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Archive for the ‘Symbole’ Category

Carl Gustav Jung gilt auch fünfzig Jahre nach seinem Tode als bekanntester Schweizer Psychiater und Psychotherapeut. Seine herausfordernde Lehre beruht auf inneren Erfahrungen und stellt ein Gegengewicht zur in der Psychotherapie noch vorherrschenden Orientierung am Visualisierbaren und Messbaren dar.

C. G. Jung hat weder eine algorithmisch planbare Therapie vertreten, noch spezifische Therapieansätze für einzelne Störungen wie Depressionen oder Zwangserkrankungen entwickelt. Sein Hauptinteresse galt der Reifung der Person. Er war überzeugt, dass jede Einseitigkeit und jede Stagnation entwicklungshemmend ist und zu Leiden führen kann und dass Reifungsprozesse psychische Probleme auflösen können. Im Wesentlichen ging es ihm darum, therapeutisch dazu beizutragen, das Ungleichgewicht gegensätzlicher Kräfte und Tendenzen in einem Menschen auszugleichen. Nur das Akzeptieren und Integrieren von scheinbar Gegensätzlichem – wie Natur und Geist, Gefühl und Verstand, Bewusstem und Unbewusstem – könne einen Menschen reifen und heilen lassen.- NZZ

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Filmemacher, Autor, Vordenker und Sinnsucher: Alexander Kluge ist einer der produktivsten Intellektuellen Deutschlands. Mit „Pluriversum“ widmet das Essener Folkwang-Museum Kluge jetzt eine Ausstellung, die der 85-Jährige selbst mitgestaltet hat. – Von Michael Köhler

Während der Ausstellungsdauer wird er mit Georg Baselitz, Helge Schneider, Hannelore Hoger und anderen tätig sein. Diese Ausstellung bietet – um es mit einem Buchtitel von Alexander Kluge zu sagen, eine „Chronik der Gefühle“, die nicht kalt lässt. Selten ist das filmische und literarische Werk eines geistigen Monteurs, eines intellektuellen Klempners, so geistreich und sinnlich präsentiert worden.

„Ich würd´ mich als 16-Jährigen genauso sehen wie jetzt. Und in mir spricht jemand, der nicht sehr alt ist.“ – DLF

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Die Ur-Riten von Raum und Zeit

Seit der neolithischen Revolution mit der Zweiteilung von Instinkt und soziokultureller Tradition ist der Zugang zur persönlichen Intuition schwächer geworden, vielen Menschen sogar verschlossen. Ideologien und Wissenschaften haben sich von Wegen und Strategien zur Bereicherung des Lebens in Sperren verwandelt. Um diese zu beseitigen, gilt es auf die Vorzeit zurückzugehen, in die Altsteinzeit, in der Instinktwissen und strategisches Wissen noch eine Einheit bildeten. Den Schlüssel zu dieser Öffnung bieten die Qualitäten von Raum und Zeit, die den Zugang zum Sakralen bestimmen. Es gilt den Unterschied von profan und heilig neu zu verstehen:

  • profan bedeutet Abgeschlossenheit des Ichs,
  • heilig bedeutet Teilhabe am All.

Heilige Orte waren auf Raum und Zeit geeicht und gaben dadurch den Menschen die Möglichkeit, ihr Ich-Gefängnis zu sprengen.

Doch diese Qualitäten wurden später in den prophetischen und mystischen Religionen, in den Bekenntnissen den Liturgien unterstellt, wie etwa die Wintersonnenwende der Geburt Christi und der Frühlingspunkt der Kreuzigung gleichgesetzt wurden. Ohne, diese sinnbildhafte Gleichsetzung zu entwerten, muss der heutige Mensch ihren Ursprung verstehen, um seine Trennung von Erde und Himmel zu überwinden.- schuledesrades

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„Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib´ im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.“

3000 Jahre möge das historische Wissen und Denken umfassen, empfiehlt Goethe im „West-Östlichen Diwan“. Man wird heute hinzufügen müssen, daß noch ein paar zusätzliche Jahrhunderte ägyptischer, chinesischer oder mesopotamischer Kultur der allgemeinen Bildung gut tun dürften. Und es könnte auch nicht schaden, von jenen Vorfahren schon mal gehört zu haben, die Lascaux oder die Grotte Chauvet (> 30.000 Jahre) hervorgebracht haben, von den Felskünsten der Aborgines (ca. 40.000 Jahre) ganz zu schweigen.- wordpress.com/read/feeds/

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Der Gedanke eines präexistent Wissenden hat eine chinesische Entsprechung in der Gestalt des P´an Ku (P`an ist die Eierschale und Ku heißt: festmachen, fest.) Er wird dargestellt als ein in Bärenfell oder in Blättern gekleideter Zwerg. Auf dem Kopf trägt er zwei Hörner (wie auch Moses). Er ist aus yin und yang hervorgegangen, formte das Chaos und schuf Himmel und Erde. Er wurde hierbei von vier symbolischen Tieren unterstützt: Einhorn, Phönix, Schildkröte und Drache. (vgl. die christliche Beziehung des Anthropos-Tetramorphos: Engel, Adler, Löwe und Ochse.) Er wird auch dargestellt mit der Sonne in der einen Hand und dem Mond in der anderen. Nach anderer Version soll er einen Drachenkopf und Schlangenleib besessen haben. Er verwandelt sich in die Erde mit all ihren Geschöpfen und erweist sich damit als ein richtiger homo maximus und Anthropos. – P`an ku ist taoistisch und scheint vor dem 4 Jhd. nach J.C. nicht nachgewiesen zu sein. (Vom taoistischen Philosophen Ko Hung sozusagen erfunden)

P´an Ku hat sich reinkarniert in Yuan-shih T`ien-tsun, der ersten Ursache und dem Höchsten im Himmel. (Er besteht aus einem increatum, nämlich aus unerschaffener, inkorruptiler Luft.) Nach Vollendung des Schöpfungswerkes hat er seine körperliche Form aufgegeben, fand sich im leeren Raum, wo er ziellos schwebte. Er begehrte also nach Wiedergeburt in sichtbarer Gestalt. Er fand schließlich eine heilige Jungfrau, 40 Jahre alt, die allein auf einem Berge lebte, wo sie sich von Luft und Wolken nährte. Sie war hermaphroditischer Natur und stellte yin und yang zugleich dar. Sie sammelte täglich die Quintessenz von Sonne und Mond. P´an Ku wurde angezogen durch ihre jungfräuliche Reinheit, und als sie einmal einatmete, drang er in Form eines Lichtstrahles in sie ein, wodurch sie schwanger wurde. Die Schwangerschaft dauerte zwölf Jahre, und die Geburt fand aus der Wirbelsäule heraus statt. Die Mutter wurde von da an genannt T`ai-yuan Sheng-mu, „die heilige Mutter der ersten Ursache.“ – (Aus meinem Journal kopiert, die Quelle nicht gemerkt. Offenbar bereits einmal veröffentlicht)

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Aurea catena Homeri oder eine Beschreibung von dem Ursprung der Natur und natürlichen Dingen …
Kirchweger, Anton Joseph Böhme.
Franckfurt und Leipzig, 1723
Stiftung der Werke von C.G.Jung, Zürich

http://www.e-rara.ch/cgj/alch/content/titleinfo/1190973

http://www.e-rara.ch/alch/nav/classification/1133851?&facets=language%3D%22ger%22

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100 Schuhe, 100 Regenschirme, 100 Gipsbüsten, 100 fotografierte Penisse, ein lebendes Schwein, eine „echte Wolke“, die Venus von Willendorf … Der englische Filmregisseur und Künstler Peter Greenaway („Der Kontrakt des Zeichners“, „Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber“) liebt Listen und megalomane Systeme.

In Wien – im Rahmen der Feierlichkeiten zum 300-Jahres-Jubiläum der Akademie der Bildenden Künste – gestaltete er im Herbst 1992 eine große Ausstellung. 100 Objekte sollten „die ganze Welt zeigen“. Bei aller Ironie ist Greenaways „exzessiv ambitioniertes Projekt“ der Versuch, eine „komplette Sicht der Welt darzustellen“. Zum Beispiel wird jeden Tag eine Stunde lang eine Mutter mit ihrem Baby ausgestellt – als Verweis auf Millionen Madonnenbilder.

„Diagonal“ porträtiert den britischen Gesamtkunstwerker und stellt alle 100 Exponate vor – zum Teil mit skurrilen Hintergrundstorys. Denn nicht immer konnte Greenaways maßlosen Wünschen entsprochen werden.- radio.friendsofalan.de

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