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Archive for the ‘Z E N’ Category

Eine Studie zur Philosophie und Praxis des Zen in China und Japan. – Übersetzt von Julian Braun

Lassen Sie mich kurz die Gemeinsamkeiten zwischen Zen und japanischem Rittertum aufzeigen. Erstens müssen sowohl Samurai als auch Zen-Mönche eine strikte Schulung durchlaufen und Entbehrungen ertragen, ohne sich zu beklagen. Selbst ein berühmter Lehrer wie zum Beispiel Eisai musste unter solch dürftigen Umständen leben, dass er und seine Schüler einmal für einige Tage nichts zu essen hatten. Glücklicherweise wurden sie von einem Gläubigen gebeten, Sutras zu rezitieren, wofür sie zwei Rollen Seide erhielten. Die hungrigen jungen Mönche, denen in Erwartung der lang ersehnten Mahlzeit bereits das Wasser im Munde zusammenlief, waren enttäuscht, als die Seide an einen armen Mann weitergegeben wurde, der Eisai um seine Hilfe bat. Das Hungern hielt eine ganze Woche an, bis ein anderer armer Geselle auftauchte und Eisai darum bat, ihm irgendetwas zu geben. Da er nichts anderes mehr zu geben hatte, um sein Mitgefühl mit dem Armen zu zeigen, löste Eisai die bronzene Verzierung vom Bildnis des Buddha Bhecajya und gab sie ihm. Die jungen Mönche, erbost durch Hunger und den Ärger über diesen empörenden Akt gegenüber dem Objekt ihrer Verehrung, machten Eisai den Vorwurf: „Ist es, o Herr, für uns Buddhisten angemessen, das Bildnis eines Buddha zu zerstören?“ – „Nun“, erwiderte Eisai, „Buddha hätte sogar sein eigenes Leben für das Wohl leidender Menschen gegeben. Wie könnte er etwas dagegen haben, seinen Heiligenschein abzugeben?“ Diese Anekdote zeigt uns klar, dass Selbstaufopferung von äußerster Wichtigkeit in der Zen-Schulung ist… asso-blog.blogspot.de

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Es sucht der Menschengeist im Außen alle Tage,

Je weiter er hinausgreift allerdings,

Desto stärker hemmt er sich selbst.

Jene allein, die einwärts schauen,

Können ihre Leidenschaften zügeln,

Und die Gedanken stillegen.

Kann man seine Gedanken stillegen

Dann wird der Sinn erfüllt mit heitrer Ruhe.

Den Sinn beruhigen heißt den Geist zu nähren,

Wer den Geist nährt, der kehrt zurück zum Wesen.

Chang Chung-yuan – Tao, Zen und schöpferische Kraft, Seiten 147/148 – Diederichs 1990

 

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Ein Thema der jüngeren Vergangenheit in diesem Blog war, ob man sich an ein wörtliches Gerüst von Regeln zu halten habe, wenn man erwacht oder auf dem Pfad voran geschritten sei. Gerade im Hinblick auf Fehlverhalten von Lehrern wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass sie sich nicht genügend an der buddhistischen Moral ausgerichtet hätten.
Mir ging es zunächst einmal darum, aufzuzeigen, dass genau mit dieser Hoffnung, bei buddhistischen Lehrern oder Meistern auf moralisch weit entwickelte Personen zu treffen, zum einen Enttäuschung und Frustration schon vorprogrammiert sind und zum anderen mit derartigen Vorschusslorbeeren Macht und Manipulationsmöglichkeiten eines Lehrers unnötig erleichtert werden. Einen weiteren Aspekt streifte ich ebenfalls, nämlich den Irrglauben, man würde durch reines Befolgen von Geboten erwachen oder auch nur, indem man ihnen den gleichen Rang wie der Praxis der Versenkung oder Meditation (samadhi) und der Weisheit (prajna) zuweist. – der-asso-blog

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Vertreter des Zen wie Daisetz Suzuki zogen eine Parallele zu dem, was später Moshe Feldenkrais über die Funktionale Integration sagen sollte:

Das erste Prinzip des Zen-Buddhismus ist, dass es kein Prinzip gibt„.

Zen ist eine Übung. Es ist ein „Weg“ und ein „wie“ des Lebens, in dem völlige Konzentration, volle Bewußtheit das Ziel ist. „Wie kann ich Einsicht erlangen, Meister?“ fragt der Zen-Schüler. Der Zen-Meister antwortet: „Setz dich hin und sei still“. „Ist das alles?“ fragt der Schüler. „Ja“, sagt der Meister. „Sei still und lerne, zu sitzen. Wenn du das kannst, komm zurück“.

Die Erleuchtung, die der Zen-Anhänger sucht, ist eine somatische Erleuchtung, und sie kommt mit der allmählichen Entdeckung von Effizienz und Leichtigkeit der somatischen Funktionsfähigkeit. Es ist keine Glaubens- oder Denkweise. es ist ganz einfach ein Weg, die philosophische Wahrheit der Dinge zu leben.

(Das Geheimnis gesunder Bewegung, Junfermann 2003)

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Von Wilhelm Gundert

Der Ort aber, wo die Sache ihren Sitz hat, wo sie sich offenbaren und bewähren kann, der ist nirgendwo zu suchen, als in der eigenen Brust. Mag einer auch von Himmeln oder Höllen reden, sie alle sind nur Bilder, sind nur Formen, aufgestiegen aus dem Grund der hin und her bewegten Seele. Sei es ein Gott, sei es ein Buddha: er wird immer nur im Geiste eines Menschen festzustellen sein, sonst nirgends. Geist, Seele, Herz – es ist chinesische stets dasselbe hsin, das ist für diese Menschen mehr als jede andere sogenannte Wirklichkeit. Denn nur im Geist wird alle Wirklichkeit erlebt, erfahren und erkannt. Der Geist, das Herz ist darum dasjenige Feld, das zu beackern jedem Menschen mehr als alles andere not tut.

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Jene besondere Kraft oder Macht, die aus gesammeltem Geist erwächst und die durch die Schulung im Zazen bewirkt wird. Joriki befähigt u. a. zu einer durchgehenden Geistesgegenwart sowie dazu, auch unter unvorhergesehenen und schwierigen Umständen stets spontan das Richtige zu tun.

Nach dem modernen jap. Zen-Meister Hakuun Ryoko Yasutani ist Joriki »mehr als Konzentrationsfähigkeit im üblichen Sinn des Wortes. Es ist eine dynamische Kraft, die uns, einmal in Bewegung gesetzt, dazu befähigt, in gänzlich unvorhergesehenen Situationen blitzschnell zu handeln, wie es den Gegebenheiten am besten entspricht, ohne erst nachsinnend innezuhalten. Wer Joriki entwickelt hat, ist nicht länger ein Sklave seiner Leidenschaften, noch ist er der Umwelt preisgegeben. Stets Meister über sich und die Umstände seines Lebens, vermag er sich in völliger Freiheit und Gelassenheit zu bewegen . . . Obgleich viele ausserordentliche Kräfte aus Joriki hervorgehen, so können wir durch Joriki allein nicht unsere trügerische Weltschau mit den Wurzeln ausrotten . . ., das Satori-Erwachen muss hinzukommen.«

Da Joriki und die »Wunderkräfte« ( Siddhis), die daraus hervorgehen können, für viele Menschen eine besondere Anziehung darstellen, betonte der grosse chin. Meister Shih-t’ou Hsi-ch’ien (jap. Sekito Kisen): »In unserer Schule steht die Verwirklichung des Buddha-Wesens an erster Stelle uehren2/joriki.htmnd nicht blosse Andachtsübungen oder aus der Sammlung erwachsende Kräftehttp://sphinx-suche.de/weisheitsl

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