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Posts Tagged ‘Psychosomatik’

Es bricht mir das Herz, ich platze vor Wut: Redewendungen drücken das Zusammenspiel von Körper und Seele aus. Auch die Medizin geht inzwischen davon aus, dass viele Krankheiten seelische Ursachen haben.

Autorin: Christina Teuthorn

br.de/radio/bayern2/wissen/

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Ich glaube, es ist sinnvoll, einen kritischen Blick auf das zu werfen, was unter dem Oberbegriff ›PSYCHOSOMATIK‹ eine zunehmende Rolle spielt in unseren Vorstellungen und in unserem Umgang mit den Konzepten von Krankheit und Gesundheit und ihrer Konstruktion, und – was weitaus bedeutsamer ist: im Umgang mit uns und anderen als erkrankten Menschen.

Ich glaube, es könnte gerechtfertigt sein, von der Existenz einer ›SCHWARZEN PSYCHOSOMATIK‹ zu sprechen, in Anlehnung an den von Alice Miller Anfang der 1980er Jahre entwickelten Begriff einer „Schwarzen Pädagogik“.

Zeigt die Erforschung der Schwarzen Pädagogik, wie Kinder unter die Machtausübung der Erwachsenen geraten, und wie diese Machtausübung und der Missbrauch der Kinder für die Interessen der Erwachsenen durch die Erwachsenen verschleiert wird, so dass sie gezwungen werden, zu lernen „nichts zu merken“, so könnte man die Schwarze Psychosomatik als das Vorgehen, als die Verfahren und Erklärungsmodelle/-prozesse bezeichnen, die dem Patienten verschleiern, inwieweit er und seine Erkrankung Objekt von Machtausübung durch Ärzte, Therapeuten etc. ist, die diese Macht über ihn ausüben – wobei ein Aspekt darin liegt, dass sie nicht Tatsachen feststellen, sondern Bewertungen und Bedeutungszuschreibungen vornehmen, und diese als Tatsachen ausgeben.

Mir scheint folgendes der Fall zu sein:

Jubelnd stürzen sich seit geraumer Zeit so genannte Psychosomatiker (egal ob psychologische oder medizinische) auf all die Erkrankungen, die nicht oder nicht vollständig schulmedizinisch in ihrer Ursächlichkeit geklärt, und nicht oder nur unzureichend heilbar sind. Und sie füllen die Lücken mit ihren pathologisierenden Phantasien (egal, ob sie sich dabei traditioneller, etablierter Phantasien wie die Psychoanalyse oder neuer, „esoterischer“ Phantasien bzw. Phantastereien bedienen, oder ihre eigene, willkürliche benutzen); – und bürden den geplagten kranken Menschen nun zusätzlich noch das Stigma der psychischen Störung, der psychischen Defizite oder der Fehlentwicklungen auf, und leiten die Auseinandersetzung mit der Erkrankung in neue, zusätzliches Leid schaffende Bahnen.

Und es ist genauso wichtig, über tatsächlich existierende Zusammenhänge, Wechselspiele von Körper, Geist und Seele bescheid zu wissen und diese gründlich und verlässlich zu erforschen, um zu intersubjektiv überprüfbaren, gesicherten Erkenntnissen zu kommen.

 

http://www.gestalt.de/kranz_psychosomatik.html

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