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Posts Tagged ‘Sendung’

„Noise“ treibt sein Unwesen in der Nachrichtentechnik, in Informationstheorie, in Kybernetik, in den Sozialwissenschaften – und in der Musik. „Noise“ kann ein ungewolltes Geräusch, einen störenden Rest, ein Rauschen, einen Überschuss von Lärm oder gleich das Gegenteil von „Information“ und „ästhetischem Sinn“ bezeichnen. „Noise“ ist ein Wort, das genau das tut, was es bezeichnet: Sich der Festlegung entziehen, Unruhe stiften, Unordnung anrichten.Das Verhältnis von Macht und Widerstand wird von „Noise“ im Bereich des Hörbaren konkret problematisiert. Macht und ihr Umschlagen in Gewalt äußern sich in einer Lautstärke, die Gehorsam erzwingen will. Zugleich sind Lärm und Störung Begleiterscheinungen von Protest, Unordnung und sozialem Aufruhr. – Vom 2. bis zum 4. März fand in Hamburg die zweite Ausgabe des internationalen Festivals „Noisexistence“ statt, das es sich zur Aufgabe gesetzt hat, diese vielfältigen Positionen zusammenzubringen und ihnen in Konzerten, Foren und Vorträgen ein Forum zu geben. Zur Sendung…

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Die Situation ist paradox. Kaum jemand, der heutzutage nicht gegen den Kapitalismus wäre. Doch zugleich weiß kaum noch einer, was das überhaupt ist. Dass irgendetwas grundsätzlich nicht stimmt, sagt den meisten zwar ihr Gefühl. Doch wie reflexhaft nicken sie dann, sobald ihnen eine sogenannte Lohnzurückhaltung abverlangt wird, um das „Wachstum“ nicht zu gefährden. Und verdruckst applaudieren sie, wenn eine Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden soll, die hierzulande doch grenzenlos genug ist, um das Ausland in Grund und Boden zu konkurrieren und Deutschland immer neu als „Exportweltmeister“ bewundern zu können. Allenthalben feiert der ökonomische Analphabetismus Urständ, und dies dürfte kalkuliert sein. Denn wer nicht weiß, was mit ihm getrieben wird, hat kaum Möglichkeit zur Gegenwehr. Deshalb buchstabieren wir in sechs Stichworten die „blinden Flecken der Ökonomie“ – von „A“ wie „Arbeit“ bis zu „W“ wie Wachstum. Den Reigen jedoch eröffnet eine bemerkenswerte Betrachtung, die der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn vor einigen Monaten in der ZEIT veröffentlicht hatte, um Karl Marx dafür zu loben, ein bedeutender „Makroökonom“ gewesen zu sein. Wie sehr die Zeichen auf Sturm stehen, lässt sich eben auch an kleinen Interventionen wie dieser erkennen. Zur Sendung… – 

Beiträge:

Hans-Joachim Lenger: Gefährlicher Unsinn

Harald Strauß: Die blinden Flecken der Ökonomie

Manuskripte zum Download:

http://agoradio.de/-sendungen/2018-3/manuskripte/sinn.pdf

http://agoradio.de/-sendungen/2018-3/manuskripte/blinde%20flecken.pdf

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Wer auf die Suche nach dem eigenen „Selbst“ geht, um hier seiner Ganzheit, seiner Einmaligkeit, Größe, Schönheit ansichtig zu werden, schaut in den Spiegel. Der Blick des anderen nämlich schlägt immer ein Loch in den eigenen Horizont. Er bleibt unbeherrschbar. Er unterbricht, er setzt das „Ich“ aus und öffnet es dem Spiel des Begehrens. Ihm zu entgehen, ist das Geheimnis des narzißtischen Sehens, das dazu verurteilt bleibt, sich in die Leere des „Selbst“ zu verlieren…

http://agoradio.de/-sendungen/2018-2/2018-2-9.html

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Lesung aus Victor Hugos Roman von Markus Boysen. Mit Musik von Benjamin Sprick und David Wallraf, 8.8.2014 (2:30’00“)

„Arbeit im Abgrund, nicht Arbeit im modernen Sinne, nicht ‚travail’, sondern ‚labeur’, vergleichbar den ‚Arbeiten’ des Herkules. Arbeit, deren Modell die ewige und unnütze Bewegung des Meeres ist, dieser Energieaufwand ohne Ziel und Zweck, perpetuum mobile. So wird die Herkules-Arbeit schließlich zur Sisyphos-Arbeit, die unter dem Gesetz des ewigen Wiederholungszwanges steht. Arbeit, die sich in sich selbst erschöpft, die Selbstzweck ist. Die damit der Arbeit des Künstlers gleicht.“ (Aus dem Nachwort von Rainer G. Schmidt) – agoradio.de –

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Subtil nistet die Gewalt bereits in Strukturen, deren Rechtsordnung zum Schweigen nötigt, was in deren Idiom nicht zur Sprache kommen kann. Eine Kritik der Gewalt sucht deshalb die Bruchstellen auf, an denen die Verfügungen des Rechts ein solches Schweigen erzwingen wollen und beständig erneuern. Deshalb sind dieser Kritik die Beziehungen zentral, die zwischen der Gewalt und der Sprache bestehen. Keineswegs legitimiert sie den sprachlosen Gewaltexzess, der selbst zum Teil einer herrschenden „Eventkultur“ wurde, wenn er Figuren einer Selbstermächtigung feiert, die sich an sich selbst berauscht. Zu keinem Zeitpunkt vergisst eine Kritik der Gewalt, was sie Walter Benjamin verdankt: „dass es eine in dem Grade gewaltlose Sphäre menschlicher Übereinkunft gibt, dass sie der Gewalt vollständig unzugänglich ist: die eigentliche Sphäre der ‚Verständigung‘, die Sprache.“

agoradio.de/-sendungen

Manuskripte zum Download:

Wo der Daumen rechts ist

Sublimation und Gewalt

Göttliche Gewalt

Split Screen

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Am Sonntag um 20.05 Uhr im Deutschlandfunk – Freistil

Brad Warner war Bassist von Zero Defex, einer Hardcore-Punk-Band in den USA. Dann ging er nach Japan, um B-Movie-Monsterfilme wie ,Godzilla’ oder ,Ultraman’ zu animieren. Inspiriert von Meister Yoda aus der ,Star Wars’-Saga beginnt der Punker Warner ausgerechnet die stille Zenmeditation zu üben. Heute ist er zur eigenen Verblüffung selbst Zenmeister. Mit Astronautenhelm oder rosa Hasenohren tritt er in seiner eigenen Internet-Talkshow auf und empfängt Gäste, die am Ende eine Runde mit ihm meditieren müssen… DLF

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Der nationalistische Mob, der gegenwärtig auf Straßen und in Wahlkabinen mobil macht, hat das „Abendland“ erneut zur Parole des Pogroms werden lassen. Je inflationärer sie in Umlauf gesetzt wurde, desto mehr mutierte sie zur Tirade derer, die alles aufs Spiel zu setzen bereit sind, weil sie nicht wissen, was auf dem Spiel steht. Noch der Rat der amtierenden Kanzlerin, zur Verteidigung dieses „Abendlands“ Weihnachtslieder zu fotokopieren und zur Blockflöte zu greifen, partizipiert an einer Ahnungslosigkeit, die sich nicht damit wird herausreden können, nur schlichten Gemüts gewesen zu sein. – In einer Lesung von Texten aus verschiedenen Jahrhunderten machen wir Spuren eines Buchs kenntlich, dessen Herkunft dunkel und das in seiner Kürze zu den rätselhaftesten gehört, die das frühe Mittelalter überlieferte. Das Buch der 24 Philosophen, so notiert sein Herausgeber Kurt Flasch, sei „das Originellste, um nicht zu sagen: das Verrückteste, was sich in einer mittelalterlichen Handschriftensammlung finden lässt. Der Text ist exzessiv eigensinnig, ein Ausbund an spekulativer Theosophie..

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