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Posts Tagged ‘politische Typologie’

Merkur, Nr. 425, März 1984 – Auszug. (Viel hat sich ja nicht getan!?) – 

Ein Schlußbild: Wenn früher Träger höchster Ämter sich unter die karnevalsseligen Scharen mischten, dann war die Mimikry, die lächelnde Distanz zwischen Staatssymbolik und den Ritualen des Volkes zu erkennen. Wer Sinn für solche Zeichensprache besitzt, der hat gelernt, daß nunmehr zwischen Sektvertretern und Staatsvertretern keine symbolische Distanz mehr deutlich wird: Man ist im schunkelnden Milieu unter sich. Es sind die einzigen Rituale, die man beherrscht. Man empfindet das als Beispiel für Volksnähe…

Karl Heinz Bohrer: Die Unschuld an die Macht! Folge 1

https://www.merkur-zeitschrift.de/2018/01/30/video-gustav-seibt-im-gespraech-zweite-lesung/

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Es war bei Beginn nicht absehbar, in welch scheußlicher Form der Titel dieser Typologie veranschaulicht werden würde: die dumme Unschuld vom Lande und der schlaue Zombie – ein geradezu unerschöpflicher Stoff für die politische Moritat! Inzwischen spielt jedermann die Lächerlichkeiten von Bonn nach. Der Provinzialismus, das Zurück in das geistige Schunkelmilieu ist deshalb nicht aufgehalten worden, ganz im Gegenteil. Ein gewisses spätes Moralisieren über die offen gelegte Korruption an der Spitze beweist, daß die Unschuld vom Lande wohl recht behält mit ihrer Bemerkung, sie sei ein guter, typischer Deutscher.- Teil 3 und Schluß

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Der Name Zombie stammt aus der Voodoo-Sprache. Zu uns kam er weniger durch populär gewordene Gelehrsamkeit westindische Rituale betreffend, als vielmehr durch eine bestimmte Unterabteilung des Horrorfilms. Seitdem weiß man, was Zombies sind: »Untote«, aus dem Grab Zurückgekehrte, zu einem marionettenhaften Leben erweckte Leichen, die wie Roboter zu allen möglichen Arbeiten eingesetzt werden können. Experten beschreiben sie als »schwerfällig, apathisch«, mit einem »stark verminderten Schmerzempfinden«.

Das Auffällige am Zombie, trifft man ihn in unseren Breiten, ist seine Unauffälligkeit, seine extreme Mittelmäßigkeit. Kein Zufall scheint es daher zu sein, daß er, obwohl in allen Lebensbereichen und Parteien anzutreffen, dort am häufigsten zu finden ist, am besten zu gedeihen scheint, wo das Mittlere, das Mittelmäßige und Mittelständische zum Thema erhoben wurde: merkur-zeitschrift.de

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