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Posts Tagged ‘Wolf Büntig’

Wolf Büntig – Motto

Die Meister sagen:

Bevor wir Menschen werden, sind wir erst Mineral, dann Pflanze,
dann Tier. Wir brauchen Beachtung auf allen vier Ebenen unseres 
Seins.

Wir brauchen Beachtung zur Bestätigung des Daseins, wie der Stein.

Wir brauchen, wie die Pflanze, Beachtung zur Anerkennung unserer
Zugehörigkeit, unserer Neigung, Wurzeln zu schlagen und in den Himmel zu wachsen …

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Wolf Büntig

Die Meister sagen: Bevor wir Menschen werden, sind wir erst Mineral, dann Pflanze, dann Tier.

Wir brauchen Beachtung auf allen vier Ebenen unseres Seins. Wir brauchen Beachtung zur Bestätigung des Daseins – wie der Stein. Wir brauchen – wie die Pflanze – Beachtung zur Anerkennung unserer Zugehörigkeit, unserer Neigung, Wurzeln zu schlagen und in den Himmel zu wachsen, der Fähigkeit, zu geben und zu nehmen, unserer Empfindsamkeit und unserer Abhängigkeit vom Klima. Wir brauchen – wie die Tiere – Beachtung unserer Bedürfnisse und Neigungen, unserer Grenzen und unserer Freizügigkeit, unserer Lust zur Paarung, Nestbau und Brutpflege. Und wir brauchen als Menschen zur Entwicklung unseres Selbstwußtseins die Wahrnehmung unseres Wesens, aus dem heraus wir selbstverständlich sagen können: Ich bin da, ich gehöre dazu, ich habe meinen eigenen Raum, ich weiß, wer ich bin – ich bin, der ich bin“.

http://www.zist.de/arbeit/frameset_arbeit_basis.html


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Vor einiger Zeit war ich zu einer eigenartigen Aufgabe eingeladen. Eine Studiengruppe hatte Fachkräfte unterschiedlicher Berufsgruppen Informationen über die Alzheimersche Krankheit und die von ihr betroffenen Menschen zusammentragen lassen. Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, Angehörigenvertreter und so weiter, sammelten Informationen über diese für uns so unheimliche Krankheit, die manche gar nicht für eine Krankheit halten, sondern für eine Alterserscheinung, mit der wir zurechtkommen lernen müssen. Diese Informationen wurden gesammelt, in kleinen Gruppen aufgearbeitet und in Kurzreferaten den Tagungsteilnehmern mitgeteilt. Meine Aufgabe war, mir die unterschiedlichen Referate anzuhören, um zum Abschluss eine Aussage zu machen, die über das Vorgetragene hinauswies.

Ich war etwas zu früh dran und hatte Zeit, mich für eine Weile in die Kirche zu setzen, in deren Gemeindehaus die Tagung stattfand. Nach einer Weile der Sammlung fiel mein Blick auf ein Bild, das im Umgang des Kirchenschiffs hing und meine Aufmerksamkeit unwiderstehlich anzog. Als ich näher kam, sah ich, dass dieses Bild ein Teil einer Reihe von großen Bildern war, die mich ansprachen, meine Aufmerksamkeit bannten, mich fesselten. Zumeist mit kraftvollen Balkenstrichen gemalt, waren sie Zeichen – aber wofür? –, ja sogar persönliche Aussagen – aber von wem und worüber? Je länger ich die Bilder betrachtete, umso deutlicher wurde mir, dass es nicht die Bilder waren, die mich ansprachen, sondern eine Person. Jemand sprach zu mir durch diese Bilder > www.zist.de – www.kunst-trotzt-demenz.de

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Wolf Büntig_Leere

Ohne ein Wissen um das Wesen bleiben wir oft in unserem Hunger nach Wesentlichem in einer undefinierten Sehnsucht hängen, die ungestillt bleibt, wie jeder fehlgedeutete Hunger. In dieser Situation versuchen wir dann vergeblich, den Mangel zu kompensieren: Den Verlust des süßen Gefühls, lebendig zu sein, durch Sucht nach Süßem; den Verlust des Selbstwerts durch Geltungssucht, den Mangel an wesentlichem Kontakt durch Beziehungssucht, den Verlust der Lebenslust und der Fähigkeit, mit der Welt zu verschmelzen, durch süchtigen Konsum von Sex; mangelnde Selbstwahrnehmung durch Beachtungssucht, den Mangel an sinnvollem Tun durch Arbeitswut, Fehlen von kreativem Ausdruck durch Leistung und Verlust der Stille durch Betäubung.

Fritz Perls sagte, der neurotische, das ist der normale, konditionierte Mensch, habe Löcher in seiner Persönlichkeit. Und in der Tat ist es so, wenn wir unsere Ersatzhandlungen mit freundlicher Aufmerksamkeit beobachten, wir früher oder später bei dem großen schwarzen Loch landen, das als Zeichen von Depression, d.h. Selbstunterdrückung gedeutet wird: der Leere.

Diese Leere ist das Tor zur Fülle. Hier liegt eine große Chance, die diejenigen immer wieder vertun, die der Angst Macht über sich einräumen – und wer täte das nicht – und vor dem Loch davonrennen so schnell sie können, zurück zu ihren unwesentlichen Ersatzhandlungen. Wer aber – durchaus mit Angst, aber auch mit Mut – beharrlich und aufmerksam bei diesem Loch verweilt, dem mag es geschehen, das die Zeit ganz Gegenwart wird und sich ein Raum auftut, der – je länger sie dabei bleiben, umso wahrscheinlicher – sich füllt mit dem, woran sie sich selbst wiedererkennen.

Auf einmal sind sie dann einfach da, allein aber nicht einsam, sondern auf merkwürdige Weise verbunden. Oder sie empfinden Zuversicht, entschlossen, ihren Weg zu gehen, selbst wenn sie noch nicht klar sehen, wohin der führt. Oder sie kommen in Kontakt mit einer Kraft, manchmal wahrgenommen als leuchtende Kugel im Bauch, von der sie nichts wußten und die sie doch als zugehörig annehmen. Oder sie spüren Entschlossenheit, das Notwendige (das ist, was die Not wendet) zu tun, auch wenn ihnen noch verborgen ist, was sie zu tun haben. Für manche erscheint, nachdem sie sich der Dunkelheit lange genug ausgesetzt haben, die Welt in diesem Moment deutlicher, klarer oder heller, oder aber auch farbiger und weicher. Und vielleicht sagen sie dann einfach nur: “Ach so!”


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Das Bedürfnis nach Beachtung wird in der psychologischen Literatur bisher weitgehend vernachlässigt. Das für mich Brauchbarste, was ich zu diesem Thema gelesen habe, fand ich bei Idries Shah in seinem Buch „Wege des Lernens“ im Kapitel ‚Characteristics of Attention and Observation‘. Die Psychoanalyse beschäftigt sich zwar mit diesem Thema in der Objektbeziehungstheorie, doch auf einem abgehobenen, theoretischen Niveau, das die Gegebenheit eines wirklichen Bedürfnisses eher verschleiert als erhellt, z. B.durch die unglückliche Formulierung ‚gesunder Narzissmus‘. Interesse am eigenen Körper und der eigenen Person ist Voraussetzung für Überleben, für Wohlbefinden und für Selbstkenntnis und so gesund wie der Durst für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt; der Narzissmus hingegen bezeichnet die krankhafte Selbstverliebtheit. Gesunder Narzissmus ist eine ebenso sinnlose Bezeichnung wie gesunder Alkoholismus.

Ich folge in meiner Einschätzung Idries Shah: Das Bedürfnis nach Beachtung wirkt in praktisch allen zwischenmenschlichen Begegnungen. Alles, was Menschen miteinander tun – sei es geben und nehmen, verkaufen und kaufen, führen und folgen, lehren und lernen, predigen und horchen usw. – dient dem Austausch von Beachtung. Je bewusster das Bedürfnis nach, der Austausch von und der Umgang mit Beachtung ist, desto größer sind die Chancen, daß wir in einer Begegnung außer Austausch von Beachtung auch noch anderes bewirken können.

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