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Archive for the ‘GEIST’ Category

Aber ich glaube, ich muss mich vor den anderen aus dem Staub machen, denn Tante Sally will mich adoptieren und zivilisieren, und das halte ich nicht aus. Das habe ich schon einmal erlebt, sind die letzten Sätze von Mark Twains Huckleberry Finn→ https://loomings-jay.blogspot.com/2025/11/mark-twain.html

Norman Mailer 1984 über Huck Finn in der →New York Times 

Was ist Größe anderes als der unzerstörbare Reichtum, den sie in der Erinnerung des Geistes hinterlässt, nachdem die Hoffnung verflogen und die Leidenschaften verglüht sind? Es ist immer die Hoffnung der Demokratie, dass unser Reichtum wieder zur Verfügung steht, und der bleibende Schatz von „Huckleberry Finn“ besteht darin, dass er uns die Freiheit gibt, über Demokratie und ihre erhabene, erschreckende Prämisse nachzudenken: Lasst die Leidenschaften und Begierden, Träume und Macken, Ideale und Gier, Hoffnungen und üblen Verfehlungen aller Männer und Frauen ihren Lauf nehmen, und die Welt wird dennoch besser sein, denn in der Summe sind wir und unser Tun mehr gut als böse. Mark Twain, die Verkörperung dieses demokratischen Menschen, verstand diese Prämisse in jedem seiner Sätze, und wie er sie auf die Probe stellte, wie er sie verdrehte und reizte und testete, bis wir wieder ganz schwach wurden vor Liebe zu dieser Idee.

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Baudelaire feiert die Imagination als Königin aller menschlicher Fähigkeiten. Sie ist die große Schöpferin, welche eine neue Welt hervorbringt. Im Umkreis seiner Schriften zum Salon 1859 preist er emphatisch die Imagination als göttergleiche Potenz. Sie erzeugt die Empfindung des Neuen, und zwar in allen Bereichen menschlichen Tuns. Im Anbeginn der Welt hat sie die Analogie und die Metapher erschaffen. Sie ist Analyse und Synthese in einem, Sensibilität und Konstruktion.

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Laurence Sternes „Tristram Shandy“ revolutionierte den Roman: Ein Werk voller Abschweifungen, Wortspiele und radikaler Erzählexperimente. Statt einer geordneten Biografie bietet es ein labyrinthisches Spiel mit Form und Lesererwartung.

Der Ich-Erzähler Tristram will sein Leben schildern – doch er wird ständig unterbrochen, etwa durch seinen pedantischen Vater Walter oder den kriegsbesessenen Onkel Toby. Mit schwarzen Seiten, fehlenden Kapiteln und verspäteten Vorworten brach Sterne alle Konventionen. Goethe pries ihn als „schönsten Geist“, Nietzsche als „freiesten Schriftsteller“. Lessing wollte für ein weiteres Buch von Sterne sogar “fünf Jahre seines Lebens” opfern.

https://www.swr.de/swrkultur/hoerspiel/tristram-shandy-ungluecksrabe-oder-von-der-bahre-bis-zur-wiege-1-2-hoerspiel-2025-11-02-100.html

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frankraudszus – Das Online-Magazine für Reisen, Theater, Konzert, Lesen und Hören

Der Autor dieses Buches ist Biologe und emeritierter Professor für Naturschutz. Bei einem so bedeutungsschwangeren Titel, der auf die eigene Gattung abhebt, kann man also annehmen, dass hier weniger Philosophie oder gar Ideologie, sondern Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse eine zentrale Rolle spielen. Dennoch verzichtet der Autor nicht auf den normativen Aspekt seiner Ausführungen, wohl wissend, dass diese Spezies nicht irgendeine Nische füllt, sondern sich im wahrsten Sinne des Wortes die „Erde untertan gemacht hat“. Also muss man neben Vergangenheit auch Gegenwart und Zukunft mit einbeziehen, und das durchaus mit einem normativen Hintergrund.

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WDR 5 Das philosophische Radio

Hannah Arendt gilt für viele als die wichtigste Philosophin des 20. Jahrhunderts. Der Biograf Willi Winkler spricht anlässlich ihres 50. Todestages mit Jürgen Wiebicke über ihre Gedanken zum Totalitarismus der NS-Zeit und den Eichmann-Prozess.

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-das-philosophische-radio/audio-willi-winkler-hannah-arendt-100.html

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Ich empfehle Ihnen wärmstens, sich den ganzen Film anzusehen. Er ist auf Netflix zu finden und heißt „Rivers and Tides”. Ein wunderbarer Film, der zum Entspannen einlädt. Das Video stammt nicht von mir, ich erhebe keinen Anspruch darauf. Ich musste ein dreiminütiges Video über einen Künstler meiner Wahl erstellen.

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Cakia-Mouni blieb viele Jahre in der Wüste, unbeweglich, die Augen zum Himmel erhoben. Selbst die Götter beneideten diese Weisheit und dieses steinerne Los. In seinen ausgestreckten, steif gewordenen Händen nisteten die Schwalben. Aber eines Tages flogen sie weg und kehrten nicht wieder. Und er, der Verlangen und Willen, Ruhm und Schmerz in sich abgetötet hatte, er begann zu weinen. So sprießen die Blumen aus den Steinen.

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Theo Fischer: Es ist sehr schmerzhaft, sich echten Gefühlen zu stellen, weil wir diese Konfrontation nicht kennen, ihr zeitlebens ausgewichen sind. Die meisten Menschen fürchten sich vor ihren Gefühlen. Viel lieber verstecken sie sich hinter ihrem Denken, errichten einen Schutzwall gegen die scheinbare emotionale Bedrohung. Aber um frei zu werden, führt kein Weg an unseren Gefühlen vorbei, mögen sie zu Anfang noch so schmerzhaft und unerträglich erscheinen. Sobald Sie sich dazu entschieden haben, alles, was an Gefühlen in Ihnen existiert, hochkommen zu lassen, es intensiv anzuschauen, diese Gefühle zu durchleben, erwächst Ihnen daraus eine kolossale Kraft, von deren Vorhandensein Sie bisher keine Ahnung hatten.

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Zettel 603

Kodo Sawaki: Du bist nie zufrieden. Nicht einmal mit dir selbst bist du zufrieden, und deshalb tust du dein Bestes, um ein anderer zu werden. Aber das ist genau der Punkt, an dem dein Irrtum anfängt: du bist kein anderer als der, der in diesem Moment unzufrieden mit sich selbst sein Leben lebt. Keiner könnte das an deiner Stelle für dich sein. Und alles, was du in diesem Moment denkst und willst und tust, bist du selbst, unersetzbar so, wie du bist – das heisst, es gibt kein wahres, glückliches Selbst außer diesem unzufriedenen Selbst hier und jetzt,

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