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Archive for the ‘Symbole’ Category

Im April 1923 drängelten sich an die hunderttausend Menschen in Wien auf der Hohen Warte, weil sie beim Match Österreich gegen Italien dabei sein wollten. Nur 85000 ließ man ins Stadion ein. Die Überlastung brachte auf dem Hang der riesigen Naturtribüne die Erde zum Rutschen. Das Illustrierte Sportblatt schrieb: „Die Leute waren förmlich ineinander verkeilt. Viele hatten die Füße gar nicht am Boden und schwebten förmlich in der Luft.“ Es ist die Beschreibung der konzentrierten Form von Masse.

Von Elias Canetti wissen wir, dass die Masse im Stadion ein Fall kollektiver Ethik ist. Er selbst erhielt die akustische Anregung für sein Werk Masse und Macht vom nahe gelegenen Rapid-Wien-Stadion. Von dort hörte Canetti das Publikum während der Spiele, seinen Aufschrei und sein Raunen, seinen Beifall und sein schnell aufbrausendes Stöhnen. Ja, er hörte Fußball. „An Feiertagen strömten große Menschenmengen hin, die sich ein Match dieser berühmten Mannschaft nicht leicht entgehen ließen. Ich hatte wenig darauf geachtet, da mich Fußball nicht interessierte.“- diepaideia.blogspot.de

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Kintsugi ist eine alte japanische Tradition, mit der die Scherben zerbrochener Schalen zu einzigartigen Kunstwerken wieder zusammengefügt werden. Was hat Kintsugi mit Struktureller Dissoziation und Traumatherapie zu tun?

Kintsugi ist Handwerk und Kunstform zugleich. Zerbricht eine wertvolle Keramikschale, werden die Scherben mit dieser traditionellen Handwerkskunst behutsam wieder zu einem Ganzen zusammengefügt. Dabei werden die Scherben der Schale nicht einfach zusammengeflickt, damit die zerbrochene Schale ihre Funktion zurückerhält. Die Bruchkanten der Scherben werden sorgsam mit einem besonderen Kitt verbunden und mit Goldstaub lackiert. Kinsugi-Schalen zeigen ihre Narben. Jede Kinsugi-Schale sagt: Ich war zerbrochen. In viele Teile. Ich bin wieder ganz. Das hat viel Zeit und Anstrengung gekostet. Jetzt strahle ich in neuem Glanz und kann wieder Neues aufnehmen.- Moon Stegk

Kintsugi oder Goldverbindung ist ein traditionelles, 500 Jahre altes, besonders in Asien verbreitetes Verfahren zur Wiederherstellung beschädigter Keramiken und Porzellane.- http://www.kintsugi.de und Wikipedia

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Mit das gräßlichste unter den geringeren Übeln des Lebens ist die Art und Weise, wie so viele kostbare, symbolische Objekte für immer verschwinden. Für diese verlorenen Unbelebten gibt es keinen Limbus, in den sie kommen können, kein gnädiges Flammengrab. Sie blieben, was sie immer gewesen sind; aber sie werden auf den Abfallhaufen der Welt geworfen; und kein Erlöser kann je kommen, der ihnen ihre Ehre wiedergibt. Selig der Mann oder die Frau am Tag des Jüngsten Gerichts, die auch nur einen dieser Verstoßenen gerettet und vor dem Karren des Straßenkehrers bewahrt haben!

Weymouth und Dorchester

Autobiographie, Seite 62 – P.Kirchheim 1992 – ISBN 3-87410-o2o-0

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Rudolf Otto hat 1917 ein Buch veröffentlicht, das bis heute in über 20 Sprachen übersetzt wurde: „Das Heilige“. Otto beschreibt darin etwas, das man seiner Meinung nach gar nicht in Worte fassen kann: das Erschaudern im Angesicht Gottes.

In einer „kulturpessimistischen“ Zeit sei das Buch aktueller denn je, sagt der Religionswissenschaftler Fritz Heinrich. – Von Christian Röther

http://www.deutschlandfunk.de/100-jahre-das-heilige-von-rudolf-otto-ein-prophet-des-20.886.de.html?dram:article_id=386583

http://www.deutschlandfunk.de/rudolf-otto-und-die-erfahrung-des-heiligen.886.de.html?dram:article_id=233339

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Neben den Werken von Aleister Crowley sind ab 1. Januar auch die von Hans Fallada, Luigi Russolo und Max Planck kostenlos verfügbar

Über einen der interessantesten Autoren und – wenn man so will – Aktionskünstler, dessen Werk 2018 gemeinfrei wurde, hat Hans Schmid bereits ausführlich in Telepolis geschrieben (vgl. Der böseste Mann von der Welt): Aleister Crowley, der am 1. Dezember 1947 (angeblich mit dem Satz „I’m perplexed“ auf den Lippen) im beschaulichen Seebad Hastings an Herzversagen starb, war ein großer Ritual- und Religionserfinder,.. Heise.de

 

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Der rumänische Religionsphilosoph Mircea Eliade galt als „Einstein der Religionsgeschichte“. Er vertrat eine scheinbar simple Botschaft: Die Menschheit solle zurückkehren zu ihren religiösen Wurzeln, um die Probleme der Moderne zu lösen. Damit fand Eliade in ganz unterschiedlichen Milieus Zuspruch – von Hippies bis zur Neuen Rechten.- DLF

„Die menschliche Existenz ist bedeutungslos geworden. Der Mensch lebt in einer Natur ohne Vorbild, ohne Schöpfer, ohne Ziel. Das ist der Nihilismus, den Nietzsche ausgerufen hat, als er sagte ‚Gott ist tot‘.“

Dem Religionsphilosophen Mircea Eliade geht es um das große Ganze: um das Heilige. Er empfindet den modernen westlichen Menschen als defizitär. Der Mensch finde sich in der Welt nicht zurecht, weil er die höhere Ordnung darin nicht mehr erkenne, diagnostiziert Eliade. Er empfiehlt der Menschheit, zur Weltsicht ihrer Vorfahren zurückzukehren.

 

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