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Posts Tagged ‘Politik’

André Gorz, Wege ins Paradies: Die Erhaltung der Norm der Vollbeschäftigung tendiert grundsätzlich dahin, die auf der Leistungsethik beruhenden Herrschaftsbeziehungen zu erhalten.

Diese Politik, die ideologischen Grundlagen des Herrschaftsverhältnisses zu bewahren, hat hohe gesellschaftliche Kosten. Sie führt notwendig zu einer Zweiteilung der erwerbstätigen Bevölkerung: auf der einen Seite steht eine Elite von geschützten und ständig vollbeschäftigten Arbeitern, die die traditionellen Werte des Industrialismus wahren und an ihrer Arbeit wie ihrem sozialen Status hängen; auf der anderen Seite eine Masse von Arbeitslosen und unqualifizierten Arbeitern ohne Status, die unregelmäßig und ungeschützt zur Verrichtung wechselnder, aber immer uninteressanter Arbeiten herangezogen werden.

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Sein Programm steht für Intellekt, Wahnsinn und bissigen Humor. In brillanter Dialektik zerpflückt Andreas Thiel Religionen und Ideologien. Der Schweizer Kabarettist ist der Dandy unter den Komikern, der Henker unter den Poeten und ein Meister des verbalen Floretts. Sekundiert wird er beim 3satfestival vom Musikcomedy-Duo Les Papillons mit Giovanni Reber an der Geige und Michael Giertz am Piano.

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Arno Gruen: „Ohne Vergangenheit“, schreibt Terrence DesPres (1976) in seiner poetischen Huldigung an die Überlebenden aller Vernichtungslager der Welt, „haben wir nichts, auf dem wir stehen können, haben wir keinen Kontext, in dem wir die Energien für eine moralische Version unseres Seins organisieren können.“ Durch seine Schreie behauptet der Mensch sein Recht, seine Vergangenheit mitzuteilen, Widerstand zu leisten und Hilfe einzufordern. „Stille in ihrer primären Eigenschaft ist eine Konsequenz des Terrors, eine Auflösung des Selbst und der Welt. Gekritzelt auf eine Latrinenwand in einem sowjetischen Lager war diese Aufschrift: Soll der verdammt sein, der schweigt, nachdem er seine Freiheit wiedererlangt hat.“ – „Zu schweigen“, schreibt Nadeshda Mandelstam (1970), ist das wahre Verbrechen gegen die Menschheit.“ Zeuge sein bedeutet, jene Hilflosigkeit zu überschreiten, welche sonst Hoffnung und Selbstachtung verdorren läßt.

Arno Gruen – Der Verlust des Mitgefühls – Über die Politik der Gleichgültigkeit – dtv

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Journalistin und Nobelpreisträgerin Maria Ressa

Weltweit wachsen die Bedrohungen für die Pressefreiheit und immer wieder verfestigen sich Desinformationen. Im Deutschlandfunk-Interview kritisiert die philippinische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin Maria Ressa vor allem die Wirkung der sozialen Medien.

Maria Ressa im Gespräch mit Annika Schneider 

Schon seit vielen Jahren warnt Maria Ressa davor, dass Algorithmen Wut, Hass und Verschwörungsmythen verstärken. Nun standen ihr kritischer Blick auf die sozialen Medien und die zerstörerische Kraft, die auf Demokratien wirkt, auch im Mittelpunkt ihres Auftritts beim Global Media Forum der Deutschen Welle in Bonn.

In ihrer Rede griff sie eine journalistische Kernfrage auf: „What are you willing to sacrifice for the truth?“ – Was ist man bereit, für die Wahrheit zu opfern?

Ressa ist Gründerin und Chefredakteurin des Online-Nachrichtenportals Rappler.

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RBB Kultur – Mittwoch, 22. Jun 2022 19:00 Uhr – Von Valerie Stiegele

Ein Elektroingenieur, der schöngeistige Feuilletons schrieb – ein machtbewusster Großindustrieller, der ein philosophisches Buch nach dem anderen verfasste – ein selbsternannter Einsamer, der alles dafür gegeben hätte, am Kaiserhof verkehren zu dürfen – ein milliardenschwerer Kapitalist, dessen Ideal die soziale Gemeinwirtschaft war – ein nichtgetaufter Jude, der für die blonden und blauäugigen Herrenmenschen schwärmte – ein preußischer Patriot, der den Krieg verabscheute, dessen wirtschaftliches Funktionieren er doch plante und organisierte – all dies und noch mehr vereinigte Walther Rathenau (1867-1922) in sich. Er war eine der führenden Persönlichkeiten der Weimarer Republik.   Als deutscher Außenminister wurde er am 24. Juni 1922 von rechtsradikalen Attentätern auf offener Straße erschossen. Robert Musil hat sein Bild in der Antipodenfigur des Finanzmagnaten und Großschriftstellers Arnheim in seinem Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ in literarischer Überspitzung gezeichnet – das vorliegende Feature versucht, aus Selbstzeugnissen und Aussagen von Zeitgenossen ein umfassendes und auch den privaten Bereich nicht aussparendes Porträt von Rathenau entstehen zu lassen.

http://www.xn--hrdat-jua.de/index.php?aktion=suche&dat=2022-06-22

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In der FAZ schrieb einst der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger Jose Saramago, «ausnahmslos alle Religionen» hätten nie dazu gedient, die «Menschen einander näher zu bringen und den Frieden zu mehren». Vielmehr seien die Religionen der «Grund für unendliches Leid, für Massenmorde und ungeheuerliche physische und psychische Gewalt, die zu den dunkelsten Kapiteln der elenden Geschichte der Menschheit» gehörten.

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Ein Gespräch mit dem Moskauer Soziologen Greg Yudin über die Gesellschaft der Lüge, mythische Vereinfachungen und den neuen russischen Faschismus – Interview: Elisabeth von Thadden

Yudin: In Russland zirkuliert die obszöne Darstellung eines Sowjetmenschen, der einen Nazi vergewaltigt. Das ist die Drohung, die heute vom 9. Mai ausgeht: noch einmal Berlin zu erobern. Die Erinnerung an den Kalten Krieg durchdringt heute, gegen alle historischen Tatsachen, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Mit der Folge, dass Putins Russland den gesamten Westen als Gegner besiegen will: die USA, die Franzosen, die Briten. In der herrschenden russischen Großmachtsfantasie waren diese Staaten unsere Gegner im Zweiten Weltkrieg und sind es nun wieder.

https://www.zeit.de/kultur/2022-05/wladimir-putin-9-mai-greg-yudin/komplettansicht

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Genau einen Monat, nachdem der österreichisch – ungarische Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajewo durch serbische Nationalisten ermordet wurde, eröffnete am 28.7.1914 die KuK-Monarchie gegen Serbien den Krieg, der binnen Tagen mit dem Eintritt Deutschlands, Frankreichs, Rußlands und Englands zum Ersten Weltkrieg sich ausweitete.

„Die Handlung, in 100 Szenen und Höllen führend, ist unmöglich, zerklüftet, heldenlos.“

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Mussolini ante portas: Der Marsch auf Rom 1922

Im Oktober 1922 steht die italienische Hauptstadt Rom kurz vor der Belagerung. Nicht jedoch von einer feindlichen ausländischen Armee, sondern von ca. 50.000 gewaltbereiten Schwarzhemden, auf Italienisch Squadristi, die auf den Befehl eines Mannes hören: Benito Mussolini. Er ist der Anführer einer Bewegung, die Europa und die Welt verändern wird. Und er hat einen weiten Weg zurückgelegt, vom Grundschullehrer zum Sozialisten und schließlich zum ersten Faschisten der Geschichte.

VON: Niklas Fischer & Hannes Liebrandt

https://www.br.de/mediathek/podcast/tatort-geschichte-true-crime-meets-history/mussolini-ante-portas-der-marsch-auf-rom-1922/1855382

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