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Posts Tagged ‘Arno Schmidt’

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich möchte Ihnen am heutigen Abend ein wenig über einen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und seine Beziehung zur Astronomie erzählen, insbesondere zur Astronomie, wie sie zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts ganz in der Nähe von Bremen in dem kleinen Ort Lilienthal betrieben wurde. Damals standen in Ihrem Lilienthal die größten Spiegelteleskope, die es auf dem europäischen Kontinent gab; nur die Instrumente des Royal Observatory in Greenwich, die dem Astronomen Wilhelm Herrschel zur Gebote standen, waren ein Weniges größer: bonaventura

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Lilienthal 1801 oder Die Astronomen – Fragmente eines nicht geschriebenen Romans

Bereits 1955 machte sich Arno Schmidt Notizen zu einem Roman über Lilienthal, einem Dorf in der Nähe Bremens, dessen Sternwarte und den berühmten Astronomen Johann Hieronymus Schroeter. Der Roman sollte von Schroeter und anderen, teilweise historischen Personen handeln und an zwei bis drei Tagen in Lilienthal und Umgebung spielen. Zahlreiche Notizzettel, Briefe und Romanfragmente zeugen von der insgesamt 25 Jahre dauernden Beschäftigung mit dem Romanstoff. Doch den Roman schrieb Schmidt nicht mehr.

Bernd Rauschenbach trug dieses Material zusammen und veröffentlichte „Lilienthal 1801 oder Die Astronomen“ – Fragmente eines nicht geschriebenen Romans. Aus der Vorlage erarbeiteten Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma dieses Hörspiel. – archive.org

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Siegmund labte sich an den abwechselnden Gestalten. Er stand oft still, und sah durch ein niedriges Fenster in die sparsam erleuchtete Stube, deren Schein so anlockend, und deren enge, von der Lampe schwarzgeräucherte Wände so abschreckend waren. Die Familien der Handwerker saßen um runde Tische, und verzehrten froh und lebhaft kauend, ihr Abendbrod. In anderen Stuben saß eine emsige Alte beim Haspel und zählte aufmerksam seine Umwälzungen, um morgen  ihr gesponnenes Garn abzuliefern.

Arno Schmidt: Ludwig Tieck (142) im Haffmans-Verlag

 

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Von hinten durch die Brust ins Auge, aber direkt und treffsicher – so zielte Schriftsteller Arno Schmidt auf Adenauermief und Frömmelei. Durch die Literatur des 18. Jahrhundert gelangte der Einzelgänger in den 1950er-Jahren in seine eigene Moderne. Lud man ihn zu Lesungen ein, sagte er wutschnaubend ab &* nutzte noch den letzten Satz, um das seltsame Ansinnen ins Lächerliche zu ziehen: „Muss man bei der Gruppe 47 auch singen oder braucht man nur nackt vorzulesen?“ Fragte man wegen eines Besuches an, sagte er postwendend ab. Wer dennoch zu kommen wagte, musste sich auf einiges gefasst machen. Ein Tapferer bekam zu hören, zum Geburtstag wünsche sich der Künstler neben einer festen Monatsrente zehn Jahre lang keinen Besucher …  DLF Kultur

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Arno Schmidt lässt in seiner Paradies-Dystopie, erschienen 1951, die letzten beiden Überlebenden eines Atomkrieges auf der verwaisten Erde aufeinandertreffen. Eigensinnig und lustvoll geht es zwischen Adam und Eva zu, nachdem die Eine den Anderen um ein Haar erschossen hätte. Anna Pein hat Schmidts Endzeit-Vision weitergeschrieben und um zahlreiche aktuelle Zeitbezüge und Plagen der Menschheit erweitert: „Kultur!? Was war denn das zuletzt für eine miese Melange aus Instagram und Staatsknete und Internet und Kapital in ewiggleichem GV mit dem Pietismus?!“ (Hördat) – NDR

https://beta.ardaudiothek.de/ndr-hoerspiel-box/schwarze-spiegel-contd/89815420

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In Wirklichkeit waren die Romantiker gefährlichste Leute – vom Gestapo=Standpunkt aus : ausdauernd=labil; peinlich wohlversehen mit der Gabe, den Widersinn von Regierungsmaßnahmen mit dem Widersinn der Kunst zu kontern; der tapfere dünne Lärm zwischen den Felsenzähnen des Daseins.

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Nach „Nachtprogrammen“ über Brockes, de la Motte-Fouqué und Karl May näherte sich 1957 der Schriftsteller Arno Schmidt dem Aufklärer Christoph Martin Wieland an. Dessen zahlreiche Wortneuschöpfungen, die Eleganz seiner Prosa, die rhythmische Musikalität seiner Verserzählungen, sein Witz und sein vorurteilsfreier Geist waren beim Publikum lange Zeit in Vergessenheit geraten. Ein Arno-Schmidt-Nachtprogramm im Original.

Aus der Reihe „Aus den Archiven“ eine Wiederholung von 1957.

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Vorm Bücherregal. Ich griff eins heraus, dessen Farbe mir leidlich ins Gesicht fiel; dunkelgrüner Lederrücken mit hellgrünem Schildchen : ‹J. A. E. Schmidt, Handwörterbuch der Französischen Sprache. 1855›. Ich schlug aufs geratewohl auf, Seite 33 : ‹Auget = Leitrinne, in welcher die Zündwurst liegt› – ich kniff mich in den Oberschenkel, um mich meiner Existenz zu vergewissern : Zündwurst ? ? ! ! (und dieses ‹auget› würde ich nun nie mehr in meinem Leben vergessen; ein gußeisernes Gedächtnis ist eine Strafe !). –

Sommermeteor, in: Trommler beim Zaren, 1966

https://weheklag.wordpress.com/2021/03/05/gusseisernesgedaechtnis/

https://www.arno-schmidt-stiftung.de/eba/search?title=Sommermeteor.&q=gu%C3%9Feisernes%20Ged%C3%A4chtnis

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Ein (eigentlich) unlesbares Werk. Gleichwohl ein Klassiker der Moderne. Unterhaltsam und lustvoll aufbereitet von Martin Reik (Schauspieler am neuen theater Halle) und Alexander Suckel (Literaturhaus Halle).

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