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Posts Tagged ‘Zen’

Nyogen: Am Morgen mag man ein freundlich lächelndes Gesicht zeigen und am Abend ein verdrießliches. So steigt man innert eines Tages von der menschlichen Stufe herab auf die tierische. In der Frühe leuchtet Güte aus dem Auge, am Abend Hass. Über diese Art Auge wird im Zen nicht gesprochen.

„Das Auge, mit dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, mit dem Gott mich sieht“ (Meister Johannes Eckhardt)

„Dann muss es also zwei Arten von Augen geben“, werdet Ihr sagen. Nein, nein, selbst der tausendäugige Avalokitesvara hat nur ein wahres Auge.

 

Die 100 Zen-Koans der Eisernen Flöte, Origo-Zürich 1964, Antiquariat

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Vor einiger Zeit besuchte mich ein Priester aus Japan. „Was ist Zen?“ fragte er. Ich legte den Finger an den Mund und flüsterte: „Im Meditationsraum sprechen wir nicht.“ Als er mir in die Bibliothek folgte, war er im Begriff, die Frage zu wiederholen; ich kam ihm zuvor und legte wiederum den Finger an den Mund und sagte: „Wir lesen hier in der Stille.“ Als wir in die Küche gelangten, ließ ich ihm keine Zeit eine Frage zu stellen und sagte: „Wir kochen hier, ohne ein Wort zu sagen, und essen schweigend.“ Als ich die Tür öffnete und ihm die Hand reichte, stammelte er noch einmal: „Was ist Zen?“ und ging davon.

Die Hundert Zen-Koans der „Eisernen Flöte“. Origo Verlag Zürich. S.52

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Der Buddha lehrte, dass die Ursache des Leidens und der Verwirrung der Menschen Avidyā ist. Avidyā bezeichnet die Unwissenheit, die daraus entsteht, dass man die Wahrheit aus dem Blick verloren hat. Oder mit anderen Worten: Avidyā bezeichnet die Unfähigkeit, die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind. Ihr seid nicht fähig die Wahrheit zu sehen, weil ihr bei der Betrachtung der Wirklichkeit euer Ego zu sehr benutzt – sprich: die Maßstäbe eures egozentrischen Geistes. So, als würden man immer wieder versuchen, den eigenen löchrigen Topf (das Denken) mit dem Wasser des Ozeans der Wahrheit füllen zu wollen und damit das Wasser der Wahrheit vollständig auszuschöpfen. Ein löchriges Gefäß kann kein Wasser halten. Was sollten wir also tun? Die Antwort lautet: den löchrigen Topf aufgeben und in den Ozean der Wahrheit schleudern. So wird das Gefäß nun vollständig erfüllt vom Wasser des Ozeans der Wahrheit. Unseren eigenen Topf (das Denken) fahren lassen und es in den Ozean der Wahrheit schleudern, ist mit „sich selbst in das Haus des Buddhas hinein zu werfen“ gemeint. Man könnte auch sagen, dass man aufhören muss, sein Ego zu benutzen und ganz in Zazen aufgehen muss.-

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How to do Zazen

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Zettel 790

Die Angst vor morgen kommt immer einen Tag zu früh, so heißt es im Zen

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Als Hui-neng den Besuch eines Mönches empfing, fragte er einfach, aber scharf. „Was ist es, das so kommt?“ Es wird berichtet dass der Mönch, Nan-yo, acht Jahre brauchte, bevor er antworten konnte.

Bei anderer Gelegenheit frage derselbe Hui-neng: „Was ist dein ursprüngliches  Gesicht vor der Geburt von Vater und Mutter?“ Das heißt, was bist du jenseits der Subjekt-Objekt_Struktur deines Ego im Ichbewusstsein?

Zen Buddhismus und Psychoanalyse. Richard de Martino. Suhrkamp

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Bodhidharma erkennt, dass es letztlich und nicht im Grunde das Ego ist, das ein Problem hat, sondern dass das Ego selbst das Problem ist.

Seit Bodhidharma besteht seine grundlegende, unbeirrte Einstellung darin, gerade einen solch direkten und konkreten Angriff auf die widersprüchliche dualistische Subjekt-Objekt-Struktur des Ego im Ichbewusstsein zu unternehmen. Stets blieb es sein einziges und ausschließliches Ziel, die innere und äußere Spaltung zu überwinden, die das Ego von sich selbst – und von seiner Welt – trennt und entfernt, damit es vollkommen sein und wirklich wissen kann, wer oder was es ist.

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(Picture One – Searching for the Ox)

 

Trostlos in endloser Weite

bahnt er sich auf und ab den Weg

in wucherndem Gras

und sucht seinen Ochsen.

Weites Wasser, ferne Berge,

und der Weg zieht sich endlos dahin.

Völlig erschöpft ist der Körper,

verzweifelt ermattet das Herz;

wo soll er nur suchen?

Im Abendnebel hört er einzig

Zikaden im Ahorn zirpen

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