Die Vorstellung, die sich ein Mensch oder ein Volk vom Leben macht, lässt sich immer aus deren Vorstellung vom Jenseits ablesen. Der dümmste Pessimist wird sich ein Paradies, ein ewiges Glück, eine ewige Seligkeit (lies Plattitüde) erfinden; so machten es die Griechen, so machten es die Christen. – Ein intelligenter Pessimist denkt hinsichtlich des Jenseits an das Nichts, so Buddha, so Schopenhauer. –
Welche Einstellung wird nun ein tief nachdenkender Mensch hinsichtlich aller dieser Fragen haben? Es wird natürlich eine Einstellung jenseits aller Einstellungen sein, sie wird damit anfangen, gar keine Einstellung zu sein. Abstrakt, solitär und ewig in der Sicherheit und der Freude, die er empfindet, weil er das Weltall anders sieht, immer auf der Suche nach neuem Glück und neuen Wunderlichkeiten, ist für ihn die Frage, ob das Leben gut oder böse, gewiss die letzte aller Ideen, denn wenn das Leben in die Tiefe geht, hört es auf, gut oder böse zu sein.





