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Eine Lange Nacht über die Schriftsteller Primo Levi und Jean Améry – Von Christoph Piorkowski

Nicht mehr lange, dann werden die letzten Zeugen des Holocaust für immer verstummt sein. In einer Zeit, da die Shoah von verschiedenen Seiten her relativiert wird, kommt dem Genre der Lagerliteratur eine besondere Bedeutung zu. Viele Überlebende haben von Auschwitz unisono als einem „Schwarzen Loch“ der menschlichen Zivilisation gesprochen. Dennoch haben die „Barackengenossen“ Jean Améry (1912-1978) und Primo Levi (1919-1987) aus ihren Erfahrungen gegensätzliche Schlüsse gezogen – und gerieten darüber nach der Befreiung gar in einen öffentlichen Streit. Während den italienischen Juden Primo Levi die Niederschrift seiner „grausigen Erinnerungen“ erleichtert, wird der von den Nazis zum Juden gemachte Österreicher Jean Améry in seinem Leben nicht mehr heimisch. In „Jenseits von Schuld und Sühne“ beschreibt er, wie die Tortur dauerhaft in ihn eingedrungen ist. Levi sucht einen Sinn in der Hölle – Amérys Weltvertrauen ist dauerhaft zerstört.

https://www.holocaustliteratur.de/deutsch/Erzaehlen-vom-Unaussprechlichen-Eine-Lange-Nacht-ueber-Primo-Levi-und-Jean-Amery-Dreistuendiges-Feature-im-Deutschlandfunk-von-Christoph-David-Piorkowski-3123/

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Krieg in der Ukraine – Die Zukunft der Demokratien steht auf dem Spiel

Gespräch mit Vittorio Hösle

Der in den USA lebende und lehrende Philosoph Vittorio Hösle hat schon früh gemahnt und gewarnt: Die Welt stehe vor neuen entscheidenden Konflikten für die Zukunft der Menschheit. Einerseits sei der Westen in einer existenziellen Krise, man erlebe einen Zusammenbruch dessen, worauf das Abenteuer des demokratischen Rechtsstaats basiere. Andererseits arbeite Russland schon lange und sehr zielstrebig auf einen „Triumph der autokratischen Systeme“ hin. Genau das zeigt jetzt der Krieg gegen die Ukraine auf dramatische Weise. Was kann der Westen tun, wie soll er auf die neue Weltordnung reagieren?

Ralf Caspary im Gespräch mit Professor Vittorio Hösle.

Sendung am Sonntag, 20.3.2022 um 8:30 Uhr, SWR2 Wissen

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Bayern 2 – Samstag, 5. März 2022 um 15:05 Uhr, (angekündigte Länge: 74:30)

Der 1982 gestorbene Schriftsteller Heinar Kipphardt stützte sich in seiner Erzählung ‚Der Deserteur‘ auf authentische Geschehnisse, die er jedoch – anders als in seinen Dokumentarstücken – in eine fiktive Form kleidete. Auch hier steht sein lebenslanges Thema im Vordergrund: Der Glaube an eine Veränderbarkeit der Welt und die Überzeugung, daß es Aufgabe des Schriftstellers sei, an der Veränderung mitzuwirken.

Valerie Stiegele hat Kipphardts Erzählung mit Notizen und weiteren Materialien aus dem Nachlaß zu einer Hörspielszenerie verarbeitet, die die Vorgänge in einem deutschen Konzentrationslager während des Zweiten Weltkriegs beschreibt. Im Zentrum steht die Einrichtung einer professionellen Fälscherwerkstatt, die Pässe und Devisen für Nazigrößen herstellte. Ihr Erfinder, Hauptsturmführer Max Halske, konzipierte die Werkstatt als ein nach modernsten betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten organisiertes Wirtschaftsunternehmen. Seine „Fachkräfte“ wurden aus den Gruppen der KZ-Häftlinge rekrutiert und mit besonderer Behandlung „belohnt“, um optimale Arbeitsergebnisse zu erzielen. Eine Verquickung von Profitkalkulation und Menschenvernichtung, wie sie zynischer kaum vorstellbar ist. Gegenspieler des „Pflichtmenschen“ Max Halske ist Alfred Härtl, ein wegen seiner Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei ins KZ gekommener Schriftsteller, der das Lager zwar überlebte, aber nach Kriegsende an seinen bisherigen revolutionären Idealen verzweifelt.

http://www.xn--hrdat-jua.de/index.php?aktion=suche&dat=2022-03-05

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Pier Paolo Pasolinis (1922-1975) Wirken als passionierter Volksschullehrer und junger Kommunist im italienischen Landstädtchen Casarsa della Delizia nach Kriegsende währte nur kurz: Nach dem öffentlichen Bekanntwerden seiner Homosexualität wurde er als Lehrer suspendiert und wegen „bürgerlicher Verkommenheit“ aus der Kommunistischen Partei Italiens ausgeschlossen. Seine Nähe zu den einfachen Leuten, zum Milieu der Vorstädte hat sein künstlerisches Leben seither bestimmt, das Zugang zu den Tiefen seiner Seele suchte. In der Spannung zwischen ungezähmter Sinnlichkeit und moralischem Denken, zwischen lyrischer Nostalgie und scharfem politischem Blick erkundete Pasolini als „Dichter der Asche“ auch Indien und Afrika. In der von ihm geliebten neuen alten Dritten Welt widerspiegelt sich das dunkle Herz des Lebens, das Ewige und die Zukunft. Am Strand von Ostia im Jahr 1975, in der Nacht von Allerheiligen auf Allerseelen wurde Pier Paolo Pasolini ermordet. In einer Zeitreise spürt diese Lange Nacht den Lebensstationen eines außergewöhnlichen Künstlers, des gefeierten und umstrittenen Dichters, Schriftstellers und Filmregisseurs nach. (Hördat)

There’s honey in the hollows And the countours of the body A sluggish golden river A sickly golden trickle A golden, sticky trickle You can hear the bones humming And the car reverses over The body in the basin In the shallow sea-plane basin…

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Deutschlandfunk – Mittwoch, 2. März 2022 um 22:03 Uhr

Die vereinigten Staaten von Europa haben der „europäischen Rechten“ ein eigenes Gebiet überlassen – das Neuland. Hier verliert sich Lotte Weimer, die von einer wilden Katze gebissen wurde und nun unfreiwillig zum Forschungsgegenstand wird.

Eine nicht allzu weit in die Ferne fantasierte Zukunft: Die Vereinigten Staaten von Europa haben der „europäischen Rechten“ einen Landstrich zur Selbstverwaltung überlassen – das Neuland. Lotte Weimer, auf Dienstreise in Neuland unterwegs, wurde von einer streunenden Katze gebissen. War das Tier mit Tollwut infiziert? Im Schlepptau der Soziologin Dr. Anke-Tine Verhörn, deren Institut in Neuland eine Forschungs-Datsche unterhält, macht sich Lotte auf die Suche nach dem Tier. Denn wenn die Katze noch lebt, ist alles gut. Es wird eine Reise zwischen die Fronten von Paranoia und Realität. „Once you agree to the concept of fact, you already been fucked“. Momente der Erdung liefert der ehrliche Folk Soundtrack.

https://www.hoerspielundfeature.de/hoerspiel-ueber-fake-und-fakt-freak-volk-100.html

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WDR 5 – Schon vor 1945 überlegten die Amerikaner wie man den autoritätshörigen Deutschen die Demokratie beibringen könnte. In Reeducation-Trainings schulten sie eine Diskussionskultur, aus der auch die deutsche Nachkriegsliteratur hervorging. Wenn ein politisches System seine Macht verliert und aus einer Diktatur eine Demokratie wird, was passiert dann mit der Kultur, mit den Medien und den Kommunikationsformen? Müssen sich nur die Institutionen ändern oder auch die Menschen?

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Deutschlandradio Kultur. Er wurde Ende des 19. Jahrhundert in das Berliner Großbürgertum hineingeboren. In der großspurig-selbstverliebten Welt des Wilhelminismus verlebte der kleine Ludwig eine unbeschwerte Kindheit, umgeben von einer jüdischen Großfamilie, als einziger Sohn des Fabrikanten Marcuse „maßlos verwöhnt“, ein eigenwilliger „Kronprinz“, dem große Freiheiten zugestanden wurden. Die politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts zerstörten das Kindheitsidyll nachhaltig. Nach dem Ersten Weltkrieg starb der Vater, das Vermögen verschwand in den Krisen der 20er Jahre. „Was wird man, wenn man nicht gelernt hat zu parieren? Freier Schriftsteller!“ Ludwig Marcuse schrieb Theaterkritiken und Essays, philosophische Bücher über Glück und Unglück, Porträts, Polemiken, Biographien zu Heinrich Heine, Ignatius von Loyola, Richard Wagner, Ludwig Börne …

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Essay und Diskurs 

Von Anfang an beherrschten Autorinnen wie Agatha Christie, Dorothy Sayers oder Patricia Highsmith das Mordgeschehen in der Literatur. Doch die Rolle der Frauen im Kriminalroman selbst war begrenzt. Sie gaben die schöne Leiche, die shady lady oder die strickende Amateurdetektivin. Heute ermitteln Kommissarinnen ebenso smart und hartgesotten wie ihre männliche Kollegen. Wozu braucht es also den feministischen Kriminalroman? Welche Verbrechen werden darin geahndet? Und mit welchen Waffen? Eine essayistische Ermittlung von Thekla Dannenberg.

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Zum 100. Geburtstag von H.C. Artmann. Tom Parker ist ein Meisterdetektiv, dem keiner das Wasser reichen kann. Schlagfertig, charmant und scharfsinnig löst er jeden Fall.

  • Unterstützt wird Tom Parker von seinem treuen Butler James, der ebenso formvollendet Whisky kredenzt wie er geistesgegenwärtig Gefahren begegnet. Denn Genie erweckt nicht nur Bewunderung, und ein begnadeter Meisterdetektiv macht sich auch mächtige Feinde. So etwa Lyford Pemberton, einen gewieften Bösewicht, der sich hinter zahlreichen Masken verbirgt und eine Gefolgschaft düsterer Gestalten der Unterwelt befehligt.

    Mit diebischem Vergnügen betreibt H.C. Artmann in seiner Geschichte künstlerische Camouflage und spielt mit den typischen Figuren, den haarsträubenden Ereignissen und unglaublichen Wendungen der klassischen Detektiv-Geschichte.

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