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Posts Tagged ‘Tagebuch’

1914 wurde Etty Hillesum in einer jüdischen Familie in den Niederlanden geboren. Sie war sehr begabt und studierte später Slawistik und Psychologie. Ihr Wunsch war es, Schriftstellerin zu werden. 1941 traf sie den aus Deutschland geflohenen jüdische Chiropsychologen Julius Spier, der ihr spiritueller Lehrer wurde. – hier

Ettys Tagebuch ist das Dokument einer inneren Entwicklung. Es geht auf und ab und in kleinen Schritten voran:

17. Juni 1942: Es scheinen solche Kleinigkeiten, aber es kostet erst mal ein Stück Kampf und Selbsterziehung, bevor Dinge aus der Theorie durch Disziplin und Konkretisierung in den Alltag übergehen. Zum Beispiel abends rechtzeitig und ohne zu viel Widersinn vom Tag Abschied nehmen und nicht noch stundenlang durch irgendwelche Bücher blättern oder durchs Haus laufen aus reiner Unruhe und Unzufriedenheit mit der Tagesleistung. Früher war das oft so. Dann erwartete ich am letzten Moment noch ein Wunder, dass den Tag zu etwas Besonderem machen würde. Ein P.S., in dem alles stehen würde, was dem Tag selbst fehlte. Nun ist das nicht mehr so stark, nur noch ab und zu. Früher waren für mich die Übergänge viel abrupter, vom Tag zur Nacht, von der Arbeit zum Nichtstun, vom Alleinsein zum Zusammensein mit anderen, das ging alles ruckartig. Nun gleitet alles eher ineinander über, weil ein innerer Rhythmus entstanden ist, der der meine und nur der meine ist.

Am 7. September 1943 wurden die Hillesums in Viehwagen nach Auschwitz abtransportiert, wo sie kurz darauf vergast wurden.

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Die Wissenschaft der Neuropsychologie hat inzwischen bewiesen, was J. C. Powys und andere lange vorher intuitiv erkannt hatten: dass das Individuum eine nahezu vollkommene Erinnerung an alle Erfahrungen besitzt, die unauslöschlich seinem Nervensystem eingraviert ist, und dass diese schlummernden „Erinnerungsspuren“ durch Zustände ungewöhnlicher Aufregung oder Enthemmung geweckt werden können. Die Wiedererweckung dieser Erinnerung ist ein Einsammeln, eine erneute Inbesitznahme unserer versprengten, in der Vergangenheit verstreuten Ichs. Powys aber ging noch viel weiter. Er glaubte daran, dass die gesamte planetarische Erinnerung der Menschheit in einem einzelnen, einsamen Geist vorhanden ist.

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… hat inzwischen bewiesen, was J. C. Powys  und andere lange vorher intuitiv erkannt hatten: dass das Individuum eine nahezu vollkommene Erinnerung an alle Erfahrungen besitzt, die unauslöschlich seinem Nervensystem eingraviert ist, und dass diese schlummernden „Erinnerungsspuren“ durch Zustände ungewöhnlicher Aufregung oder Enthemmung geweckt werden können. Die Wiedererweckung dieser Erinnerung ist ein Einsammeln, eine erneute Inbesitznahme unserer versprengten, in der Vergangenheit verstreuten Ichs. Powys aber ging noch viel weiter. Er glaubte daran, dass „die gesamte planetarische Erinnerung der Menschheit in einem einzelnen, einsamen Geist vorhanden ist.“

(Seite 15, Tagebuch. Einleitung von Morine Krissdottir)

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bestand aus zahlreichen Ichs, jedes Ich aber besaß eine merkwürdige unbegrenzte Durchsichtigkeit. Die Masken, die zu tragen wir alle auf schmerzhafte Weise lernen, erkannte er niemals an. Er nannte sich einen „eisbedeckten Stein.“. Viel eher war er ein „harter Kristall“, der gewundene, verschlungene, von unbekannten Kräften gewirkte Linien und Ritzen in sich beschließt, die, ohne sich zu berühren, miteinander verbunden sind, so dass das Innere des Quarzes zu einer Welt silberner und regenbogenfarbener Lichtbrechungen wird… (Seite 17, Tagebuch. Einleitung von Morine Krissdottir)

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