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Posts Tagged ‘textlog.de/’

Die innere Notwendigkeit ist es, auf die alles zuletzt ankommt, sie verteilt die Farben, Formen und Gewichte, sie trägt die Verantwortung auch für das gewagteste Experiment. Sie allein ist die Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Urgrund der Bilder. In ihr dokumentieren sich die drei Elemente, aus denen das Kunstwerk besteht: Zeit, Persönlichkeit und Kunstprinzip. Sie bildet den Hauptklang, von dem die Nebenklänge sich abheben. Sie ist das letzte Tor, das der anstürmende Künstler nicht mehr zu zerbrechen fähig ist. Und selbst von ihr, der Form seiner Werke, sagt Kandinsky: »Der Geist schafft eine Form und geht zu weiteren Formen über« und ein andermal: »Nicht der neue Wert ist das wichtigste, sondern der Geist, welcher sich in diesem Werke offenbart hat. Und weiter die für die Offenbarungen notwendige Freiheit.« So wird ihm jedes Werk »Kind seiner Zeit und Mutter der Zukunft.« Indem er den Klang, die Essenz eines Dinges bis ins Innerste verfolgt, läßt er ihm zugleich den weitesten Spielraum.

https://www.textlog.de/39029.html

Und: http://www.zeno.org/Literatur/M/Ball,+Hugo/Schriften/Kandinsky/3.+Die+Pers%C3%B6nlichkeit

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Kandinsky ist Russe. Die Idee der Freiheit ist bei ihm sehr ausgeprägt, auf das Gebiet der Kunst übertragen. Was er über Anarchie sagt, erinnert an Sätze von Bakunin und Krapotkin. Nur daß er den Freiheitsbegriff ganz spirituell auf die Ästhetik anwendet. Im »Blauen Reiter« über die Formfrage schreibt er: »Anarchie nennen viele den gegenwärtigen Zustand der Malerei. Dasselbe Wort wird schon hier und da auch bei der Bezeichnung des gegenwärtigen Zustands in der Musik gebraucht. Darunter versteht man fälschlich ein planloses Umwerfen und Unordnung. Die Anarchie ist aber Planmäßigkeit und Ordnung, welche nicht durch eine äußere und schließlich versagende Gewalt hergestellt, sondern durch das Gefühl des Guten geschaffen werden.« Dieses »Gefühl des Guten« oder die »innere Notwendigkeit« ist das einzige und letzte Schaffensprinzip, das er anerkennt. Die »innere Notwendigkeit« allein gibt der freien Intuition Grenzen, die innere Notwendigkeit bildet die äußere, sichtbare Form des Werkes.

https://www.textlog.de/39029.html

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Es gab eine Zeit, in der ich Tag um Tag in eine Kirche ging, denn ein Mädchen, in das ich mich verliebt hatte, betete dort kniend eine halbe Stunde am Abend, unterdessen ich sie in Ruhe betrachten konnte.

Als einmal das Mädchen nicht gekommen war und ich unwillig auf die Betenden blickte, fiel mir ein junger Mensch auf, der sich mit seiner ganzen mageren Gestalt auf den Boden geworfen hatte. Von Zeit zu Zeit packte er mit der ganzen Kraft seines Körpers seinen Schädel und schmetterte ihn seufzend in seine Handflächen, die auf den Steinen auflagen…,.. https://www.textlog.de/31992.html

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Als es schon unerträglich geworden war — einmal gegen Abend im November — und ich über den schmalen Teppich meines Zimmers wie in einer Rennbahn einherlief, durch den Anblick der beleuchteten Gasse erschreckt, wieder wendete, und in der Tiefe des Zimmers, im Grund des Spiegels doch wieder ein neues Ziel bekam, und aufschrie, um nur den Schrei zu hören, dem nichts antwortet und dem auch nichts die Kraft des Schreiens nimmt, der also aufsteigt, ohne Gegengewicht, und nicht aufhören kann, selbst wenn er verstummt, da öffnete sich aus der Wand heraus die Tür,…

https://www.textlog.de/3883.html

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Darwinismus

Auf die physiologischen Rätsel und Widersprüche der Vererbung ist man erst dadurch aufmerksam geworden, dass Darwin die Vererbung als eine einfache und bekannte Tatsache hinnahm und auf die Vererbung erworbener Eigenschaften seine ganze wertvolle Hypothese aufbaute; die Kritiker Darwins haben sich mit der Auflösung dieser Rätsel abgequält, ohne Grund, weil der kluge Darwin den Anfang der ganzen Entwicklung gar nicht untersuchte, gelegentlich auch dem Schöpfer anheimstellte. Die Kritiker Darwins hätten sich die Mühe sparen können, weil an der Tatsache der Vererbung gar nicht zu zweifeln ist; nicht nur unter Tauben und unter Pferden und unter Rosenvarietäten, sondern auch unter den Menschen sehen wir deutlich angeborene und erworbene Eigenschaften sich fortpflanzen… textlog

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In unseren Lesebüchern stand die Fabel vom alten Mann, der auf dem Sterbebette den Söhnen weismacht, in seinem Weinberg sei ein Schatz verborgen. Sie sollten nur nachgraben. Sie gruben, aber keine Spur von Schatz. Als jedoch der Herbst kommt, trägt der Weinberg wie kein anderer im ganzen Land. Da merken sie, der Vater gab ihnen eine Erfahrung mit: Nicht im Golde steckt der Segen sondern im Fleiß. Solche Erfahrungen hat man uns, drohend oder begütigend, so lange wir heranwuchsen entgegengehalten: »Grüner Junge, er will schon mitreden.« »Du wirst’s schon noch erfahren.« Man wußte auch genau, was Erfahrung war: immer hatten die älteren Leute sie an die jüngeren gegeben. In Kürze, mit der Autorität des Alters, in Sprichwörtern; weitschweifig mit seiner Redseligkeit, in Geschichten; manchmal als Erzählung aus fremden Ländern, am Kamin, vor Söhnen und Enkeln. — Wo ist das alles hin? Wer trifft noch auf Leute, die rechtschaffen etwas erzählen können? textlog.de

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Wenn ihr bisher an den höchsten Wert des Lebens geglaubt habt und euch nun enttäuscht seht, müsst ihr es denn jetzt zum niedrigsten Preise losschlagen?

http://www.textlog.de/20306.html

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Altruismus (von alter, der andere): Gegensatz zum Egoismus (s. d.), zur Selbstsucht, bedeutet Uneigennützigkeit, Denken an und Handeln für anderer Wohl, Selbstaufopferung im Sinne des Christentums. Auch SENECA erklärt: »alteri vivas oportet, si vis tibi vivere« (Ep. 48, 2; vgl. 60, 4). Der Terminus »Altruismus« stammt von COMTE, der im Altruismus die Bedingung aller Kultur und Sittlichkeit erblickt. Den Altruismus als ethisches Prinzip vertreten in verschiedener Weise CUMBERLAND, SHAFTESBURY, … – H. SPENCER nennt altruistisch jede Handlung, »welche im normalen Verlauf der Dinge anderen Nutzen schafft statt dem Handelnden selbst«

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Obst ist eine süße, säuerliche Sommerfrucht, welche fast durchgehends saftig, daher erquickend, kühlend und durstlöschend ist. Manchem Fieberkranken gewährt das Obst eine treffliche Nahrung, indem es der Fäulnis der Säfte widersteht, auch, die Schärfe der Galle und die Fieberhitze mindert. Je reifer das Obst ist, desto süßer und schmackhafter ist es. Nur ein solches Obst ist, mäßig genossen, dem Magen dienlich; denn nach dem Genüsse des unreifen oder nach dem übermäßigen des reifen Obstes entstehen oft Leibschmerzen, Blähungen und Durchfälle, besonders wenn es sauer ist und in Gärung übergeht. Hales fand, dass ein Apfel einen Raum voll Luft enthält, der bei einem gedoppelten Druck des Luftkreises 480 Mal größer ist, als der Apfel, woraus das Blähende des Obstes erklärbar wird. —

Am besten bekommt das Obst hitzigen, feurigen Personen mit guter Verdauungskraft. Diese können es gleich nach der Mahlzeit genießen. Anderen bekommt es am besten, wenn sie es allein essen, indem es dann besser verdauet wird. Schwache Personen müssen während oder gleich nach dem Obstgenuss etwas Branntwein oder Wein trinken. Schwächliche Kinder mit blassem aufgedunsenem Ansehen und schlechten Säften, die an Skrofeln und englischer Krankheit leiden, desgleichen Hypochonder, hysterische und bleichsüchtige Frauenzimmer, dürfen wenig oder gar kein Obst essen.- textlog.de

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