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Posts Tagged ‘Bücher’

Ich kam wie Wasser, und wie Wind ich geh.

Als ich einmal einem der besten Korkenzieher aus Omar Chayyam vorlas, sagte er. „Was soll das heißen: „I came like water an like wind I go?“

Aus: Yeats. Funde.

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Amoklauf, Mitarbeitergespräch, Kordröcke – Ulrike Anna Bleier über Erzählen als Momente-Sammeln. Aus dem Roman liest Wiebke Puls.

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In den zwölf Jahren zwischen 1928 und 1940 schrieb Bulgakow nachts und in seiner spärlichen freien Zeit an seinem Roman Meister und Margarita. Seinen Lebensunterhalt musste er mehr schlecht als recht als Regieassistent und Librettist an Moskauer Theatern verdienen. Die zweite Hälfte der 1930er Jahre war die Zeit des „Großen Terrors“ in der Sowjetunion. Viele Menschen, Künstler, Arbeiter, Bolschewiki, Unpolitische, wurden grundlos verhaftet, gefoltert, verurteilt, getötet, in Lager verbannt. Die Atmosphäre dieser Jahre prägte nicht nur Bulgakows Leben, sondern auch seinen Roman.

Erst 1966/1967, fast dreißig Jahre nach dem Tod Bulgakows, erschien Meister und Margarita zum ersten Mal in einer zensierten und gekürzten Fassung in der Sowjetunion. Die Veröffentlichung war eine Sensation, in Russland entdeckte man einen der wichtigsten Romane der Literatur des 20. Jahrhunderts. Meister und Margarita avancierte in der Sowjetunion und auch im Westen zum Kultbuch…

https://www.br.de/mediathek/podcast/hoerspiel-pool/michail-bulgakow-und-sein-jahrhundertwerk-meister-und-margarita/1913400

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Palinurus: „Lieber eine Flechte auf dem Felsen sein als eine Nelke am Revers des Präsidenten. Nur indem wir den Anfang der Dinge meiden, entgehen wir ihrem Ende.“

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Begonnen hatte es mit dem Versuch, ein abgeblättertes Ölgemälde aus einem Moskauer Trödelladen zu restaurieren. Das mit Kleber 1922 signierte Bild zeigt einen Strauß Chrysanthemen, abgelegt vor einer Keramikvase. Während der namenlose Erzähler einen weißen Fleck nach dem anderen übermalt, verliert er nicht nur sein Zeitgefühl, sondern auch seinen Sinn für Identität.

„Stück für Stück, Ton für Ton näherte ich mich methodisch dem Blick, der zu einem Augenpaar gehörte, das bis dahin nicht meins gewesen war. (…) Ich entdeckte, wie das Licht, das in der Ecke eines kleinen Zimmers mit zwei abblätternden Wänden auf ein halbes Dutzend Blumen fällt, eine Art Versprechen für eine ferne, unvorstellbare Zukunft sein kann. (…) Ein Augenblick wurde für einen Moment gerettet. Ein Augenblick, der vor meiner Geburt lag. Ist es möglich, ein Versprechen in die Vergangenheit zu schicken?“

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Die Idee, welche das formale Sein des menschlichen Geistes ausmacht, ist die Idee des Körpers, welcher aus sehr viel sehr zusammengesetzten Individuen besteht. Nun gibt es aber von jeglichem Individuum, welches einen Körper ausmacht, in Gott notwendig eine Idee. Also ist die Idee des menschlichen Körpers aus sehr vielen solchen Ideen der zusammensetzenden Teile zusammengesetzt.

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Die Honoratioren einer namenlosen Stadt ergehen sich allabendlich in Zynismen und Saufereien, um den ewigen Regen und das alles verschlingende Grau um sie herum zu vergessen. Einer von ihnen ist der „Dichterfürst“ Viktor Laureatus, dessen Maxime „Klug ist heute derjenige, der sich dümmer stellt, als er ist“ so einfach wie resignativ ist.

Eines Tages aber verlassen alle Kinder und Jugendlichen, die häßlichen Schwäne, die Stadt, darunter auch seine Tochter Irma. Sie ziehen hinaus, einem unbekannten Ziel folgend, ohne auch nur einmal zurückzublicken. Wo sie sich niederlassen, zerreißt das ewige Grau und ein gleißendes Licht breitet sich aus. Die Regierung hält diesen Auszug für ein fremdbestimmtes Komplott und erklärt das Licht für eine gefährliche Strahlung. Die Stadt entvölkert sich, und es stellt sich für Viktor Laureatus die Frage, ob er diesem Licht (und also seiner Tochter) folgen oder fliehen soll. Denn das Licht „ist die Erinnerung an das, was gewesen ist, und die Ahnung von dem, was sein wird“.

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https://arnotationen.de/

Etwa: Henry Brooke, Die Geschichte eines verruchten Sünders (aus Der vornehme Thor, BVZ 497), die Quelle von Lustig ist das Zigeunerleben

Arno Schmidt, Lustig ist das Zigeunerleben, BA 1/4, S. 34–36 und Das steinerne Herz, BA I/2, S. 34, »Fußballer in flammicht gemaltem Dreß, mit Brustschildern von gräulichem Ansehen und fürchterlichem Umfange«, und S. 39, »Krach draußen von besoffenen Fußballern: einige brüllten wie die Bullen; andere heulten und bellten gegen den mitternächtlichen Mond. Eine Trompete, oder sonst ein Strahlgebläse von durchdringend scharfem Klang, übte in der hinteren Nachbarschaft. Auf ein gegebenes Wort löschten sie gleichzeitig ihre Augen, und zerstreuten sich in den Häusern«.

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Herbstreife Nüsse knacken, auf die herbstlichen Platanen mit ihren gelb und grünen Fleckengirlanden hinausschauen, beim Kaminfeuer im Tao-te-king lesen: das ist die Weisheit des Oktobers: Herbstglück; Studium der Religionen um die Zeit der Tagundnachtgleiche. (30)

Palinurus. Das ruhelose Grab. Suhrkamp Verlag.

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