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Posts Tagged ‘Objekt’

Als Hui-neng den Besuch eines Mönches empfing, fragte er einfach, aber scharf. „Was ist es, das so kommt?“ Es wird berichtet dass der Mönch, Nan-yo, acht Jahre brauchte, bevor er antworten konnte.

Bei anderer Gelegenheit frage derselbe Hui-neng: „Was ist dein ursprüngliches  Gesicht vor der Geburt von Vater und Mutter?“ Das heißt, was bist du jenseits der Subjekt-Objekt_Struktur deines Ego im Ichbewusstsein?

Zen Buddhismus und Psychoanalyse. Richard de Martino. Suhrkamp

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Bodhidharma erkennt, dass es letztlich und nicht im Grunde das Ego ist, das ein Problem hat, sondern dass das Ego selbst das Problem ist.

Seit Bodhidharma besteht seine grundlegende, unbeirrte Einstellung darin, gerade einen solch direkten und konkreten Angriff auf die widersprüchliche dualistische Subjekt-Objekt-Struktur des Ego im Ichbewusstsein zu unternehmen. Stets blieb es sein einziges und ausschließliches Ziel, die innere und äußere Spaltung zu überwinden, die das Ego von sich selbst – und von seiner Welt – trennt und entfernt, damit es vollkommen sein und wirklich wissen kann, wer oder was es ist.

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Von Unten

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„Object“ 2017/Shot on iPhone7
Shigeki Matsuyama

I call the shapes that appear in this project ‘objects’.
An object is an entity without any substance which nevertheless can be seen.
For example, on SNS, where users expose themselves for attention or irresponsibly broadcast baseless claims, lies often appear as truth. The objects that appear in my work visualize this deception.

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Für den Meister Ti Tsang bezieht sich der Spruch „Alle Dinge sind ein einziger Geist“ einzig und allein auf einen eigenartigen Bewusstseinszustand, in dem das sogenannte Objekt, zum Beispiel ein Berg, und das sogenannte Subjekt, das heißt ein Mensch einander gegenüberstehen wie zwei Spiegel, die einander reflektieren, ohne dass irgend etwas zwischen beiden steht. da beide klare, sich gegenüberstehende Spiegel sind, könnte man nicht sagen, welcher aktiv und welcher passiv ist. Tatsächlich sind beide zugleich sowohl aktiv als auch passiv, widerspiegelnd und widergespiegelt. Man kann keinen Unterschied sehen zwischen dem Subjekt und dem Objekt – „der Mensch sieht den Berg, der Berg sieht den Menschen“. Selbst ein und ist hier falsch am Platz. Der Mensch, das heißt der Geist sieht unmittelbar seine eigene Wirklichkeit widergespiegelt – oder noch strenger gesagt: aktualisiert -in dem Berg. Denn das Ganze, Geist und Berg, Subjekt und Objekt mit einbeschlossen,  ist ein einziger Akt des SEHENS, ein einziger Akt der Geist-Wirklichkeit.

 

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Wenn wir unser subjektives Selbst gegen die objektive Welt stellen, um diese zu vereinheitlichen, kann das subjektive Selbst, so groß es auch sein mag, der seiner relativen Einheit nicht entfliehen. Absolute Einheit stellt sich erst ein, wenn es seine subjektive Einheit gänzlich von sich wirft und in der objektiven Einheit aufgeht. Die Einheit des Bewusstseins ist eine notwendige Voraussetzung für dessen Konstitution und zugleich dessen ursprüngliches Bedürfnis. Ein Bewusstsein ohne Einheit gleicht einem Nichts. Bewusstsein entsteht aus dem Gegensatz seiner Inhalte; je vielfältiger seine Inhalte sind, einer desto größeren Einheit bedarf es. Der vollkommenste Zustand dieser Einheit ist die sogenannte Realität. Wenn in dieser Einheit Subjekt und Objekt miteinander verschmelzen, ist der Endpunkt erreicht.

Dabei existiert die objektive Realität nicht losgelöst vom subjektiven Bewusstsein; sie ist das Resultat der Bewusstseinseinheit, in dem jeder Zweifel an sich verzweifelt und die Suche keinen Weg mehr findet, der sie weiterführen könnte. Überdies ist jener Gipfelpunkt der Bewusstseinseinheit, d.h. der Zustand der Einheit von Subjekt und Objekt nicht nur das ursprüngliche Bedürfnisziel des Bewusstseins, sondern der ursprüngliche Zustand des Bewusstseins selbst.

Etienne Bonnot de Condillac (1715-1780) sagte, Wenn wir das Licht sehen, sehen wir das Licht eigentlich nicht, sondern sind das Licht selbst. Die ersten Empfindungen eines Säuglings sind alle das Universum selbst. In diesem Status sind Subjekt und Objekt noch ungetrennt … (192/193)

– insel taschenbuch 2001

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Buddhistische Gelehrte sagen, daß die Struktur des Geistes am einfachsten und klarsten in drei Aspekten oder Tiefenschichten zu beschreiben ist. Der erste Aspekt oder die äußere Schicht ist die sich manifestierende und aktive Seite (chin. yung). Das schließt die aktiven geistigen Funktionen ein, seien sie intellektuell oder emotional, abstrakt oder symbolisch wie etwa Haß, Liebe, Begehren, Verstand, Phantasie, Erinnern usw. – Das ist der offenbare (offen zutage liegende) Aspekt, den jeder Mensch aus unmittelbarer Erfahrung kennt; für die Psychologie am ehesten interessant, weniger für Zen.

Der zweite Aspekt oder die innere Schicht des Geistes heißt chin. hsiang, was Form oder Natur bedeutet. Aber was ist die Natur des Geistes? Die Natur des Geistes ist Selbst-Gewahrsein. Bewußt zu sein als eine absolute, reine Erfahrung, bei der es kein Subjekt gibt, das erkennt, noch ein Objekt, das erkannt wird; der Erkennende und das Erkannte sind in einem reinen Gefühl verschmolzen. In diesem reinen Fühlen gibt es keinen Platz mehr für die Dichotomie (Zweiteilung) des Dualismus. Selbst-Gewahrsein ist Erkennen in der ureigensten Form.

Entfaltetes Selbst-Gewahrsein erlebt den erleuchtenden Aspekt des Geistes, das Reine Bewußtsein. Die erleuchtende Leere, leer und doch dynamisch, ist die Essenz (chin. ti) des Geistes. –

(S.44/45 Ushiyama, Oshiyama, unklar. – Jour)

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