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Posts Tagged ‘Zeno.org’

Die innere Notwendigkeit ist es, auf die alles zuletzt ankommt, sie verteilt die Farben, Formen und Gewichte, sie trägt die Verantwortung auch für das gewagteste Experiment. Sie allein ist die Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Urgrund der Bilder. In ihr dokumentieren sich die drei Elemente, aus denen das Kunstwerk besteht: Zeit, Persönlichkeit und Kunstprinzip. Sie bildet den Hauptklang, von dem die Nebenklänge sich abheben. Sie ist das letzte Tor, das der anstürmende Künstler nicht mehr zu zerbrechen fähig ist. Und selbst von ihr, der Form seiner Werke, sagt Kandinsky: »Der Geist schafft eine Form und geht zu weiteren Formen über« und ein andermal: »Nicht der neue Wert ist das wichtigste, sondern der Geist, welcher sich in diesem Werke offenbart hat. Und weiter die für die Offenbarungen notwendige Freiheit.« So wird ihm jedes Werk »Kind seiner Zeit und Mutter der Zukunft.« Indem er den Klang, die Essenz eines Dinges bis ins Innerste verfolgt, läßt er ihm zugleich den weitesten Spielraum.

https://www.textlog.de/39029.html

Und: http://www.zeno.org/Literatur/M/Ball,+Hugo/Schriften/Kandinsky/3.+Die+Pers%C3%B6nlichkeit

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Die Geschichte der Übersetzungen des Don Quijote ins Deutsche beginnt erstaunlicher Weise bereits Mitte des 17. Jahrhunderts: Joachim Caesar übersetzt 1648 die ersten 23 Kapitel des ersten Bandes – grob geschätzt ein Fünftel des gesamten Romans –, worin die Entstehung des Wahns Don Quijotes erzählt wird. bonaventura

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(::) Ich dagegen, der von vielem Gebrauch macht, was andere Leute verachten, ich erkundige mich nach den nächstgelegenen Merkwürdigkeiten des Munizipiums; natürlich reservatis reservandis, d.h. unter Vorbehalt alles dessen, was der verständige Mann sich eben vorbehält, nämlich ob er die Kuriositäten besichtigen will oder nicht. Ich stellte eine ähnliche Erkundigung also auch diesmal an und kann gerade nicht sagen, daß es mich tief bekümmerte, als der Wirt, ein behaglicher Mann, sich hinter den Ohren kratzte und Merkwürdigkeiten, sei es der Natur oder der Kunst, in seiner Umgebung nicht vorzuführen wußte.

Schon lehnte ich mich mit einem unwillkürlichen Seufzer der Befriedigung zurück in den Lindenschatten, als ein kleines schwarzes Männlein, welches auf der Bank an der andern Seite der Tür saß, eine kleine, kurze schwarze Pfeife rauchte und deshalb von den Fliegen mit hohem Widerwillen vermieden wurde, mich melancholisch ansah und leise und scheu sagte: »Wir haben noch einen Schüdderump. Wenn der Herr den sehen will, so ist er willkommen dazu; und die Zeit langt auch, und ich will, mit Respekt zu sagen, den Herrn hinführen.« »Ein Schüdderump? Was ist ein Schüdderump?« fragte ich, von dem Wort ungemein angezogen…,.. zeno.org

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Von Dieter Lamping – Der Seigneur Michel de Montaigne war 37 Jahre alt, als er 1570 sein Amt als Gerichtsrat in Bordeaux aufgab. Im folgenden Jahr zog er sich auf das Gut seiner Familie in der Dordogne zurück, das ihm sein drei Jahre zuvor verstorbener Vater vermacht hatte. Für den Rückzug aus dem öffentlichen Leben ins private, von der Stadt aufs Land mag Montaigne mehrere Gründe gehabt haben. Er selbst nennt vor allem den einen: fortan nur noch für sich zu leben, nachzudenken, zu lesen und zu schreiben: „Genug für andere gelebt, leben wir wenigstens dieses letzte Endchen des Lebens für uns!“, schreibt er im Essay „Von der Einsamkeit“. Er folgte damit der delphischen Maxime des „Erkenne dich selbst“, – literaturkritik.de

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„»Nun sage mir, ob diese Gegend nicht daliegt wie Goethes sämtliche Werke in vierzig Bänden?« rief der Vetter Wassertreter, mit beiden Backen kauend und mit der Spitze des aufgeklappten Taschenmessers einen weiten Halbkreis vor sich in der Luft beschreibend.“
Wilhelm Raabe: Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge, 1867, Siebentes Kapitel, Anfang. Abu Telfan

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