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Posts Tagged ‘Herz’

Hisamatsu: Das alles hervorbringende Herz ist Kants sogenanntes Bewusstsein überhaupt, und das ist nichts anderes als das Herz. So ein Herz ist wie ein Spiegel, der alle Dinge, die von außen in ihn einfallen, unverändert widerspiegelt. Was sich im Spiegel spiegelt, ist daher nicht von ihm zu trennen, solange es sich nur durch die Spiegelung selbst verändert. Wenn nur ein Spiegel vorhanden ist, aber nichts, das von außen in ihn einfällt, so kann kein Spiegelbild entstehen; denn aus dem Innern des Spiegels kann kein Bild hervortreten.

Aber im Buddhismus kommt das, was sich im Spiegel zeigt, nicht von außen, sondern es entspringt in seinem Innern. Es entspringt dem Spiegel selbst, spiegelt sich in ihm wieder und tritt damit in Erscheinung; es verschwindet im Innern des Spiegels und hinterlässt beim Vergehen in ihm keine Spur. Im Buddhismus ist das Herz, welches mit „Alles was ist, ist aus dem einzigen Herzen hervorgebracht“ gemeint ist, diesem Spiegel gleich. Das sich Spiegelnde kommt niemals von außen.

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Der Ort, wo die Sache ihren Sitz hat, wo sie sich offenbaren und bewähren kann, der ist nirgendwo zu suchen, als in der eigenen Brust. Mag einer auch von Himmeln oder Höllen reden, sie alle sind nur Bilder, sind nur Formen, aufgestiegen aus dem Grund der hin und her bewegten Seele. Sei es ein Gott, sei es ein Buddha: er wird immer nur im Geiste eines Menschen festzustellen sein, sonst nirgends. Geist, Seele, Herz – es ist chinesisch stets dasselbe hsin, das ist für diese Menschen mehr als jede andere sogenannte Wirklichkeit.

Denn nur im Geist wird alle Wirklichkeit erlebt, erfahren und erkannt. Der Geist, das Herz ist darum dasjenige Feld, das zu beackern jedem Menschen mehr als alles anderen nottut. Nicht theoretische Probleme irgendwelcher Art sind wichtig, nicht das, was wir von diesem oder jenem Menschen halten, hat Belang, wichtig ist immer nur die Frage, was ich selber bin. Denn aus mir selbst kommt aller Streit und alle Qual des Daseins. Und in mir selbst ruht ganz zuunterst jener Friede, in dem aller Streit versinkt.

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Aber er beinhaltet schon das Aufsteigende, sich Formende ins Frühjahr hinein. Der Winter in der Beziehung zum Frühjahr: „Wasser lässt Holz entstehen“ und das „Wasser lässt Bäume wachsen“.

Der Nieren-Typ (Winter, Wasser) ist ein guter Organisator oder Verwalter. Er besitzt ruhende und sichernde Eigenschaften. So bildet er einen Ankerpunkt zu der Dynamik im Herz-Typen. Er ist sehr korrekt in seinem Handeln. Zielstrebig, penibel und daher kompromisslos. Er ist eher hager und es mangelt ihm an Kraft. Darum muss er sich ökonomisch bewegen. So steht er denn da: Eine Hand ist auf der Hüfte abgestützt und die andere Hand nach oben erhoben.

Die Entsprechung des Nieren-Typen ist die Blase. Die zugehörige Emotion ist die Angst. Schon die alten deutschen Spruchweisheiten kennen ein „es geht einem an die Nieren“ oder auch „sich vor Angst in die Hose machen“. Es ist schon erstaunlich, wie nahe sich diese so verschiedenen Kulturen manchmal berühren. Allein für das Herz (Freude, Zunge) kennt Wanders Deutsches Sprichwort- Lexikon 573! Redensarten. Angst und Freude, Wasser und Feuer stehen sich nahe. So manch einer ist nahe am Wasser gebaut…

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Hannah Arendt: Das Herz ist ein komisches Organ; erst wenn es gebrochen ist, schlägt es seinen eigentlichen Ton; wenn es nicht bricht, versteinert es. Der Stein, der einem vom Herzen fällt, ist fast immer der, in welchen sich das Herz fast verwandelt hätte.

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… ist Kants sogenanntes „Bewußtsein überhaupt“, und das ist nichts anderes als das Herz.

So ein Herz ist wie ein Spiegel, der alle Dinge, die von außen in ihn einfallen, unverändert wiederspiegelt. Was sich im Spiegel spiegelt, ist daher nicht von ihm zu trennen, solange es sich nur durch die Spiegelung selbst verändert. Wenn nur ein Spiegel vorhanden ist, aber nichts, das von außen in ihn einfällt, so kann kein Spiegelbild entstehen; denn aus dem Innern des Spiegels kann kein Bild hervortreten. Aber im Buddhismus kommt das, was sich im Spiegel zeigt, nicht von außen, sondern es entspringt in seinem Innern. Es entspringt dem Spiegel selbst, spiegelt sich in ihm wieder und tritt damit in Erscheinung; es verschwindet im Innern des Spiegels und hinterläßt beim Vergehen in ihm keine Spur. Im Buddhismus ist das Herz, welches mit „Alles was ist, ist aus dem einzigen Herzen hervorgebracht“ gemeint ist, diesem Spiegel gleich. Das sich Spiegelnde kommt niemals von außen. (…) Ein Spiegel, aus dessen Innerem das Spiegelbild entspringt, kann niemals Wirklichkeit sein; deshalb ist für das Herz des Buddha das Gleichnis vom Spiegel nur ein Notbehelf.

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Das zen-buddhistische Nichts hat einen Charakterzug, den wir gewöhnlich Herz nennen. Dieser Begriff Herz lässt sich mit Leere oder unendlichem Raum nicht erschöpfend vergleichen. Außer den Menschen, so heißt es, haben auch die höher entwickelten Tierarten ein Herz, und selbst bei den niederen Lebewesen ist der Keim eines Herzens zu erkennen. Die Leere dagegen besitzt gar kein Herz und auch nichts, was in irgendeiner Weise Leben genannt werden könnte, während selbst noch der Mikrobe Leben eigen ist.

(Seite 39 in „die fülle des nichts“ von Hoseki Shinichi Hisamatsu. Verlag Günther Neske.)

Von Herz zu Herz kennzeichnet das Wesen des Zen, und es bedarf dabei keiner schriftlichen Erläuterung.

 I shin den shin (Jap.) bedeutet „von Herz zu Herz“

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Da das zen-buddhistische Nichts in mancher Hinsicht der Leere oder dem leeren unendlichen Raum sehr ähnlich ist, wird es oft durch einen Vergleich mit den Eigenschaften der Leere erklärt. Im Grunde kann es aber der Leere nicht gleichgesetzt werden, weil dabei ein wesentliches Merkmal unberücksichtigt bleibt, nämlich die Herz-Natur des Nichts.

(Seite 39 in „die fülle des nichts“ von Hoseki Shinichi Hisamatsu. Verlag Günther Neske.)

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Herz 

Die Alten unterschieden nie zwischen dem Herzen und dem Denken. In der alten Zeichenschrift ist beides synonym. Dieser Punkt kann gar nicht stark genug betont werden, und Sie werden die alten Schriften hundertmal besser verstehen, wenn Sie daran denken, daß beides als eins betrachtet wurde.

Die Alten trennten Geist und Körper nicht voneinander und somit auch nicht Denken von Emotion.
Sie trennten nicht den Gedanken von der Tat.
Sie trennten nicht die Logik von der Intuition.

Indem sie das Denken als synonym mit dem Herzen betrachteten, vermieden sie tausend philosophische Probleme. Wir, die wir vergessen haben, daß Herz und Denken eins sind, könnten tausend tägliche Probleme lösen, wenn wir uns nur an das eine Wort erinnern: Herz.

> Deng Ming-Dao, chinesisch-amerikanischer Philosoph und Künstler, Qigong- und Kung-Fu-Lehrer

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Von Wilhelm Gundert

Der Ort aber, wo die Sache ihren Sitz hat, wo sie sich offenbaren und bewähren kann, der ist nirgendwo zu suchen, als in der eigenen Brust. Mag einer auch von Himmeln oder Höllen reden, sie alle sind nur Bilder, sind nur Formen, aufgestiegen aus dem Grund der hin und her bewegten Seele. Sei es ein Gott, sei es ein Buddha: er wird immer nur im Geiste eines Menschen festzustellen sein, sonst nirgends. Geist, Seele, Herz – es ist chinesische stets dasselbe hsin, das ist für diese Menschen mehr als jede andere sogenannte Wirklichkeit. Denn nur im Geist wird alle Wirklichkeit erlebt, erfahren und erkannt. Der Geist, das Herz ist darum dasjenige Feld, das zu beackern jedem Menschen mehr als alles andere not tut.

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