterogene Kulturgeschichte – Von Wolfgang Bock

…. , … Darin gleicht Theweleit Slavoj Zizek, dass er sich durch alle Programme zappt und alle Songs, Filme, Bücher und Comics, die er zum Thema finden kann, aufzählt, zitiert und auch selbst wie ein Pop-Autor schreibt: Rolf Dieter Brinkmann und Arno Schmidt lassen grüßen. Die von Walt Disney schmalzig verfilmte Indianer-Geschichte von der Eingeborenen Häuptlingstochter Pocahontas und dem Engländer John Smith, den sie rettet, in den sie sich verliebt und dem sie nach London folgt, wo sie stirbt, inspirierte auch William Shakespeare zu seinem letzten Stück Der Sturm, das auf einer Nebelinsel spielt, die von Hexen bewohnt ist.

https://www.glanzundelend.de/Red20/s-u-20/klaus-theweleit-pocahantas-komplex.htm

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Godard sagte einmal: „Kunst ist das, was uns erlaubt, uns umzudrehen und Sodom und Gomorrha zu sehen, ohne zu sterben.

Es heißt oft, im Augenblick des Todes würde unser Leben wie im Zeitraffer vor unserem inneren Auge vorbeiziehen. So ähnlich zieht sich hier alles, als ginge es um das Kino als Person, durch Godard hindurch, der in dem Moment, da das Kino als Kunst stirbt, diese unaufhaltsame Flut aus vorhandenen, verdichteten und aufeinanderprallenden Bildern auslöst. Es ist der Moment, in dem das Kino seinem einstigen Ruhm begegnet (Hitchcock wird als „größter Schöpfer der Form des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet) und sich mit seinen Niederlagen konfrontiert sieht (es hat nicht vermocht, die Vernichtungslager zu filmen, das schwarze Loch oder der blinde Fleck des Kinos: „Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung“).

https://monde-diplomatique.de/artikel/!249411

In Gedenken an den verstorbenen, großen Regisseur Jean-Luc Godard zeigt ARTE seine Meisterwerke. – Die Ehe zwischen Drehbuchautor Paul (Michel Piccoli) und seiner schönen Frau Camille (Brigitte Bardot) zerbricht während der Dreharbeiten zu dem „Odysseus“-Film von Regisseur Fritz Lang (gespielt von Fritz Lang).

https://www.arte.tv/de/videos/018170-000-A/die-verachtung/

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Was sagt nun Zen-Meister Dōgen über die Wirklichkeit und die fundamentalen Eckpunkte der buddhistischen Lehre und Praxis? Wie beschreibt er den wahren Befreiungsweg? In der Fachwelt wird das Kapitel Genjō-kōan, das dritte im Shōbōgenzō, mit seinen Kernaussagen zur Verwirklichung eines erfüllten und befreiten Lebens hoch geschätzt. 

Die wörtliche Übersetzung des japanischen Titels Genjō-kōan lautet „das verwirklichte Gesetz der Welt oder des Universums“, was Buddha-Lehre oder Buddha-Dharma bedeutet…,..

 https://yudoblog-f.blogspot.com/2022/08/das-verwirklichte-leben-und-universum.html

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Er kann in Trance oder in Ekstase versetzen – und ist dabei in jeder Sekunde eine musikalisch virtuose Feier des Regens. (Gefunden beim Radiohörer)

Es ist wohl einer der meditativsten Popsongs schlechthin, grundiert von großem Wetterdrama und dieses auch musikalisch aufführend. Der Gewittersturm wirkt dabei aber weniger bedrohlich als einlullend, von den ersten Takten an ist dem Hörer klar, dass er dieser Übermacht sowieso ausgeliefert ist, sich fügen muss. Man kann dazu auch autofahren, trinken, rauchen, schreiben oder sonstwas tun: höchstwahrscheinlich mit dem Effekt, dass diese Tätigkeit veredelt wird, überzogen mit einem diffusen, womöglich trügerischen Gefühl der Bedeutsamkeit oder zumindest dem, genau in diesem Moment genau das Richtige zu tun … Von Jan Wiele

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/pop-anthologie/riders-on-the-storm-von-the-doors-einer-der-meditativsten-songs-18250054.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

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«Not anything goes» NZZ 6/8/22

Stellen wir uns Wissenschaft als ein Land vor, erscheint sie uns als ein Gebiet mit verschwommenen Rändern. Im Zentrum befinden sich die etablierten Disziplinen, gegen die Peripherie geraten wir in eine nebulöse Grauzone, wo sich Kreationisten, Flacherdler, Ufologen, Löffelbieger, Kryptozoologen, Parapsychologen, Eugeniker, Katastrophisten, Spiritualisten und was noch für «wilde Spezies» tummeln. Seit einem Jahrhundert versuchen Wissenschaftler und Philosophen, auf der Karte dieses Lands eine klare Grenze zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft zu ziehen. Der Physikochemiker und Nobelpreisträger Irving Langmuir glaubte in einem Vortrag 1953, zwischen normaler und «pathologischer» Wissenschaft unterscheiden zu können. 

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/08/nzz-6822-der-rand-der-wissenschaft-not.html

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Das Buch »Roter Hunger« von Anne Applebaum kaufte ich mir vor ein paar Jahren, um eine Wissenslücke zu schließen. Denn ich wusste bisher wenig über die große Hungersnot, die 1932 und 1933 die Ukraine heimsuchte – außer, dass sie von Stalin bewusst herbeigeführt wurde, um den ukrainischen Widerstand gegen die sowjetische Herrschaft zu brechen. Der Holodomor war eines der vielen unmenschlichen Verbrechen, die den Weg der stalinistischen Herrschaft säumten und ist in seiner Dimension ungeheuerlich.

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