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Archive for the ‘Literatur’ Category

Fragen an den Autor  

Sendung: Sonntag 02.10.2022 9.04 bis 10.00 Uhr

“Desktop-Täter”, die Parlamentarier als “Abschaum” bezeichnen. “Nette Nachbarn”, die gerne Hasstiraden posten. NDR-Investigativjournalist Klaus Scherer berichtet über Hass und Hetze im Netz, hat mit Staatsanwälten, Richtern und Polizisten gesprochen und dabei erfahren, wie schwierig es ist, Hetzern auf die Spur zu kommen. Dabei ist der digitale lange kein rechtsfreier Raum mehr: 2021 trat das Gesetz gegen Hass-Kriminalität im Internet in Kraft – seitdem gibt es Werkzeuge, um Hassredner zur Rechenschaft zu ziehen.

https://www.sr.de/sr/sr2/sendungen_a-z/uebersicht/fragen_an_den_autor/index.html

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Kolumne: Hör mal ’n beten to „Vadders lütt Gedicht“ – Ralf Spreckels erinnert sich an ein Ringelnatz-Gedicht, das sein Vater ihm, als er Kind war, immer wieder vorgelesen hat.

In dat Gedicht ward ene arme Plant beschreven, en Suerblatt, op hochdüütsch „ein Sauerampfer“, de op’n Bahndamm twischen de Swellen wasst, dor nich wegkann un ümmer bloots de Töög kamen un gohn süht. Un kene Schangs hett, mit so’ne Iesenbohn maal mittoföhrn. Fastwussen even!

https://www.ndr.de/wellenord/sendungen/hoer_maln_beten_to/Plattdeutsche-Kolumne-Hoer-mal-n-beten-to-Vadder-luett-Gedicht,hoermaltext128.html

Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm
Stand zwischen Bahngeleisen,
Machte vor jedem D-Zug stramm,
Sah viele Menschen reisen.

Und stand verstaubt und schluckte Qualm
Schwindsüchtig und verloren,
Ein armes Kraut, ein schwacher Halm,
Mit Augen, Herz und Ohren.

Sah Züge schwinden, Züge nahn.
Der arme Sauerampfer
Sah Eisenbahn um Eisenbahn,
Sah niemals einen Dampfer.

Wissenswertes über den Sauerampfer

https://www.garten-literatur.de/Leselaube/ringelsa.htm

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Eine Lange Nacht über Widerstand und Schwarze Selbstbefreiung 

Black Lives Matter – Widerstand gegen Unterdrückung und rassistische Willkür gibt es, seit der Europäer das Narrativ vom „Schwarzen“ erfunden hat. Die Formen des Widerstands sind dabei höchst unterschiedlich: Ende des 18. Jahrhunderts führen in Haiti geheime Voodoo-Zeremonien und Sklavenaufstände zum ersten vom Kolonialismus befreiten Staat; in Zimbabwe ruft ein spirituelles Medium durch die Stimmen der Ahnen zum Krieg gegen die Kolonialherren auf. Intellektuelle wie der senegalesische Dichter und Präsident Léopold Senghor prägen den kulturpolitischen Begriff der Négritude. Der brillante Denker Frantz Fanon aus Martinique wiederum dekonstruiert schon in den 50er-Jahren den Begriff „Rasse“. Auch hinter einer scheinbar unpolitischen Bewegung wie dem modebesessenen Sapeurs in der Kolonie Belgisch-Kongo steckt der Wunsch nach Selbstermächtigung. In den USA stellen Schwarze Jazzmusiker und Blues-Ikonen den Hörgewohnheiten der weißen Mittelschicht radikale Klänge entgegen, denn in den 60er-Jahren gilt: „Black is Beautiful“. James Baldwin dagegen verwehrt sich mit seinen Essays gegen jegliche Zuschreibungen und politischen Aktivismus mit der elementaren Einsicht: „I am not your negroe“.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-ueber-schwarzen-widerstand-von-voodoo-jazz-und-befreiungskampf-100.html

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Seihei (845-919) fragte Suibi (T`sui wei)*: „Was ist das Grundprinzip des Buddhismus?“

„Warte“, sagte Suibi, „bis niemand mehr um uns ist, dann will ich es dir sagen.“

Nach einer Weile wiederholte Seihei seine Frage und sprach: „Nun ist niemand mehr um uns; bitte erleuchte mich.“

Suibi stiegt von seinem Stuhl herab, führte den begierigen Frager in das Bambuswäldchen, sagte aber nichts. Als dieser ihn noch einmal wegen seiner Antwort drängte, flüsterte Suibi: „Wie hoch dieser Bambus ist, und wie klein jener dort drüben!“

*Die Übergabe der Lampe, Band.15. – D.T. Suzuki: Die große Befreiung (O.W. Barth)

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„Und obgleich ich ein Fremder bin, werde ich doch kaum jemals mehr auf der Straße gesteinigt, und ich kann mich rühmen, mehrere von den Einwohnern und sogar einige von den Reihern beim Vornamen nennen zu dürfen.

Nun leben manche Leute in Laugharne, weil sie in Laugharne geboren sind und keinen Grund hatten, wegzuziehen. Andere zogen eigens her, aus einer Anzahl merkwürdiger Gründe, aus so weit entfernten und so unwahrscheinlichen Orten wie Tonypandy, oder sogar aus England. Und jetzt sind sie von den Eingeborenen aufgesogen worden.

Einige sind im Dunkeln in die Stadt gekommen und sofort verschwunden, und man kann sie manchmal in bangen schwarzen Nächten hören, wie sie in leerstehenden verfallenen Häusern Lärm schlagen, aber vielleicht sind es auch nur die weißen Eulen, die dicht nebeneinander atmen, wie Gespenster im Bett. Andere sind fast ganz sicher hergekommen, um der internationalen Polizei zu entgehen, oder gar ihren Frauen; und dann gibt es hier auch die, die noch immer nicht wissen und auch nie mehr wissen werden, weshalb sie überhaupt da sind.“

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Lasst nur das Denken zu Ruhe kommen, und sucht nicht mehr im Außen. Was sich euch darbietet, dem wendet eure Aufmerksamkeit zu; vertraut dem, was gerade wirkt in euch, und es wird nichts mehr geben, worum ihr euch zu sorgen hättet.

Linji

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Im Alter von 85 Jahren blickt Elias Canetti zurück auf seine Zeit in England und macht unverblümte Notizen, die er jedoch nicht mehr publiziert. Er porträtiert die Menschen in seiner Umgebung: Emigranten, Freunde, Bekannte, große und kleine Leute – die englische Gesellschaft im Blitz des Zweiten Weltkrieges.

https://www.hoerspielundfeature.de/erlebnis-und-erfahrung-party-im-blitz-die-englischen-jahre-100.html

„England in der Erinnerung hat sich mir verfärbt, zugleich ist alles, was in mehr als vierzig Jahren dort geschah, plötzlich präsent, als habe es darauf gewartet, schließlich noch vollständig in Erscheinung zu treten. Ich sehe noch keine Ordnung in dieser Erinnerung, aber sie wimmelt von Menschen, Redensarten, Schicksalen, Beleidigung und Rührung. Manche scheinen noch edler geworden zu sein, als sie immer schon waren, andere sind in Schwärze getaucht und geben sich verzweifelt Mühe, emporzutauchen.“

https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-party-mit-blitz-teil-2-100.html

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Peter Bichsel meets Saul Kripke

«Warum heisst das Bett nicht Bild», fragte sich der alte Mann in Peter Bichsels Kurzgeschichte «Ein Tisch ist ein Tisch». Eine eminent philosophische Frage. Sie bewog den alten Mann zu einer radikalen Umdeutung der Wörter. «‚Jetzt ändert es sich’, rief er, und er sagte von nun an zu dem Bett ‚Bild’. ‚Ich bin müde, ich will ins Bild’, sagte er, und morgens blieb er oft lange im Bild liegen und überlegte, wie er nun zu dem Stuhl sagen wolle, und er nannte den Stuhl ‚Wecker’. Hie und da träumte er schon in der neuen Sprache, und dann übersetzte er die Lieder aus seiner Schulzeit in seine Sprache, und er sang sie leise vor sich hin.»

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/09/der-alte-mann-und-der-tisch-peter.html

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Hin und wieder, hinaus und hinab, hoch und trocken, Mann und Junge, habe ich jetzt seit fünfzehn Jahren oder Jahrhunderten in dieser zeitlosen, schönen, verrückten, verzückten Stadt gewohnt, in diesem fernen, siebenschläfernden wichtigen Ort mit seinen Reihern, Kormoranen (die hier Entenböcke heißen), mit seinem Schloß, mit seinem Friedhof, seinen Seemöwen, Geistern, Gänsen, alteingesessenen Feindschaften, Schaudermärchen, Skandalen, Kirschbäumen, Geheimnissen, Dohlen in den Schornsteinen, Fledermäusen in den Oberstübchen der Türme, Skeletten in den Schränken, Wirtshäusern, Schlammkuhlen, Muscheln, Flundern und Brachvögeln, mit seinem Regen und seinen menschlichen und oft allzu menschlichen Geschöpfen …

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