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Posts Tagged ‘Wolfgang Pohrt’

»Im Osten bekommen die Massen des Westens vorgeführt, was ihnen selber blüht. Die Möglichkeit besteht, daß sie dies im richtigen Augenblick noch erkennen. Tatsache ist, daß die Klassenherrschaft noch nie so schwach war, wie im Augenblick ihres jüngsten Triumphes«

Das Muster des Vorgangs hat Arthur Koestler, damals Redakteur beim als anti-nationalsozialistisch geltenden Ullstein-Konzern, in einem Rückblick auf das Jahr 1931 beschrieben: »Jede Phase dieses Auflösungsprozesses spiegelte sich in der Meinungsfabrik, in der ich tätig war. Der Ton unserer Zeitungen änderte sich merklich. In der Vossischen Zeitung erschien wöchentlich eine Spalte, die Meldungen über deutsche Minderheiten außerhalb der Reichsgrenze brachte. Nicht wenige von uns hörten damals das Wort ‘Sudetendeutsche’ zum erstenmal. Es klang so hinterwäldlerisch, daß es zu einem ständigen Witz der Feuilletonredakteure wurde, zu sagen: ‘Du bist ein typischer Sudetendeutscher’. Doch die neue Spalte war nicht als Witz gedacht. Sie war das Symbol einer unbewußten Neuorientierung vom Kosmopolitismus weg zum Alldeutschtum…. Die Leitartikel wurden gespreizt, patriotisch und provinzlerisch. Es war nicht nötig, die Redakteure und Auslandskorrespondenten zu diesem Kurswechsel aufzufordern. Nachdem der Ton einmal angeschlagen war, paßten sie sich an – instinktiv und automatisch. Hätte man ihnen vorgeworfen, daß sie ihren Standpunkt geändert haben, würden sie es entrüstet und überzeugt verneint haben. … non.copyriot.com

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„Seit alle Hoffnungen der Schulkinder schon auf den von der Rente gesicherten Lebensabend zielen, seitdem hat sich der Geist der Utopie ins Hausgespenst des Altersheims verwandelt. Seitdem bestätigt sich die Lehre des oft variierten Märchens von den drei Wünschen, wonach nicht die Wunscherfüllung, sondern das Wünschen selbst die schwerste Kunst ist. Mark Twain lässt Huckleberry Finn, dem gerade in kräftigen Farben der Unterschied zwischen Hölle und Paradies geschildert worden ist, irgendwo sagen, er würde als Aufenthaltsort für die Ewigkeit vermutlich doch die Hölle bevorzugen; dort treffe man offenbar die interessanteren Leute und müsse nicht den ganzen Tag Kirchenlieder singen und hören. Die Skepsis, ob man es im Paradies, so wie die Leute es sich vorstellen, überhaupt aushalten kann, ist gegenüber dem Seniorenparadies doppelt angebracht. Die Sicherheit und Ruhe, nach der sich die modernen Menschen sehnen, ist die letzte Vorstufe zur Grabesruhe.“ – via: Peter Alexa

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