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Posts Tagged ‘Wolfgang Ullrich’

Der Kunst droht eine Spaltung – in Werke für den Markt und Werke für Kuratoren. Das zumindest prophezeit der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich. Doch Bazon Brock widerspricht: Auf Dauer würden sich Unabhängigkeit und Freidenkertum durchsetzen.

In der Kunst vollzieht sich eine riesige Spaltung, die weitreichende Folgen haben kann. Diese These stellt der Kunsthistoriker Wolfgang Ullrich in einem Vortrag und Essay auf perlentaucher.de auf. „Werke für Kuratoren und Werke für den Markt spalten sich soweit ab, dass der gemeinsame Begriff Kunst nicht mehr zutrifft“, prophezeit Ullrich.

„Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis konträre Fraktionen sich entweder gegenseitig aus dem Kunstbetrieb auszuschließen versuchen oder bis eine Fraktion sich unter einem neuen Begriff sammelt oder sich zumindest nicht mehr darum schert, ob ihre Vertreter noch mit ‚Kunst‘ assoziiert werden.“ – deutschlandfunkkultur

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Im SWR 2 wurde am 13. Februar 2017 mein Essay “Essen als Konfession” gesendet, in dem ich mich mit zeitgenössischen Formen des Umgangs mit Ernährung auseinandersetze. Mich interessiert die Aufwertung des Essens zu einem Medium für Bekenntnisse und zu einem Ort der (Selbst)inszenierung. Hier ein paar Thesen:

“Auf der Video-Plattform „YouTube“ finden sich unzählige Videos von Menschen, die von ihrer Ernährungsumstellung berichten und den Zuschauern Mut machen, sich auf denselben Weg zu begeben. Oft handelt es sich, wie auch sonst bei YouTubern, um junge Leute – 16-, 18-, 20-jährig –, die sich in absoluter Ernsthaftigkeit Video um Video mit ihrer Ernährungsumstellung befassen: Ausführlich legen sie die Gründe dar, warum sie vegan geworden sind oder künftig komplett auf irgendetwas verzichten, äußerst gewissenhaft beschreiben sie alle Veränderungen, die sie infolge ihrer neuen Ernährungsgewohnheiten verspüren, … Wolfgang Ullrich

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Die Tyrannei der Kreativität
Es ist ein Dogma unserer Zeit, dass jeder Mensch kreativ zu sein habe. Dass der kreative Imperativ destruktive Wirkung entfaltet, wird kaum je bedacht.
Seit rund einem halben Jahrhundert sorgt eine Idee für grosse Unruhe, die in früheren Phasen der Geschichte noch kaum vorstellbar war: die Idee vom kreativen Menschen. Dass in jedem Menschen ein «innerer Künstler» schlummert und es allein darum geht, «Blockaden zu lösen», um an die eigenen kreativen Potenziale heranzukommen, ist zu einem der erfolgreichsten Plots der Gegenwart geworden.- nzz.ch/meinung/

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… Bildende Kunst ist aufgrund ihrer materiellen Basis fast dazu gezwungen, den Status quo zu schmücken, zu bestätigen, zu legitimieren, zu überhöhen. Sie wird, auch wenn sie kritisch ist, kassiert oder ausgebremst und kann daher viel weniger gesellschaftlich verändernd wirken als zum Beispiel Literatur. Zudem sind Bilder im Unterschied zu Texten viel offener für Deutungen. Sie erscheinen in verschiedenen Kontexten unterschiedlich. Mitunter fällt etwas, das kritisch gemeint sein mag, in einem bestimmten Kontext nicht mehr so auf. Daher ist bildende Kunst überhaupt nicht geeignet, Widerstand zu leisten. Trotzdem tut sie sich schwer, in der Breite aufzutauchen. Eben weil sie dazu neigt, elitär zu werden…

http://derstandard.at/1385170130643/Wolfgang-Ullrich-Als-Statussymbol-unschlagbar?ref=article

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