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Posts Tagged ‘Persona’

„Zivilisiertheit ist ein Verhalten, das die Menschen voreinander schützt und es ihnen zugleich ermöglicht, an der Gesellschaft anderer Gefallen zu finden. Eine Maske zu tragen, gehört zum Wesen von Zivilisiertheit. Masken ermöglichen unverfälschte Geselligkeit, losgelöst von den ungleichen Lebensbedingungen und Gefühlslagen derer, die sie tragen. Zivilisiertheit zielt darauf, die anderen mit der Last des eigenen Selbst zu verschonen. Zivilisiertheit bedeutet, mit den anderen so umzugehen, als seien sie Fremde, und über diese Distanz hinweg eine gesellschaftliche Beziehung zu ihnen aufzunehmen.“

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Der Schatten hat keinen guten Ruf. Im Schatten stehen, das heißt: in der zweiten Reihe stehen, im Regen stehen, nicht von Bedeutung sein, keine Lobby haben. Das Leben im Schatten ist arm, der Platz im Schatten macht bleich. Wo die Effizienzleuchte herrscht und der Platzhirsch in der Lichtung röhrt, ist der Schatten längst stumm in der Versenkung verschwunden. Aber vielleicht hat er uns doch etwas zu sagen, der Schatten. SWR2

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Wahr ist das Meer,

wahr ist das Gebirge,

wahr der Stein,

wahr der Grashalm aber der Mensch?

Es ist immer maskiert,

auch wenn er es nicht will und nicht weiß.

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„Im Leben lernt der Mensch zuerst das Gehen und Sprechen. Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten„, Marcel Pagnol.

Das Aufwachsen eines Menschen ist eine sehr ambivalente Erfahrung. Es ist wunderbar, Neues zu erlernen, das Wissen und die Macht der eigenen Kultur zu entdecken. Andererseits erfährt man Abwertungen und muss sein essentielles Selbst verleugnen. Oder die Unterwerfung an die Erwachsenen. In Einzelfällen oder eher in Form von allmählichen Unterwerfungen als einem einzigen grundsätzlichen, dramatischen Akt des Nachgebens. Immer wenn wir einen Aspekt unseres essentiellen Selbst unterwerfen, wird Energie von der Essenz abgezogen und zwecks Unterstützung und Entwicklung der Persönlichkeit kanalisiert. Hier wird eine Persona im ursprünglichen Sinn, also eine Maske geschaffen. Allmählich wird diese Maske immer komplexer, eine gesellschaftlich gebilligte Repräsentation von uns, die uns Beifall einbringt und uns so als normal wie jeder andere erscheinen lässt. Je vollständiger wir uns mit der Maske (Persönlichkeit) identifizieren, je mehr wir vergessen, dass wir eine Rolle spielen, und statt dessen identisch mit der Rolle werden, um so mehr von unserer natürlichen Energie fließt in die Persönlichkeit und um so mehr von unserer Essenz verschwindet. Je mächtiger die falsche Persönlichkeit wird, um so besser gelingt es ihr, die Essenz zu ersticken und deren Energie für ihre eigenen, selbstsüchtigen Ziele zu nutzen. – (Charles Tart: „Hellwach und bewußt leben“)

 

 

 

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Max von Sydow

One of the best-known Swedish actors from the Post-War period, von Sydow played the lead in several of Ingmar Bergman’s film and stage productions between 1955 and 1972.- ingmarbergman.se

Born Carl Adolf von Sydow on 10 April 1929 in Lund in southern Sweden, he was the only child in father Carl Wilhelm von Sydow’s second marriage. His father was a professor of ethnography at Lund University and his mother was a grammar school teacher.

At the age of 15, von Sydow attended a performance of William Shakespeare’s A Midsummer Night’s Dream at the newly opened Malmö City Theatre. Being inspired by this experience, he started amateur theatre company Scenia with a few of his friends, and they staged plays by August Strindberg, Pär Lagerkvist and Hjalmar Bergman.

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„Damit seine Niemandverfassung nicht auffiel, hatte er sich angewöhnt, so zu tun, als wäre er jemand. In London ergriff er den Beruf, für den er prädestiniert war. Er wurde Schauspieler und tat auf einer Bühne so, als wäre er ein anderer, vor einer Ansammlung von Leuten, die so taten, als hielten sie ihn für jenen anderen.“

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– Er stellte zwei Prinzipien auf, Ri und Ki. Ri ist die Weltseele, Ki (Qi) der Weltstoff. Ri und Ki sind aber eines und dasselbe, indem sie die Attribute Gottes sind und daher nur in ihm und durch ihn sind. Gott ist ihre Vereinigung. Ebenso umfasst die Seele Ri und Ki. Von Gott sagt Toju: „Gott als das Wesen der Welt umfasst die Welt, aber befindet sich zugleich ganz in der Nähe von uns, und zwar in unserem eigenen Leib.“ Gott ist für ihn ein allgemeines Ich, während das individuelle Ich „Himmel“ in uns ist, etwas Übersinnliches, Götlliches, als Ryochi bezeichnet. Ryochi ist „Gott in uns“ und wohnt in jedem Individuum. Es ist das wahre Ich. Toju unterscheidet nämlich ein wahres und falsches Ich. Das falsche Ich ist eine erworbene, aus verkehrten Meinungen entstandene Persönlichkeit. Man könnte dieses falsche Ich zwanglos als „Persona“ bezeichnen, nämlich als jene Gesamtvorstellung unseres Wesens, die wir aus der Erfahrung unserer Wirkungen auf die Umwelt und ihrer Wirkungen auf uns herausgebildet haben. Die Persona bezeichnet das, als was sich einer selber und der Umwelt erscheint, nicht aber das, was einer ist, um mit den Worten Schopenhauers zu reden. Was einer ist, ist sein individuelles, nach Toju „wahres“ Ich, das Ryochi. Ryochi wird auch das „Alleinsein“ als „Alleinerkennen“ genannt, offenbar weil es ein auf das Wesen des Selbst bezogener Zustand ist,  jenseits von allen durch äußere Erfahrung bedingten persönlichen Urteilsbildungen. Toju fasst Ryochi als das „summum bonum“, als „Wonne“ auf. (Brahman ist ananda = Wonne). Ryochi ist das Licht, das die Welt durchdringt. Ryochi ist Menschenliebe, unsterblich, allwissend, gut. Das Böse kommt vom Wollen (Schopenhauer!). Es ist die selbstregulierende Funktion, der Vermittler und Vereiniger der Gegensatzpaare, Ri und Ki. Es ist, ganz nach indischer Vorstellung, der „alte Weise, der dir im Herzen wohnet“, oder wie Wang Yang-Ming, der chinesische Vater der japanischen Philosophie sagt: „In jedem Herzen wohnt ein Sejin (Weiser). Nur glaubt man es nicht fest genug, deshalb ist das Ganze eingegraben.“ –  (C.G. Jung, Psychologische Typen, S.233/234)

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