„Im Leben lernt der Mensch zuerst das Gehen und Sprechen. Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten„, Marcel Pagnol.
Das Aufwachsen eines Menschen ist eine sehr ambivalente Erfahrung. Es ist wunderbar, Neues zu erlernen, das Wissen und die Macht der eigenen Kultur zu entdecken. Andererseits erfährt man Abwertungen und muss sein essentielles Selbst verleugnen. Oder die Unterwerfung an die Erwachsenen. In Einzelfällen oder eher in Form von allmählichen Unterwerfungen als einem einzigen grundsätzlichen, dramatischen Akt des Nachgebens. Immer wenn wir einen Aspekt unseres essentiellen Selbst unterwerfen, wird Energie von der Essenz abgezogen und zwecks Unterstützung und Entwicklung der Persönlichkeit kanalisiert. Hier wird eine Persona im ursprünglichen Sinn, also eine Maske geschaffen. Allmählich wird diese Maske immer komplexer, eine gesellschaftlich gebilligte Repräsentation von uns, die uns Beifall einbringt und uns so als normal wie jeder andere erscheinen lässt. Je vollständiger wir uns mit der Maske (Persönlichkeit) identifizieren, je mehr wir vergessen, dass wir eine Rolle spielen, und statt dessen identisch mit der Rolle werden, um so mehr von unserer natürlichen Energie fließt in die Persönlichkeit und um so mehr von unserer Essenz verschwindet. Je mächtiger die falsche Persönlichkeit wird, um so besser gelingt es ihr, die Essenz zu ersticken und deren Energie für ihre eigenen, selbstsüchtigen Ziele zu nutzen. – (Charles Tart: „Hellwach und bewußt leben“)

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