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Posts Tagged ‘Palinurus (Cyril Conolly)’

„Das höchste Gut“, schrieb Spinoza, “ ist das Wissen um das Einssein des Geistes mit der ganzen Natur“, und diejenigen, die dorthin gelangt sind wollen nichts anderes. Aber wir leben in einer Zivilisation, in das nur wenigen vergönnt ist…
Während sich die anderen noch balgen und umherstoßen, entdecken sie in aller Stille den Schlüssel, wissen, dass sie am Ziel sind, und lehnen sich entspannt zurück. Die anderen hingegen verbannen die Natur aus unserer Zivilisation. Darum verlieren die Jahreszeiten ihren Rhythmus, die Früchte der Erde ihren Geschmack, die Tiere, Miterben unseres Planeten werden mutwillig ausgerottet, der Gott in uns wird geleugnet wie der Gott über uns.
Cyril Conolly – Palinurus Das ruhelose Grab – Suhrkamp

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Durch das Gesetz des abnehmenden Ertrages verwirkt unser unseliges Jahrhundert* die Chance auf Glück, und weil es dem Glück nichts abgewinnt, versinkt unsere Welt im Chaos. Warum? Weil das Glück … in Mäßigung und Selbsterkenntnis besteht, und diese Tugenden sind dem heutigen Normalmenschen nicht mehr zugänglich, denn der ist auf Gewaltaffekte aus und kann nicht mehr zwischen Lust und Schmerz unterscheiden.
*Und um wie viel mehr wird das auf unser Jahrhundert zutreffen!
Cyril Connolly: Palinurus – Das ruhelose Grab – Suhrkamp 2006

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Doch in einer Zeit der Dekadenz zu leben muss kein Grund zur Verzweiflung sein; es ist nur ein technisches Problem zusätzlich, das der Autor zu meistern hat.

Palinurus, Seite 8o/81. Von Cyril Conolly

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Der heutige Künstler muss darauf gefasst sein, dass er auf Wasser schreibt und auf Sand baut.

Palinurus, Seite 8o/81. Von Cyril Conolly

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Und selbst der letzte aller Mythen, der Mythos von der Berufung des Künstlers, wird von den Zeitläuften zerstört, von der gesellschaftlichen Dekadenz. In unserer Epoche erleben wir, dass sich die Künste tiefer und tiefer in eine obskure und sterile Sackgasse hineinmanövrieren. Die Wissenschaft hilft den Künsten kaum, abgesehen davon, dass sie Radio und Kino beigesteuert hat. Erfindungen, die seinen Horizont enorm erweitern, ihn aber mehr als je zuvor der Politik des Staates und den Forderungen der Ungebildeten ausliefert, Disney ist der zehntrangige Shakespeare unserer Tage,

Palinurus, Seite 8o/81. Von Cyril Conolly

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Dekadenz des Mythos, denn es gibt keinen einigenden Glauben (wie im Christentum oder im Renaissancemenschen) mehr, der einem Autor das Gefühl der Ehrfurcht gestattet – einer Ehrfurcht, die er mit der Masse der  Menschheit teilt.

                                                                                                                                                               Palinurus, Seite 8o. Von Cyril Conolly

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Der unberührte Schnee, in den Shakespeare und Montaigne ihre tiefen Furchen schnitten, ist zu einem platten Hang mit unzähligen Spuren geworden und wird bald überhaupt keine Eindrücke mehr aufnehmen.

Palinurus, Seite 8o. Von Cyril Conolly

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