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Posts Tagged ‘Arno Schmidt’

https://arnotationen.de/

Etwa: Henry Brooke, Die Geschichte eines verruchten Sünders (aus Der vornehme Thor, BVZ 497), die Quelle von Lustig ist das Zigeunerleben

Arno Schmidt, Lustig ist das Zigeunerleben, BA 1/4, S. 34–36 und Das steinerne Herz, BA I/2, S. 34, »Fußballer in flammicht gemaltem Dreß, mit Brustschildern von gräulichem Ansehen und fürchterlichem Umfange«, und S. 39, »Krach draußen von besoffenen Fußballern: einige brüllten wie die Bullen; andere heulten und bellten gegen den mitternächtlichen Mond. Eine Trompete, oder sonst ein Strahlgebläse von durchdringend scharfem Klang, übte in der hinteren Nachbarschaft. Auf ein gegebenes Wort löschten sie gleichzeitig ihre Augen, und zerstreuten sich in den Häusern«.

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Astronomisches bei Arno Schmidt

›Das Unglück sei von diesem Haus so fern, wie der Morgenstern vom Abendstern‹, sollte der Zimmermann, beim ›Richtspruch‹, unserm Heim angewünscht haben; (»: ’fluchter Idijot!« hatte mein Großonkel, jedesmal wenn er’s erzählte, hinzugefügt).

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich möchte Ihnen am heutigen Abend ein wenig über einen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und seine Beziehung zur Astronomie erzählen, insbesondere zur Astronomie, wie sie zum Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts ganz in der Nähe von Bremen in dem kleinen Ort Lilienthal betrieben wurde. Damals standen in Ihrem Lilienthal die größten Spiegelteleskope, die es auf dem europäischen Kontinent gab; nur die Instrumente des Royal Observatory in Greenwich, die dem Astronomen Wilhelm Herrschel zur Gebote standen, waren ein Weniges größer. und + und + und #und

https://archive.org/details/lilienthal1801arnoschmidt2001

Bereits 1955 machte sich Arno Schmidt Notizen zu einem Roman über Lilienthal, einem Dorf in der Nähe Bremens, dessen Sternwarte und den berühmten Astronomen Johann Hieronymus Schroeter. Der Roman sollte von Schroeter und anderen, teilweise historischen Personen handeln und an zwei bis drei Tagen in Lilienthal und Umgebung spielen. Zahlreiche Notizzettel, Briefe und Romanfragmente zeugen von der insgesamt 25 Jahre dauernden Beschäftigung mit dem Romanstoff. Doch den Roman schrieb Schmidt nicht mehr.

Bernd Rauschenbach trug dieses Material zusammen und veröffentlichte „Lilienthal 1801 oder Die Astronomen“ – Fragmente eines nicht geschriebenen Romans. Aus der Vorlage erarbeiteten Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma dieses Hörspiel.

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Arno Schmidt / Ludwig Tieck: (3) A.: Die Wahrheit – das heißt, die Wahrheit der romantischen Schule – ist vielmehr diese: / nach Tiecks Erfahrungen sind die bunten grausamen, teils sinnlosen, teil witzigen Durchkreuzungen, nicht nur des menschlichen Lebens, sondern alles Existierenden überhaupt, mit der vernünftigen Lenkung e i n e s Gottes – womöglich noch eines weise=gütig=mächtigen – nicht vereinbar. Die einfachste Erklärung für die uns, unleugbar und hagelschlagartig=unerwartet betreffenden Possen und `Schicksals=Streiche` wäre – : das Quer-Durcheinander-Regieren eines ganzen Olymp. (166)

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A.: Das Gleiche ergibt, sich minder pathetisch, aus seinen Unterhaltungen mit Friedrich Schlegel : Der hatte nun tatsächlich konvertiert; und verdutzt-satirisch berichtet es Tieck, wie Jener glaubte `an das Auflegen von magnetisierter Watte`, oder ….

C. (halb amüsiert, halb indigniert): Dem reinsten Aberglauben war er verfallen ! Jedes Gespräch zeigte nur die immer größer werdende Kluft. Er behauptete, wirklich profetisch in die Zukunft blicken zu können, die er aus einzelnen Bibelsprüchen deuten wollte. Wenn ich mir erlaubte, bescheidene Zweifel zu äußern, wies er mich pathetisch mit den Worten ab : „Mein Sohn; auf Deinem Standpunkt verstehst Du das nicht.“ / Ein andermal kündigte er die Nähe des jüngsten Tages an; dann würden die Gestirne des Himmels sich gegeneinander bewegen, und die Gestalt eines Kruzifixes bilden. Unwillkürlich brach Tieck bei diesem Orakel in den Ruf aus : „Mensch, sag mal : Glaubst Du denn das wirklich alles ? !“ (Seiten 165/166)

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Die gern gerühmte `Religiosität unserer Romantiker` war überhaupt recht sonderbarer Art; und ihre `tiefe Frömmigkeit` nicht halb so kindlich, wie die interessierten Kreise es uns gern einreden möchten. (…)

A.: Als Tieck im Herbst 1086 aus Italien zurückkehrt, besucht er in Heidelberg auch Johann Heinrich Voß; und sagt wörtlich zu ihm . . .

C.: Einer meiner Hauptzwecke war Forschung der römisch=katholischen Religion. Sie erschien mir wie ein fast erstorbener Baum; aus dessen Wurzel jedoch, wenn sie gepflegt würde, ein neuer Baum ersteigen könnte, mit ursprünglicher Kraft ? – Ich habe geforscht : und faul war die Wurzel, bis hin zu den äußersten Fäserchen ! – (Seite 165)

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Man schreibt das Jahr 2008. Als Folge eines dritten Weltkriegs haben sich Leben und politische Grenzen auf der Erde vollständig verändert. Individuelle Mobilität wird weltweit militärisch kontrolliert, Veröffentlichungen durch Zensur geregelt. Atomare Versuche und gentechnische Experimente sind an der Tagesordnung. Unter solchen Bedingungen erhält der amerikanische Journalist Charles Henry Winer unerwartet die Genehmigung, in die Gelehrtenrepublik zu reisen. Mit dem Ballon landet er im Hominidenstreifen, einem gesperrten Korridor, und erreicht – nach der Begegnung mit einer zutraulichen Zentaurin – die IRAS (International Republic for Artists and Scientists): Eine steuerbare stählerne Plattform, die als Oase für Wissenschaft und Kunst, mit Wäldern, Äckern und städtischer Infrastruktur bestückt, im milden Klima der Roßbreiten auf den Ozeanen treibt.

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Sei gefühllos !

Ein leichtbewegtes Herz

ist ein elend Gut auf der wankenden Erde.

Herrn

Dr. Karlheinz Deschner

ein Gruß.

Darmstadt, 15.X.56

Arno Schmidt

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Ein haidnisches Symposion

Am Vormittag des 3. Juni 1998, dem 19. Todestag Arno Schmidts, gleichzeitig Tag des ICE-Unglücks von Eschede, kehrt Gott in Gestalt Arno Schmidts in den Heidegasthof ‚Zum Blauen Enzian‘ ein und zwingt den Anwesenden – dem Wirt (im Jägermeister-T-Shirt), einem arbeitslosen Soziologen (im Netzunterhemd), vier angetrunkenen Sargträgern (in Schwarz) – ein Gespräch auf. In der Unterhaltung geht es um Hermann Löns, Arno Schmidt und Herrn Natürlich, um das Gemächt des Toten, um Beischlaf und Mißbrauch vor der Theke, auf der Kegelbahn und auf dem Billardtisch, um Valerie Solanas, Abe Sada, die Zeitschrift ‚Schwanz ab‘ und um Gott, der allwissend und „selbstverständlich Atheist“ sein will. –

https://irrationale.net/buecher/herrgott.html

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Schriftstellerei als Beruf ist kein Spaß, schon gar nicht unter den Bedingungen tiefer Armut, unter denen Schmidt einem großen Teil seiner selbst gestellten Lebensaufgabe nachgegangen ist. Aber „nich großzügich denk’n“ – kann man das unterschreiben bei einem Autor, der als überragender deutschsprachiger Literat der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten muss? Jedenfalls können Leser und Leserinnen sich Arno Schmidt kaum als glücklichen Menschen vorstellen. Und den Autor einer Arno-Schmidt-Biografie?

„Jede Biografie, als Lebensgeschichte, ist eine Setzung“, schreibt Sven Hanuschek und zitiert Schmidt: „ein Schriftsteller löst sich ja langsam auf, in seinem Werke; den zurückbleibenden schäbigen Rest besieht man sich besser nicht“.

https://www.fr.de/kultur/literatur/arno-schmidt-der-einzige-bewohnbare-ort-ist-die-literatur-91470545.html

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