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Archive for the ‘Literatur’ Category

„Es ist nicht unstatthaft, sich eine Epoche vorzustellen, und zwar eine Epoche, von der wir nicht allzu weit entfernt sind, in der sich die Menschheit, um ihr Überleben zu sichern, reduziert findet auf dem Rückzug von jedem weiteren „Geschichte machen“ und sich darauf beschränkt, vorgezeichnete archetypische Handlungen zu wiederholen; sich bemühen wird, jede spontane Geste als sinnlos und gefährlich zu vergessen, die „gesellschaftliche“ Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Es wäre sogar interessant, die unhistorische Lösung künftiger Gesellschaften mit den paradiesischen oder eschatologischen Mythen des Goldenen Zeitalters am Beginn oder am Ende der Welt zu vergleichen.“

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Wie dieser Stein

des hl. Michael

so kalt

so hart

so ausgetrocknet so widerständig

unbeseelt

so ganz und gar

.

Wie dieser Stein

ist mein Weinen

man sieht es nicht

.

Den Tod

büßt man

lebend ab

+

zeit.de

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Antwort (teilweise wiedergegeben): Wenn wir den Lebenslauf eines Kindes vom ersten Tag der Geburt an von unserem Standpunkt aus überprüfen ( … im Grunde auch die Zeit vor der Geburt), finden wir eine ununterbrochene Kette von Einflüssen und Einwirkungen, die die Offenheit beeinträchtigen und die selbstständige Auseinandersetzung mit der Umwelt stören. Wir haben aber auch festgestellt (… bereits Seite 325), wie wenig alles Wissen über Erziehung und Verhalten hilft, wie wenig die besten Allgemein- und Fachkenntnisse helfen, solange es bei und zwischen den Erwachsenen nicht stimmt und die Erwachsenen ihre eigene Unsicherheit, Affektbereitschaft und Angst nicht bewusst zu bewältigen suchen. (fs) …

Heinrich Jacoby – Jenseits von Begabt und Unbegabt – Kursdokumente – Christians 2004

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Um das zu verstehen, muss uns vor allem bewusst sein, dass hinter unzweckmäßigem Verhalten fast immer Angst steht. Wir haben festgestellt, dass der Mensch, sobald er beunruhigt und unsicher wird, sich zusammenzieht, starr wird, affektiv reagiert und gewalttätig wird, mithin das Gegenteil von vertrauend, gelassen und kontaktbereit. Der Konflikt zwischen Vertrauen und Angst und Beunruhigung hat die Menschheit offenbar … von den frühesten Zeiten an bewusst beschäftigt.

Heinrich Jacoby – Jenseits von Begabt und Unbegabt – Kursdokumente – Christians 2004

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Von Walter Delabar –  Eigentlich hat man ja so alles im eigenen Bücherregal, was sich gehört – eben auch ein bisschen William Faulkner und erst recht den (fast) vollständigen Arno Schmidt. Aber dennoch fallen einem immer wieder Bücher in die Hände, auf die man nicht gewartet hat, die aber dennoch gerade recht kommen. So auch in diesem Fall: William Faulkners Zeitungsskizzen aus New Orleans, übersetzt vom widerwilligen Arno Schmidt, … literaturkritik.de

Faulkner schreibt die Merkwürdigkeiten einer Gesellschaft zusammen, die sich ihrer eigenen Rohheit kaum bewusst ist. Die Landbewohner, die noch mit Holzschuhen herumlaufen, der Lügner, der in den Ruch kommt, einmal doch die Wahrheit erzählt zu haben und deshalb niedergeschossen wird, der schwarze Terrorist, der von der Nationalgarde niedergemäht wird und doch nichts anderes ist, als ein verwirrter, nichts ahnender Hinterwäldler, die Diebe, die sich wegen des schwachsinnigen Bruders eines von ihnen derart in die Wolle kriegen, dass sie gleich eingebuchtet werden, der Glückspilz, der ein Geldstück findet und binnen kurzer Zeit zu Wohlstand kommt, der sofort wieder vergeht.

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„Einsamkeit ist ein Luxus. Damit meine ich kein trauriges, unfreiwilliges Alleinsein, sondern etwas Segensreiches. Man muß darum kämpfen“.

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Der westliche Imperialismus hat heute sämtliche Macht, sämtliche  Funktionen in seinen Finanzmaschinen, seinen technokratischen Apparaten und seinem totalitären Denken konzentriert und damit für Baudrillard hier erst die die objektiven Bedingungen für die brutale Politik der Terroristen geschaffen. Der westliche Imperialismus zwingt ausnahmslos jedem seine Spielregeln auf und behält sich selbst alle Mittel vor den Globus zu regieren, sodass den Terroristen nichts übrig bleibt als auf ihre Weise die Spielregeln zu ändern, die letztlich nur in der Bereitschaft bestehen, mit der letzten, der unaustauschbaren Waffe zu reagieren, nämlich mit dem eigenen Tod zu bezahlen.

Der Terrorismus ist heute Baudrillard zufolge in gewisser Weise überall. Er verbreitet sich wie Viren. Das Böse, so Baudrillard, ist viral geworden. Es verbreitet sich unbemerkt weltweit, ohne dass es eine klare Linie gibt, die es erlauben würde, es zu identifizieren. Der Terrorismus ist als eine eine virale Epidemie heute noch perfekter geschützt und noch unberechenbarer geworden als die Attentäter des 11. Septembers es waren. Und das Böse ist insofern viral geworden, als es sich im Inneren des westlichen Imperialismus selbst befindet: „Es ersteht ein phantomhafter Feind, der sich über den ganzen Planet ausbreitet, wie ein Virus überall einsickert und in sämtliche Ritzen der Macht dringt“ (ebd. 20).- non.copyriot.com

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