Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘W. G. Sebald’

                Film von Stan Neumann nach „Austerlitz“ von W. G. Sebald. https://www.wgsebald.de/filmAusterlit…

Read Full Post »

Im August 1861, nach Monaten der Unentschlossenheit, dämmerte der Kaiser Hsien-feng im Exil von Jehol dem Ende seines kurzen, von Ausschweifungen zerstörten Lebens entgegen. Das Wasser war ihm aus dem Unterleib bereits bis ans Herz gestiegen, und die Zellen seines allmählich sich auflösenden Körpers trieben in der aus den Blutbahnen in sämtliche Zwischenräume des Gewebes einsickernden salzigen Flüssigkeit wie die Fische im Meer. Mit flackerndem Bewußtsein erlebte Hsien-feng die Invasion der Provinzen seines Reiches durch fremde Mächte auf exemplarische Weise an den eigenen absterbenden Gliedern und in den von giftigen Stoffen überfluteten Organen. Er selber war nun die Walstatt, auf der sich der Niedergang Chinas vollzog, bis daß am 22. des Monats die Schatten der Nacht sich über ihn legten und er vollends versank im Delirium des Todes.

https://www.wgsebald.de/hsien/hsien.html

Read Full Post »

Im Januar 1632 … wurde im Amsterdamer Waagebouw eine öffentliche Prosektur vorgenommen an der Leiche des wenige Stunden zuvor wegen Diebstahls gehenkten Stadtgauners Adriaan Adriaanszoon alias Aris Kindt. … spektakulären, von Rembrandt in seiner Porträtierung der Chirurgengilde festgehaltenen Ereignis …, zumal die alljährlich in der Tiefe des Winters stattfindende anatomische Vorlesung des Dr. Nicolaas Tulp … ein bedeutendes Datum im Kalender der damaligen, aus dem Dunkel, wie sie meinte, ins Licht hinaustretenden Gesellschaft gewesen ist. Zweifellos handelte es sich bei dem vor einem zahlenden Publikum aus den gehobenen Ständen gegebenen Schauspiel einesteils um eine Demonstration des unerschrockenen Forschungsdrangs der neuen Wissenschaft, andernteils aber, obzwar man das sicher weit von sich gewiesen hätte, um das archaische Ritual der Zergliederung eines Menschen, um die nach wie vor zum Register der zu verhängenden Strafen gehörende Peinigung des Fleisches des Delinquenten bis über den Tod hinaus.

https://www.wgsebald.de/anatomie.html

Read Full Post »

Ein kurze Einführung in das Werk des großen W. G. Sebald – Hier das umfangreiche W.G.Sebald-Forum: https://www.wgsebald.de/

Read Full Post »

Ansichten aus dem Leben und Sterben des Immanuel Kant

Es ist das einzige Drehbuch, das W.G. Sebald geschrieben hat. Aber dieser Film wurde nie gedreht, das Skript bisher nicht veröffentlicht. „Jetzund kömpt die Nacht herbey“ ist die Übersetzung eines imaginären Films in ein Hörspiel. Sebald, Meister der dokumentarischen Fiktion, wirft Schlaglichter auf das Leben des Philosophen Immanuel Kant. Es ist ein Blick hinter die Kulissen – die Kulissen des großen Werks, der großen Gedanken und ihrer Zeitlosigkeit. Denn Kant, Inbegriff des kritischen Denkens und der reinen Vernunft, kämpft in Sebalds Drehbuch zeit seines Lebens gegen die eigene Vergänglichkeit. „Was ist der Mensch?“ fragte Kant. „Jetzund kömpt die Nacht herbey“ erzählt von dem Menschen, an dem seine eigene Natur ihren Prozess macht: Ansichten aus dem Leben und Sterben des Immanuel Kant. Dabei wird unter Sebalds Blick die Schwäche und die Angst vor dem körperlichen Verfall gerade zur treibenden Kraft des Denkens.

Read Full Post »

Verlust und verschwindende Welten, Kriege und Krisen waren zentrale Themen des deutschen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers W.G. Sebald.

Winfried Georg Sebald, 1944 im Allgäu geboren, lehnte seine Vornamen als „Nazi-Namen“ ab und ließ sich lieber Max nennen. 1966 wanderte er nach England aus, wo er später an der Universität von East Anglia lehrte, bis er 2001 im Alter von 57 Jahren bei einem Autounfall starb. Sebald, der erst Ende der 80er-Jahre als Lyriker und Erzähler hervortrat und seine Bücher mit eigenen und gefundenen Fotos illustrieren ließ, war für den Literaturnobelpreis nominiert. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller des späten 20. Jahrhunderts. „Es ist tatsächlich so, dass man trotz aller Katastrophen annehmen muss, dass hinter der nächsten Ecke irgendwelche Wunder sind, mit denen wir nicht gerechnet haben. Deshalb meine ich, dass die Haltung eines Apokalyptikers die verkehrte ist“, sagte Sebald.

Startseite

Read Full Post »

Wer nach langer Zeit nach Hause kommt, landet oft genug erst recht in der Fremde. Diese Erfahrung ist eines der grossen Themen des deutschen Dichters W.G. Sebald gewesen. Aus einer seiner persönlichsten Erzählungen ist nun ein Hörspiel entstanden: «Il Ritorno in Patria».

Ein Ausgewanderter kehrt nach 30 Jahren zurück in seine Heimat, ins kleine Allgäuer Dorf Wertach. Er will überprüfen, «ob das, was in meiner Fantasie von diesem Ort noch existiert, tatsächlich auffindbar ist». Einzig seiner Schulfreundin Anna gibt er sich zu erkennen, sie lebt noch immer im gleichen Haus wie damals. Gemeinsam beschwören die beiden die Welt der Kindheit, und der Besuch gerät zur Reise ins Totenreich. – srf.ch

Read Full Post »

Von Ulrich Schäfer-Newiger: Anno 2007 im März habe ich ohne erinnerten Anlass in einem Münchner Buchladen, von dem ich nicht einmal mehr weiß, welcher es war, ein Buch gekauft. Ich nahm es von einem entlegeneren Bücherstapel und bezahlte es an der Kasse, ohne überhaupt hineingesehen zu haben, so dass ich keinerlei Kenntnis hatte von dem mir sonst immer wichtigen ersten Satz noch von den in den Text hinein verstreuten schwarz-weißen Fotos. Der Name des Autors, den ich irgendwo schon einmal gehört hatte, den Zusammenhang aber hatte ich vergessen, sagte mir nichts und was er schrieb, davon hatte ich keinerlei Vorstellung. Auch der Titel Die Ringe des Saturn ließ mich an nichts denken. –

Die Ringe des Saturn habe ich gelesen an einem Stück. Schon auf der ersten Seite bin ich ergriffen worden von einer zunächst kaum merklichen, dann immer stärker werdenden Kraft, oder besser von einem Sog. Denn ich fühlte mich immer tiefer hin- ein- und hinabgezogen in ein mir bis dahin unbekanntes gedankliches Sprachenland, in einen mir bis dahin unbewusst gewesenen, tatsächlich in meinem Innersten aber längst zerstörerisch wirkenden Gefühls- und Geisteszustand, in eine fahle, graue englische, verfallende Landschaft.torsolit.de

 

Read Full Post »

via: Selbstleser@Selbstleser

W. G. Sebald (18. Mai 1944 – 14. Dezember 2001): Austerlitz (… unbefangenes Lesen in diesen Zeiten? Unmöglich!)

Read Full Post »

Older Posts »