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Posts Tagged ‘Zorn’

Sendung

„Wutbürger“ nannte sie die Presse und verpasste damit den lautstarken Pegida-Demonstrationen ein wirksames Etikett. Denn Wut und Zorn gehören seit dem frühen Christentum zu den sieben Todsünden.

Bereits die Philosophen der Antike wollten diese übermächtigen Gefühle beherrschbar machen. Menschen dürfen sich nicht erzürnen, Götter hingegen schon. Andererseits: Liegen, wenn nicht in der schnell verrauchenden Wut so doch im anhaltenden Zorn auch nützliche Impulse?

„Zorn macht langweilige Menschen geistreich“, so Francis Bacon.

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Für Aristoteles war er gut, sinnvoll, oft gerechtfertigt und gerecht – also durchaus zu begrüßen, wenn er sich im rechten Maß zeigte. Für Seneca war er abscheulich und eine richtige Krankheit: der Zorn. Martha Nussbaum zeigt in ihrem neuen Buch Zorn und Vergebung. Plädoyer für eine Kultur der Gelassenheit, dass man von Aristoteles und Seneca in puncto Zorn viel lernen kann. Beide haben Einfluss auf ihre eigene Kritik des Zorns. Mit Aristoteles nimmt sie an, dass Zorn angebracht und ein „Werkzeug der Gerechtigkeit“ sein kann. Mit Seneca teilt sie die Vorstellung, dass Sanftmut (clementia) doch besser als Zorn ist. Und mit beiden Vorläufern teilt sie den Abscheu vor der zerstörerischen Kraft und der verderblichen Wirkung des Zorns, vor seiner „sich selbst fortreißenden Aggressivität“…

Nussbaums Affektlehre beziehungsweise Zornkritik ist ausschließlich am Richtmaß der Vernunft orientiert. Sie zweifelt an keiner Stelle daran, dass „die Neigung zu Zorn und Rache […] tief in der menschlichen Psyche verwurzelt“ ist, sie überprüft und hinterfragt jedoch den Sinn und Zweck des Zorns mit vernünftigen und auch psychologisch fundierten Argumenten.- literaturkritik.de

 

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Es ist ziemlich einfach, das gesamte Leben lang schlecht gelaunt zu sein oder gar in blinder Wut zu verbringen. Einfach und gleichzeitig aber sehr schwer. Existieren ist eben oft auch eine Zumutung, kein Wunder, dass wir schlechte Laune kriegen.

Ist es aber nicht sehr traurig, die kurz bemessene Lebenszeit mit gut eingeübter Unzufriedenheit zu verbringen? Ich sehe das bei vielen Leuten: Alles um sie herum nervt, aber sie verstehen die eigentlichen Gründe dafür nicht. Der Philosoph Alain de Botton, Autor zahlreicher Gebrauchsanweisungen ist in seiner School of Life den kleinen und großen praktischen Weisheiten des Lebens auf der Spur. Er setzt damit eine alte Tradition fort, die das Führen des Lebens als eine Kunst begreift, die erlernt werden kann. In seinem humorvollen Video „How to Get Angry a Lot“ macht er eine Liste von typischen Überzeugungen und Verhaltensweisen auf, die uns ein Leben in Ärger, Sorge und Unlust garantieren. Wie stellt man also sicher, dass man anhaltend schlecht gelaunt ist? – geistundgegenwart

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