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Posts Tagged ‘Sprache’

Vor dem Essen sollen die Kinder sich die Hände waschen. “Meine Hände sind sauber”, sagt Tamasin. “Das ist anzunehmen”, sagt der Vater, “Sie haben ja auch nicht viel geleistet”. So kann das Selbstverständliche immer zur Schuld werden. “Warum machst du, dass Dinge, an denen nichts Böses ist, so klingen, als ob sie böse wären?” fragte einer der Söhne den Vater und bringt damit auf den Begriff, worin dessen Macht eigentlich besteht: in einem absoluten Deutungsmonopol, in dem sich alle zu unterwerfen haben. Das ist der Punkt, auf dem es bei Ivy Compton-Burnett ankommt: Die Gewalt, die sie darstellt, ist nicht so sehr eine der Taten, sondern eine der Worte.

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„In niez bog-zarad“, sagt man auf Persisch: „Dies wird auch vorbei gehen“, aber was, wenn es nicht vorbei geht? Was, wenn die Erlebnisse einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Tages andauern? Was, wenn sie zu einem Raum werden? Einem Raum, in dem die Sinne und Dinge herausgeschnitten sind aus ihrem Kontext. In dem die Erinnerungen ein Eigenleben aus früheren Zeiten führen. Dorthin kehrt auch die Erzählerin dieses Features immer wieder zurück. Sie kehrt zurück um sich mühelos an sich selbst erinnern zu können. Sie ist eine Entwurzelte. Eine Erzählerin. Für sie wird eine Badewanne mal zu einem Topf Suppe voller Deutscher Worte, die sie täglich zu sich nimmt. Und mal zum Meer. Süßwasser wird salzig. Wie damals, wie am Kaspischen Meer. Dieses Meer nimmt sie immer wieder in sich auf. Wenn sie Heimweh hat. Wenn die Suche nach Identität sie in die geborgene Zeit ihrer Kindheit zurückführt. Als sie sich trotz Krieg und Unsicherheit am Kaspischen Meer geborgen fühlte. Was gab ihr damals die Sicherheit und Geborgenheit, die sie jetzt vermisst? War es das Salz des Meereswassers? Oder die Großmutter am Strand mit dem Zimt-Gebäck? So sitzt sie in ihrer Meeresbadewanne und gibt dem Wasser Salz.

https://www.hoerspielundfeature.de/ankommen-in-der-deutschen-sprache-zimt-riecht-auf-der-100.html

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Von Werner Schäfer

„In fünfzig Jahren gibt es kein Deutsch mehr“ – diese düstere Prophezeiung stammt von einem Ägypter, der an der Kairoer Universität Germanistik studiert hatte und nun deutsche Touristen durch sein Heimatland führte. Das Deutsche war für ihn, angesichts des Ansturms der Anglizismen, dem Tod geweiht. Diese Prophezeiung hat ein Manko: Sie ist falsch.

Das Deutsche ist lebendig und stark und zeigt keine Anzeichen des Verfalls. Im Gegenteil: Anstatt zu verfallen, befindet sich die deutsche Sprache im permanenten fruchtbaren Wandel, der ihr das Überleben sichert. Das beschreibt der Trierer Sprachwissenschaftler Dr. Werner Schäfer.

Sendung am Sonntag: den 10.4.2022 um 8:30 Uhr, SWR2 Wissen, SWR2

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Es stammen aber die Namen Ziel und Zweck aus der Sprache der Schützen: Bedeutet also ziellos und zwecklos in seinem ursprünglichen Zusammenhang nicht soviel wie kein Tötender sein? – Robert Musil

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Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Das Deutsche Sprichwörter-Lexikon ist ein fünfbändiges Nachschlagewerk des 19. Jahrhunderts zum Thema Sprichwörter. Der Untertitel des Werkes: „Ein Hausschatz für das Deutsche Volk“. Herausgegeben wurde es vom Pädagogen und Revolutionär Karl Friedrich Wilhelm Wander. – woerterbuchnetz.de

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Der Basler Philologe Johann Jakob Spreng hat sein Leben der Pflege der deutschen Sprache gewidmet. Mit einer Verspätung von 265 Jahren erscheint jetzt sein „Allgemeines deutsches Glossarium„. Von Hermann Unterstöger

Woran liegt es, dass sich weder im Grimm noch im Duden noch sonst wo Wörter wie „Barnfödsel“ (Kindbett), „ramps“ (hochbeinig) oder „Gemühtsfinsternisß“ (Schwermut) finden? Das liegt, zugespitzt gesagt, am Siebenjährigen Krieg. Diese Heimsuchung festigte nicht nur Preußens Machtstellung. Sie verhinderte indirekt auch, dass Johann Jakob Spreng sein großes Wörterbuch in Druck geben konnte, … SZ

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Menschen, die blumenreich und gewandt sprechen und von angenehmem Umgang sind, verfügen selten über die Tugend der Menschenliebe.

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