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Posts Tagged ‘Richard Wilhelm’

Richard Wilhelm: „Die Abendglocke des Bergklosters hat nichts Dringendes, Drohendes, Überredendes. Sie sendet ihren tiefen vollen Klang durch den Abend. Dieser Ton ist eine Offenbarung, dass hinter allem Schein, hinter aller Vielheit, hinter allem Leid die eine große Ruhe wohnt. Dieser Ton ist wie ein Tor zu einer anderen Welt. Wer will, kann es betreten; wer nicht will, geht vorüber. Es ist da, nichts weiter. Der Ton verhallt, dann kommt das große Schweigen wieder …“

Abendglocke · Benediktinerinnenabtei St. Hildegard Eibingen
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… Die höchste Stufe erstrebt die Loslösung auf meditativer Grundlage entweder durch das buddhistische Nirvana oder, wie z.B. in der Goldenen Blüte, durch die Verbindung des geistigen Prinzips im Menschen mit zugeordneten psychogenen Kräften, der Möglichkeit des Weiterlebens nach dem Tode, nicht nur als der Auflösung verfallenes Schattenwesen, sondern als bewußter Geist vorzubereiten. Daneben und oft damit verbunden gibt es Richtungen, die durch diese Meditation eine psychische Einwirkung auf gewisse vegetativ-animalische Lebensprozesse (wie würden auf europäisch hier von Vorgängen des endotrinen Drüsensystems reden) suchen, durch die eine Stärkung, Verjüngung und Normalisierung des Lebensprozesses bewirkt werden soll, durch die auch der Tod in der Weise überwunden wird, dass er sich als harmonischer Abschluß vom Lebensprozeß einfügt: Der irdische Leib wird von dem (zu selbständigen Weiterleben in dem aus seinem Kraftsytem erzeugten Geisterleib befähigten) geistigen Prinzip verlassen und bleibt als austrocknende Schale zurück wie die Schale einer ausgeschlüpften Zikade.

Seite 67

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Das Lebensideal des chinesischen Daoismus war Basho auch nicht fremd, besonders vertraut war ihm Dschuang Dsi, den er oft zitiert. Der wichtigste Terminus für dieses Ideal ist die Überschrift des 1 Kap. seines Hauptwerkes „Nan-hua-chen-ch`ing“ (3-4 Jh. v. Chr.) und bedeutet wörtlich etwa „in aller Muße umherwandeln“, womit ein von sich aus nicht bestimmbares, aber heiteres Umherstreifen, ein unbefangenes Durchs-Leben-Schreiten gemeint ist. Entgegen all zu abstrakten englischen Übersetzungen … definiert Richard Wilhelm: Ideale Haltung „eines Menschen, der sich frei macht von allem Irdischen und in dieser Freiheit die große Ruhe gefunden hat jenseits des Schicksals in seliger Muße“.

Basho > Aus schmalen Pfaden durchs Hinterland. Diederich 1985. Oku no hosomichi

Richard Wilhelm > Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Diederichs Gelbe Reihe. 1984

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