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Posts Tagged ‘schwarze Galle’

Herman Melville: Immer wenn ich merke, daß ich um den Mund herum grimmig werde; immer wenn in meiner Seele nasser, niesliger November herrscht; immer wenn ich merke, daß ich vor Sarglagern stehenbleibe und jedem Leichenzug hinterhertrotte, der mir begegnet; und besonders immer dann, wenn meine schwarze Galle so sehr überhandnimmt, daß nur starke moralische Grundsätze mich davon abhalten können, mit Vorsatz auf die Straße zu treten und den Leuten mit Bedacht die Hüte vom Kopf zu hauen – dann ist es höchste Zeit für mich, so bald ich kann auf See zu kommen. Das ist mein Ersatz für Pistole und Kugel. Mit einer stoischen Sentenz stürzt Cato sich in sein Schwert; ich gehe still an Bord. Daran ist nichts Überraschendes. Von Zeit zu Zeit hegen fast alle Menschen, ob sie’s wissen oder nicht, in etwa dieselben Gefühle für das Weltmeer wie ich.” – Moby Dick

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das Chaos, die massa confusa, das, was von den Alchemisten als Dunkelheit, nigredo, bezeichnet wurde. C.G. Jung setzte den Zustand des nigredo mit der Dunkelheit des Unbewussten gleich. Bemächtigt es sich des Menschen, machen sich Missmut und Bedrücktheit in ihm breit.

Nichts erscheint natürlicher, als dass das nigredo in der 1566 erschienenen, alchemistischen Abhandlung Ars Chemica* mit der Melancholie gleichgesetzt wird – „Melancholia id est nigredo“ (Melancholie, das heißt Dunkelheit) – jenem Zustand, in dem die schwarze Galle (melaina khole) ein Übergewicht bekommt und den ganzen Körper und damit auch die Seele erfasst.

* C.G. Jung. Mysterium Coniunctionis. S. 355.

Laszlo F. Földenyi. Lob der Melancholie. Rätselhafte Botschaften. S. 90. – Matthes & Seitz Berlin

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