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Posts Tagged ‘Tao’

Tao liegt in der Leere. Die Leere ist das Fasten des Geistes.

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Tao/Dao

„Der Osten basiert sein Denken und seine Bewertung der Tatsachen auf einem anderen Prinzip. Wir kennen nicht einmal ein Wort für dieses Prinzip. Der Osten hat natürlich ein Wort für dieses Prinzip, aber wir verstehen es nicht. Das östliche Wort ist Tao. Mein Freund McDougall hat einen chinesischen Studenten, und den fragte er einmal: «Was genau verstehen Sie unter Tao?» Typisch westlich! Der Chinese erklärte, was Tao ist, und er antwortete: «Ich verstehe immer noch nicht.» Da ging der Chinese auf den Balkon und sagte: «Was sehen Sie?» «Ich sehe eine Straße und Häuser und spazieren gehende Leute und vorüber fahrende Trams.» «Was noch?» «Bäume.» «Was noch?» «Der Wind weht.» Der Chinese warf seine Arme hoch und sagte: «Das ist Tao.»

C.G. Jung: Über Grundlagen der analytischen Psychologie, Die Tavistock Lectures 1935

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Tao ist wie ein Fluß, und wir gleichen Booten auf dem Fluß. Wer sagt, daß der Weg des Tao ein Sichaufgeben bedeutet, befindet sich im Irrtum. Das würde bedeuten, daß wir das Boot einfach treiben lassen: Früher oder später wird es auf die Felsen aufprallen. Diejenigen, die sich vorstellen, daß sie von allen Umständen unabhängig sind, gleichen Bootsleuten, die gegen einen treibenden Fluß stromaufwärts anzurudern versuchen: Sie werden alle ihre Energien verausgaben. Die dem Tao auf richtige Weise folgen, gleichen Bootsleuten, die mit dem Strom schwimmen, aber doch so handeln, daß sie dorthin reisen, wohin sie wollen –

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Nicht nur in der Wiener U-Bahn hört man seit einiger Zeit: „Bitte seien Sie achtsam“. Achtsamkeit ist als Methode der Konzentration und Meditation seit mehreren Jahren sehr gefragt, als Modewort mittlerweile fast schon inflationär verwendet. Der Hype um die Achtsamkeit hat gar nicht geringe Teile der Bevölkerung erfasst: Man besucht Wochenend-Workshops, um Achtsamkeit zu trainieren oder lädt sich Apps für das Handy herunter, um Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren. Was Achtsamkeit eigentlich bedeutet, wird auf vielfältigste Weise interpretiert.

Manche verstehen darunter eine generelle Haltung oder einen Bewusstseinszustand, manche eine Methode zur Stressbewältigung und für manche ist sie viel mehr als das. Das Konzept der Achtsamkeit entstammt historisch gesehen dem Buddhismus. Als grundlegende Praxis der Meditation ist es den meisten Strömungen bekannt, wird aber besonders in der Theravada-Tradition Burmas geübt und weitergegeben. Diese Art der Achtsamkeitsmeditation wird Vipassana genannt…,.. Ö1

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C.G. Jung

„Der Osten basiert sein Denken und seine Bewertung der Tatsachen auf einem anderen Prinzip. Wir kennen nicht einmal ein Wort für dieses Prinzip. Der Osten hat natürlich ein Wort für dieses Prinzip, aber wir verstehen es nicht. Das östliche Wort ist Tao. Mein Freund McDOUGALL hat einen chinesischen Studenten, und den fragte er einmal: «Was genau verstehen Sie unter Tao?» Typisch westlich! Der Chinese erklärte, was Tao ist, und er antwortete: «Ich verstehe immer noch nicht.» Da ging der Chinese auf den Balkon und sagte: «Was sehen Sie?» «Ich sehe eine Straße und Häuser und spazieren gehende Leute und vorüber fahrende Trams.» «Was noch?» «Bäume.» «Was noch?» «Der Wind weht.» Der Chinese warf seine Arme hoch und sagte: «Das ist Tao.»

Über Grundlagen der analytischen Psychologie, Die Tavistock Lectures 1935

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Michael Page

Ein taoistischer Wissenschaftler tut das, was sein westlicher Kollege vorhat zu tun. Er beobachtet und lenkt die inneren und äußeren Kräfte, die sich auf das Glück und das Wohlergehen der Menschen auswirken. Der Unterschied besteht darin, daß ersterer Achtung hat vor der gesamten Schöpfung und die Notwendigkeit einer maßvollen Vorgehensweise erkennt, während letzterer in seiner Überheblichkeit glaubt, grobes Ungleichgewicht lasse sich durch rohe Gewalt ausgleichen.

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(*P`an ist die Eierschale und Ku heißt: festmachen, fest.) – Der Gedanke eines präexistent Wissenden hat eine chinesische Entsprechung in der Gestalt des P´an Ku. Er wird dargestellt als ein in Bärenfell oder in Blättern gekleideter Zwerg. Auf dem Kopf trägt er zwei Hörner (wie auch Moses). Er ist aus yin und yang hervorgegangen, formte das Chaos und schuf Himmel und Erde. Er wurde hierbei von vier symbolischen Tieren unterstützt: Einhorn, Phönix, Schildkröte und Drache. (vgl. die christliche Beziehung des Anthropos-Tetramorphos: Engel, Adler, Löwe und Ochse.) –

Er wird auch dargestellt mit der Sonne in der einen Hand und dem Mond in der anderen. Nach anderer Version soll er einen Drachenkopf und Schlangenleib besessen haben. Er verwandelt sich in die Erde mit all ihren Geschöpfen und erweist sich damit als ein richtiger homo maximus und Anthropos. – P`an ku ist taoistisch und scheint vor dem 4 Jhd. nach J.C. nicht nachgewiesen zu sein. (Vom taoistischen Philosophen Ko Hung sozusagen erfunden)

P´an Ku hat sich reinkarniert in Yuan-shih T`ien-tsun, der ersten Ursache und dem Höchsten im Himmel. (Er besteht aus einem increatum, nämlich aus unerschaffener, inkorruptiler Luft.) Nach Vollendung des Schöpfungswerkes hat er seine körperliche Form aufgegeben, fand sich im leeren Raum, wo er ziellos schwebte. Er begehrte also nach Wiedergeburt in sichtbarer Gestalt.

Er fand schließlich eine heilige Jungfrau, 40 Jahre alt, die allein auf einem Berge lebte, wo sie sich von Luft und Wolken nährte. Sie war hermaphroditischer Natur und stellte yin und yang zugleich dar. Sie sammelte täglich die Quintessenz von Sonne und Mond. P´an Ku wurde angezogen durch ihre jungfräuliche Reinheit, und als sie einmal einatmete, drang er in Form eines Lichtstrahles in sie ein, wodurch sie schwanger wurde. Die Schwangerschaft dauerte zwölf Jahre, und die Geburt fand aus der Wirbelsäule heraus statt. Die Mutter wurde von da an genannt T`ai-yuan Sheng-mu, „die heilige Mutter der ersten Ursache.“

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