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Posts Tagged ‘Autor’

Schriftstellerei als Beruf ist kein Spaß, schon gar nicht unter den Bedingungen tiefer Armut, unter denen Schmidt einem großen Teil seiner selbst gestellten Lebensaufgabe nachgegangen ist. Aber „nich großzügich denk’n“ – kann man das unterschreiben bei einem Autor, der als überragender deutschsprachiger Literat der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten muss? Jedenfalls können Leser und Leserinnen sich Arno Schmidt kaum als glücklichen Menschen vorstellen. Und den Autor einer Arno-Schmidt-Biografie?

„Jede Biografie, als Lebensgeschichte, ist eine Setzung“, schreibt Sven Hanuschek und zitiert Schmidt: „ein Schriftsteller löst sich ja langsam auf, in seinem Werke; den zurückbleibenden schäbigen Rest besieht man sich besser nicht“.

https://www.fr.de/kultur/literatur/arno-schmidt-der-einzige-bewohnbare-ort-ist-die-literatur-91470545.html

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Heute um 20:10 Uhr um Deutschlandfunk

Hörspiel nach Texten von Arno Schmidt – Ein möglicher Arno-Schmidt-Monolog

„… Was ist der Mensch? El hombre es un cigarro – am Ende bloß noch’n ausgekatschter ekler Stumpm, und etwas Asche. – Was iss das Lebm?! Die Auflehnung der Eiweiße gegen die Silicate. Der Geist? – Eine kleine Weile habe ich mir die Welt besehen – es wird mir immer wahrscheinlicher, dass Geist nicht viel mehr sei als, sagen wir, Holunderblüten.“ 

https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-nach-texten-von-arno-schmidt-holunderbluete-100.html

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„Wer die Wahrheit beansprucht, den verlässt sie. In Dienst genommen oder gezwungen wird die Historik stets nur von niedrigen Interessen. Sie ist zu unschuldig, als daß man sie in Griffweite irgendeines Machthabers lassen könnte-, der sie nur zu berühren braucht, und ihre ganze Glaubwürdigkeit ist in einem Augenblick dahin, als wäre sie nie gewesen. Sie muß vielmehr liebevoll und in allen Ehren umsorgt werden, und zwar von Fabulisten und Fälschern, Dichterlingen und Verrückten jeglicher Couleur, Meistern der Verlarvung, welche ihre Kleidung, Toilette, Haltung und eine Sprache schaffen, die gewandt genug ist, nicht die Begierden, ja nicht einmal die Neugier des Staates zu wecken. Äsop war gezwungen, Fabeln zu erzählen.“

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Er war der meistgespielte Dramatiker in beiden deutschen Staaten und ist auf heutigen Bühnen abwesend. Lebenslang hielt er an der DDR fest und umgab sich mit der Aura des Dichterfürsten. Zeit für einen neuen Blick auf Peter Hacks.
Hatte die DDR einen Goethe, und hieß er Peter Hacks? Peter wer? Lange Zeit war der Schriftsteller auf deutschen Bühnen allgegenwärtig, vor allem mit seinem Dauerbrenner „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“. Aus München einst in die DDR gezogen, konnten weder Stasi noch Westpresse ihn richtig einordnen. War der eigenwillige Hacks am Ende ein Oppositioneller − oder doch ein hundertprozentiger Verteidiger des ostdeutschen Staates über dessen Ende hinaus, wie es schien? Auf jeden Fall bildete Hacks seine eigene Kategorie: Kein anderer schrieb nach 1945 opulente Versdramen, kein anderer bewohnte in den Sommermonaten ein burgartiges Anwesen bei Berlin, kein anderer hatte in der DDR Hausangestellte. Auch seine Arbeitsgruppen an der Akademie der Künste der DDR, in denen er gelehrigen Schülern die Kunst des Dramas beibrachte, seine erotischen Gedichte und seine extrem polemischen, aber immer unterhaltsamen Essays weisen ihn als einen Dichterfürsten aus, einen sozialistischen Goethe, der bemüht war, eine klassische Literatur der DDR herauszubilden.

 

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Der mexikanische Schriftsteller Juan Rulfo ist der Begründer des magischen Realismus Lateinamerikas. Sein Kollege Gabriel Garcia Marquez berief sich ständig auf ihn, nannte Rulfos „Pedro Páramo“ den überhaupt schönsten Roman seiner Hemisphäre. Jetzt ist er neu erschienen. Von Helmut Böttiger – DLF

Ein Mann namens Juan Preciado ist auf dem Weg zu dem Heimatdorf seiner gerade gestorbenen Mutter. Sie hat sich vor ihrem Tod noch gewünscht, dass er in dieses ihm unbekannte Comala aufbrechen und dort seinen Vater aufsuchen solle, der Pedro Páramo heißt. Kurz vor seinem Ziel sieht er sich in ein steiniges, wüstenähnliches Gelände versetzt.

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Er war ein Spieler in jeder Hinsicht: Fjodor Dostojewski hat nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Figuren Äußerstes abverlangt. In seinen Romanen lotet der vor 200 Jahren geborene russische Schriftsteller menschliche Abgründe und Komplexität aus. Woher kommt die Faszination für diesen Autor, worin besteht das Geheimnis seiner Wirkung? Und welche Bedeutung hatte Dostojewski als öffentlicher Intellektueller? – Sendung von

Silke Arning diskutiert mit
Prof. Dr. Christoph Garstka, Slavist, Universität Bochum, Vorsitzender Deutsche Dostojewski-Gesellschaft
Christine Hamel, Russland-Expertin und Kulturkritikerin des BR
Klaus Mertes SJ, Deutscher Jesuit, Superior Ignatiushaus, Berlin

Forum

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Er gilt als einer der wirkungsvollsten Autoren der Weltliteratur: Der Russe Fjodor Michajlowitsch Dostojewski, geboren am 11. November 1821 in Moskau, war ein virtuoser Erzähler.

In seinen Romanen schuf er tragikomische, aber auch sehr menschliche Figuren mit widersprüchlichen, zuweilen irren Reflexionen. Der Mensch Dostojewski aber war ein wandelndes Paradox. Er predigte Versöhnung und Menschenliebe und offenbarte zugleich nationalistische, rassistische und militante Überzeugungen. Bis heute wird dieser Schriftsteller kontrovers diskutiert. Doch sein Werk, in dem er die Tiefen des menschlichen Bewusstseins ausleuchtete, bleibt immer aktuell. SWR2 Wissen

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Es mögen nun wohl schon viele hundert Jahre her sein, da gab es einmal einen alten guten Fischer, der saß eines schönen Abends vor der Tür und flickte seine Netze. Er wohnte aber in einer überaus anmutigen Gegend. Der grüne Boden, worauf seine Hütte gebaut war, streckte sich weit in einen großen Landsee hinaus, und es schien ebensowohl, die Erdzunge habe sich aus Liebe zu der bläulich klaren, wunderhellen Flut in diese hineingedrängt, als auch, das Wasser habe mit verliebten Armen nach der schönen Aue gegriffen, nach ihren hochschwankenden Gräsern und Blumen und nach dem erquicklichen Schatten ihrer Bäume. Eins ging bei dem andern zu Gaste, und eben deshalb war jegliches so schön. Von Menschen freilich war an dieser hübschen Stelle wenig oder gar nichts anzutreffen, den Fischer und seine Hausleute ausgenommen. Denn hinter der Erdzunge lag ein sehr wilder Wald, den die mehrsten Leute wegen seiner Finsternis und Unwegsamkeit, wie auch wegen der wundersamen Kreaturen und Gaukeleien, die man darin antreffen sollte, allzusehr scheueten, um sich ohne Not hineinzubegeben…,.. projekt-gutenberg.org

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Doch in einer Zeit der Dekadenz zu leben muss kein Grund zur Verzweiflung sein; es ist nur ein technisches Problem zusätzlich, das der Autor zu meistern hat.

Palinurus, Seite 8o/81. Von Cyril Conolly

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