Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Literatur’

Kolumne: Hör mal ’n beten to „Vadders lütt Gedicht“ – Ralf Spreckels erinnert sich an ein Ringelnatz-Gedicht, das sein Vater ihm, als er Kind war, immer wieder vorgelesen hat.

In dat Gedicht ward ene arme Plant beschreven, en Suerblatt, op hochdüütsch „ein Sauerampfer“, de op’n Bahndamm twischen de Swellen wasst, dor nich wegkann un ümmer bloots de Töög kamen un gohn süht. Un kene Schangs hett, mit so’ne Iesenbohn maal mittoföhrn. Fastwussen even!

https://www.ndr.de/wellenord/sendungen/hoer_maln_beten_to/Plattdeutsche-Kolumne-Hoer-mal-n-beten-to-Vadder-luett-Gedicht,hoermaltext128.html

Arm Kräutchen

Ein Sauerampfer auf dem Damm
Stand zwischen Bahngeleisen,
Machte vor jedem D-Zug stramm,
Sah viele Menschen reisen.

Und stand verstaubt und schluckte Qualm
Schwindsüchtig und verloren,
Ein armes Kraut, ein schwacher Halm,
Mit Augen, Herz und Ohren.

Sah Züge schwinden, Züge nahn.
Der arme Sauerampfer
Sah Eisenbahn um Eisenbahn,
Sah niemals einen Dampfer.

Wissenswertes über den Sauerampfer

https://www.garten-literatur.de/Leselaube/ringelsa.htm

Read Full Post »

„Und obgleich ich ein Fremder bin, werde ich doch kaum jemals mehr auf der Straße gesteinigt, und ich kann mich rühmen, mehrere von den Einwohnern und sogar einige von den Reihern beim Vornamen nennen zu dürfen.

Nun leben manche Leute in Laugharne, weil sie in Laugharne geboren sind und keinen Grund hatten, wegzuziehen. Andere zogen eigens her, aus einer Anzahl merkwürdiger Gründe, aus so weit entfernten und so unwahrscheinlichen Orten wie Tonypandy, oder sogar aus England. Und jetzt sind sie von den Eingeborenen aufgesogen worden.

Einige sind im Dunkeln in die Stadt gekommen und sofort verschwunden, und man kann sie manchmal in bangen schwarzen Nächten hören, wie sie in leerstehenden verfallenen Häusern Lärm schlagen, aber vielleicht sind es auch nur die weißen Eulen, die dicht nebeneinander atmen, wie Gespenster im Bett. Andere sind fast ganz sicher hergekommen, um der internationalen Polizei zu entgehen, oder gar ihren Frauen; und dann gibt es hier auch die, die noch immer nicht wissen und auch nie mehr wissen werden, weshalb sie überhaupt da sind.“

Read Full Post »

Hin und wieder, hinaus und hinab, hoch und trocken, Mann und Junge, habe ich jetzt seit fünfzehn Jahren oder Jahrhunderten in dieser zeitlosen, schönen, verrückten, verzückten Stadt gewohnt, in diesem fernen, siebenschläfernden wichtigen Ort mit seinen Reihern, Kormoranen (die hier Entenböcke heißen), mit seinem Schloß, mit seinem Friedhof, seinen Seemöwen, Geistern, Gänsen, alteingesessenen Feindschaften, Schaudermärchen, Skandalen, Kirschbäumen, Geheimnissen, Dohlen in den Schornsteinen, Fledermäusen in den Oberstübchen der Türme, Skeletten in den Schränken, Wirtshäusern, Schlammkuhlen, Muscheln, Flundern und Brachvögeln, mit seinem Regen und seinen menschlichen und oft allzu menschlichen Geschöpfen …

Read Full Post »

Astronomisches bei Arno Schmidt

›Das Unglück sei von diesem Haus so fern, wie der Morgenstern vom Abendstern‹, sollte der Zimmermann, beim ›Richtspruch‹, unserm Heim angewünscht haben; (»: ’fluchter Idijot!« hatte mein Großonkel, jedesmal wenn er’s erzählte, hinzugefügt).

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich möchte Ihnen am heutigen Abend ein wenig über einen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und seine Beziehung zur Astronomie erzählen, insbesondere zur Astronomie, wie sie zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts ganz in der Nähe von Bremen in dem kleinen Ort Lilienthal betrieben wurde. Damals standen in Ihrem Lilienthal die größten Spiegelteleskope, die es auf dem europäischen Kontinent gab; nur die Instrumente des Royal Observatory in Greenwich, die dem Astronomen Wilhelm Herrschel zur Gebote standen, waren ein Weniges größer. und + und + und #und

https://archive.org/details/lilienthal1801arnoschmidt2001

Bereits 1955 machte sich Arno Schmidt Notizen zu einem Roman über Lilienthal, einem Dorf in der Nähe Bremens, dessen Sternwarte und den berühmten Astronomen Johann Hieronymus Schroeter. Der Roman sollte von Schroeter und anderen, teilweise historischen Personen handeln und an zwei bis drei Tagen in Lilienthal und Umgebung spielen. Zahlreiche Notizzettel, Briefe und Romanfragmente zeugen von der insgesamt 25 Jahre dauernden Beschäftigung mit dem Romanstoff. Doch den Roman schrieb Schmidt nicht mehr.

Bernd Rauschenbach trug dieses Material zusammen und veröffentlichte „Lilienthal 1801 oder Die Astronomen“ – Fragmente eines nicht geschriebenen Romans. Aus der Vorlage erarbeiteten Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma dieses Hörspiel.

Read Full Post »

Bobrov sitzt am Tisch und ißt Suppe. Seine Frau kommt herein in einem Hemd, mit einem Schirm.

Bobrov:  Wo willst du hin?
Frau:  Dorthin.
Bobrov:  Wohin dorthin?
Frau:  Na dorthin.
Bobrov:  Wohin dorthin oder dorthin?
Frau:  Nein, nicht dorthin, sondern dorthin.
Bobrov:  Und was?
Frau:  Wie was?
Bobrov:  Wo du hingehst?
Frau:  Ich habe mich in die Baronesse und das Tintenfaß verliebt.
Bobrov:  Das ist gut.
Frau:  Das ist gut, ja, aber Christoph Columbus hat in unsere Köchin ein Fahrrad hineingerammt.
Bobrov:  Aarme Küchün.

https://www.umsu.de/charms/texte/index.htm

Read Full Post »

Eines

Schattens

Traum

ist

der

Mensch

Read Full Post »

Eine Lange Nacht über Ingmar Bergman 

Deutschlandradio Kultur – Samstag, 10. September 2022 um 00:05 Uhr

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Ingmar Bergman war nicht nur der radikale Filmautor, der nach ein paar Beiträgen zur frühen europäischen Nachkriegsklassik wie „Wilde Erdbeeren“ und „Das siebte Siegel“ mit „Das Schweigen“ einen der größten Skandale der Kinogeschichte auslöste und danach zum unerbittlichen Chronisten der Beziehungs- und Gefühlskatastrophen bürgerlicher Menschen wurde. Er war zugleich ein Erneuerer des Theaters, der die Arbeit mit den Schauspielern auf ein anderes Niveau brachte.

Schließlich war Bergman auch ein Autor von Rang, der seine eigenen Erinnerungen als Buch wie als Film poetisch gestaltete. Bergman hat sich selbst und seine Emotionen im richtigen Leben stets verborgen, um beides allerdings umso mehr in seine Filme einfließen zu lassen. Zeit seines Lebens konnte er die Zurückweisung und Kälte seiner Eltern nicht verwinden. Für seine eigenen Kinder wurde er dabei selbst zum großen Abwesenden. (Hördat)

Hörbar: https://www.deutschlandfunkkultur.de/ingmar-bergman-filme-100.html

Read Full Post »

Literarischer Ekel-Klassiker über etwas zu viele Schnecken in suboptimaler Haltungsweise. 

Lesung mit Wiebke Puls. Redaktion und Moderation: Judith Heitkamp

Read Full Post »

Ich sehne mich nach Menschen meines Schlags //

Und Werktagsmenschen sprechen mich nicht an //

Ja ich vergeh nach Menschen meiner Geistesart //

Und habe niemand um mich außer Schatten …

Read Full Post »

Older Posts »