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Posts Tagged ‘Rudolf Noelte’

Bayern 2 – Samstag, 19. Juni 2021 15:05 Uhr – Regie Rudolf Noelte

Vor dem Hintergrund des Ersten Weltkriegs zeichnet Sternheim in seinem 1915 uraufgeführten Theaterstück eine von Machtgier und Egoismus besessene Gesellschaft. Es ist der dritte Teil einer Trilogie um Aufstieg und Untergang einer bürgerlichen Dynastie (‚Die Hose‘‚Der Snob‘‚1913‘).

Als Herr eines Industriekonzerns befindet sich der 70jährige Christian Maske auf dem Höhepunkt seiner Macht. Doch muss der alte Mann erkennen, dass sein Leistungs- und Pflichtethos bei seinen Erben zur bloßen Habgier verkommen ist. Tochter Sofie hat zwar den berechnenden Geschäftssinn ihres Vaters geerbt, nicht aber dessen Weitblick. Während der Vater krank ist, schließt Sofie einen Vertrag mit einem zwielichtigen Waffenhändler ab. Noch einmal erwacht Maskes Machtwille angesichts der Furcht, dass seine Tochter sein Lebenswerk in Stücke schlägt. Sophies Haltung beweist Christian Maske, dass die bestehende Gesellschaft keine Zukunft hat: „Nach uns der Zusammenbruch! Wir sind reif!“ Zwar gelingt es ihm, die Pläne seiner Tochter zu verhindern, aber im Triumph des Sieges trifft ihn der Schlag.

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Bayern 2 – Samstag, 12. Juni 2021 um 15:05 Uhr

Mit seinem Dramenwerk gehört Sternheim zu den bedeutendsten Autoren des deutschen Expressionismus. „Der Snob“ ist das zweite Stück seiner „Maske“-Trilogie (‚Die Hose‘‚Der Snob‘‚1913‘). Dieser Komödienzyklus zeigt den Aufstieg des Kleinbürgers Maske, seine planmäßige und rücksichtslos betriebene Karriere in der wilhelminischen Gesellschaft. Dem 36-jährigen Christian Maske fehlt zum wirtschaftlichen Erfolg nur noch die gesellschaftliche Anerkennung. Er beschließt daher, mit dem kleinbürgerlichen Milieu seiner Vergangenheit zu brechen. Die Anpassungsversuche Christian Maskes sind letztlich aber überflüssig, weil ihm allein schon sein Reichtum die Anerkennung sichert… Sternheim registrierte in diesem Stück sehr genau den beginnenden Abstieg des Adels in der sich entwickelnden Industriegesellschaft.

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Bayern 2 – Samstag, 5. Jun 2021 um 15:05 Uhr –

Regie: Rudolf Noelte

„Man wird „Die Hose“ noch in hundert Jahren die spirituellste Komödie unserer Zeit nennen“, urteilte der Verleger Franz Blei 1910 über das Werk seines Schriftstellerkollegen und Freundes Carl Sternheim. Biederere Zeitgenossen hätten das ‚bürgerliche Lustspiel‘ um das verlorene Wäschestück einer angesehenen Beamtengattin aus „Gründen der Sittlichkeit“ am liebsten noch vor der Uraufführung verboten. So delikat ist die Geschichte: Seit seine Luise bei einem Stelldichein auf offener Straße die Hose verlor, bangt Biedermann Theobald Maske um seine Karriere. Um den brüskierenden Vorfall zu vertuschen, quartiert er die beiden einzigen Zeugen des Vorfalls kurzerhand als Untermieter in seiner kleinen Wohnung ein. Der abstruse Lust- und Liebesreigen, der sich aus dieser Konstellation entspinnt, eignet sich bestens dazu, bürgerliche Doppelmoral zu entlarven.

„Die Hose“ gehört zu Sternheims satirischem satirischen Dramenzyklus „Aus dem bürgerlichen Heldenleben„. Das Stück ist der erste Teil der Trilogie über den sozialen Aufstieg der Familie Maske, die in den Komödien ‚Der Snob‘ und ‚1913‘ ihre Fortsetzung fand.

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Der Intendant war erstens auf Dienstreise, zweitens wie immer gehetzt und drittens dort, wo er sonst nur zu festlich-hysterischen Anlässen war: außer sich. Etliche seiner genervten und in ihrer Probentraditionsschlamperei arg gestörten Schauspieler hatten zum Telefon gegriffen und sich bei ihm beschwert. Also schickte Gustaf Gründgens dem Verwaltungsdirektor des Hamburger Deutschen Schauspielhauses ein Telegramm. Er möge doch dem jungen Regisseur, der gerade die „Wildente“ von Ibsen probe, eine wichtige Botschaft überbringen: Das Theater sei schon erfunden. Das war 1956. – faz.net/aktuell/feuilleton

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