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Posts Tagged ‘Philip Kapleau’

Wollt ihr der Pein des Rad-des-Lebens entrinnen, müsst ihr unmittelbar den Weg, ein Buddha zu werden, erlernen. Diesen Weg müsst ihr im Eigenen Geist durch Satori verwirklichen. Was ist denn dieser Geist? (…) Er wird das Ur-Antlitz* genannt. – (*Ur-Angesicht: One`s Face before one`s parents`birth (Unser Gesicht vor der Geburt unserer Eltern)

Wollt ihr Erleuchtung erlangen, müsst ihr daher vor allem in den Urquell blicken, dem die Gedanken entspringen. Beim Schlafen und Wachen und allen Verrichtungen, im Stehen und Sitzen, fragt euch einzig zutiefst: „Was ist mein Eigener Geist?“ voller Verlangen, das zu begreifen. Und dies Erforschen des eigenen Geistes, das eben ist Zazen!

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Eines Tages ging ein Meister mit seinem Schüler im Wald spazieren. Plötzlich sprang ein schneeweißes Kaninchen vor ihnen auf und flitzte davon.

Der Meister nutzte den Augenblick und fragte seinen Schüler: „Nun, was hältst du davon?“

Der Schüler antwortete begeistert: „Es war wie ein Gott?“

Der Meister blickte ihn verächtlich an und sagte: „Du bist ein erwachsener Mann, aber du redest wie ein Kind.“

„Na gut“, gab der Schüler, zweifellos leicht eingeschnappt, zurück, „was hältst du davon?“

„Es war ein Kaninchen!“ antwortete der Meister.

Philip Kapleau – Der vierte Pfeiler des Zen – O.W. Barth 1997

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Der Mangel an eben diesem Gewahrsein ist verantwortlich für so viel Gewalt und Leiden in der heutigen Welt. Ein Bewusstsein nämlich, das sich vom Leben und von der Natur getrennt fühlt, weil es von einem allgegenwärtigen „Ich“ dominiert wird, ist genau der Geist, der um sich schlägt, zerstört und tötet, um seine unersättliche Gier zu befriedigen, koste es, was es wolle. Dieser unbewusste Geist erzeugt Empfindungslosigkeit gegenüber Menschen und Dingen, denn er erkennt und schätzt nicht den Wert der Dinge, wie sie wirklich sind, da er sie nur als Objekte sieht, die er zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse benutzen kann. Der zutiefst bewusste Mensch erkennt die Untrennbarkeit alles Existierenden, die reiche Vielschichtigkeit und wechselnde Verbundenheit allen Lebens. Aus diesem Gewahrsein erwächst ein tiefer Respekt vor dem absoluten Wert aller Dinge. Aus der Achtung vor dem Wert jedes einzelnen Objekts, sei es belebt oder unbelebt, kommt der Wunsch, mit den Dingen angemessen umzugehen und nicht unaufmerksam, verschwenderisch oder destruktiv …

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