Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘NZZ’

Physik, Mathematik und Logik sind wunderbare Instrumente der Rationalität. Sie schufen auch die Grundlagen des modernen Kriegs: Nuklearwaffen, Computer, Spieltheorie. Alle drei Aspekte finden sich personifiziert in einem der brillantesten Geister des 20. Jahrhunderts, John von Neumann. Der Mathematiker leistete Pionierarbeit in der Nuklearphysik, in den Computerwissenschaften und in der Theorie politischer Konflikte. Und er war eine Inspirationsquelle für die Figur Dr. Strangelove im Kinofilm von Stanley Kubrick. 

Für John von Neumann waren alle Probleme rational lösbar, am besten durch Berechnung. Im «Manhattan Project» entwarf er zum Beispiel einen ingeniösen Bombenmechanismus zur Spaltung von Plutonium – der Mechanismus sollte dann Nagasaki dem Erdboden gleich machen. Neumann, ein rabiater Antikommunist, war Verfechter eines präemptiven Nuklearschlags gegen die Sowjetunion…,..

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/05/nzzas-15.html

Read Full Post »

Geschichte ist das, woraus wir nicht lernen

Vor einem Vierteljahrhundert klotzte der Politologe Francis Fukuyama mit der These vom «Ende der Geschichte». Damit suggerierte er in neohegelianischer Weise, dass der globale Siegeszug der Demokratie nun einen Schlusspunkt hinter die lange Geschichte von Autokratien setzen würde. Aber der Weltgeist von Fukuyama hat sich epochal geirrt.  Fundamentalistischer Terrorismus, lokale Kriege, Zunahme an Autokratien falsifizierten in der Folge die These auf bitterböse Weise. Die Geschichte kehrt zurück, und zwar gemeiner denn je…,..

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/03/nzz-13.html

Read Full Post »

Ein neuer Forschungsstil greift Platz: Fast Science. Nichts demonstriert das deutlicher als der Ausbruch der Pandemie. Hier ist der Imperativ der «schnellen» Forschung sicher angezeigt. Er gebietet ein rasches anwendungsorientiertes Wissenswachstum, nicht nur über das Virus, sondern auch über die individuellen und kollektiven Kollateralfolgen seiner Verbreitung. Dadurch ändern sich wissenschaftliche Normen, und mit ihnen wandelt sich der erkenntnistheoretische Charakter der Forschung…,..

https://kaeser-technotopia.blogspot.com/2022/03/nzz-12.html

Read Full Post »

Es ist paradox: In der Pandemie gebührte doch gerade der modernen Medizin der grösste Kredit. Stattdessen halten «skeptische» Gesellschafts- und Politikkreise den Misskredit am Köcheln. Die Diagnose der Unterbelichtetheit, Ignoranz und Desinformation mag partiell auf sie zutreffen, aber die Skepsis ist Symptom eines tieferen Unbehagens. Es entstammt der Grundfrage, wer denn eigentlich Gesundheit und Krankheit definiere. Die Medizin allein?

Das Unbehagen fand bereits 1974 Ausdruck im vieldiskutierten Buch «Nemesis der Medizin» des streitbaren Theologen und Philosophen Ivan Illich. Der Untertitel im Deutschen lautet «Die Enteignung der Gesundheit». Gesundheit – so wird also unmissverständlich suggeriert – «eignet» einer Person, ist ihr unveräusserlicher persönlicher Besitz, den die moderne technisierte Medizin gerade durch ihren Vormarsch antaste und gefährde. Illich wirft den Medizinern vor, sie verkehrten ihr altes Motto «Vor allem nicht schaden» ins Gegenteil. Eine böse These, die im Besonderen die «nostalgische» Vorstellung der Heilkunst beschwört, gute Medizin würde auf die eigenen Kräfte des Körpers abstellen…,.. Filosofaxen

Read Full Post »

Der Roman «Ulysses» ist ein Klassiker der Moderne. Joyce lehnte sich mit dem in Zürich verfassten Buch auf: Gegen das gesamte gewalttätige Erbe der Männlichkeit. Dem stellte er das alltägliche Leben entgegen. Und er tat das ausgerechnet mit Rückgriff auf Homer.

James Joyce begann die Arbeit an seinem Roman «Ulysses» im Jahr 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach. In einer Zeit, in der die jungen Männer Europas im Krieg Erlösung vom Frieden suchten, entschloss sich James Joyce, das Alltägliche und Banale zu feiern.

NZZ

Read Full Post »

Von Filosofaxen – kaeser-technotopia.blogspot.com

Ein Entscheid des Obersten Gerichtshofs der USA erklärte vor nicht allzu langer Zeit den Dateninhalt der Handys zu einem schützenswerten Gut. Wie der Vorsitzende John Roberts begründete, sind Handys «zu einem allgegenwärtigen und beharrlichen Teil des Alltagslebens geworden, so-dass der sprichwörtliche Besucher vom Mars mutmassen könnte, sie seien ein wichtiger Teil menschlicher Anatomie.»

Die Technologie schreitet voran durch Miniaturisierung und Personalisierung: durch Anatomisierung, könnte man sagen. Wenn man vom Smartphone als von einem neuen Organ spricht, dann ist das eigentlich trivial. Technik verstärkt, verbessert, optimiert menschliche Fähigkeiten. Das können wir unverfänglich und generell feststellen, vom Faustkeil bis zum Computer.

Read Full Post »

NZZ: Vor 25 Jahrern suchte der Physiker Alan Sokal die Blase des als verquast geltenden postmodernen Diskurses zum Platzen zu bringen, indem er sich einen Jux – einen «hoax» – ausdachte.  Er stellte eine Collage von Zitaten namhafter postmoderner Denkerinnen und Denker zusammen, die glaubten, jeden Schwachsinn aus der Wissenschaft destillieren zu können. Sokal tat so, als stimmte er ihnen zu. Sein Artikel erschien in einer damals trendigen Fachzeitschrift für postmodernes Denken. Ein paar Wochen nach dem Erscheinen machte Sokal publik, sein Lesepublikum auf die Schippe genommen zu haben. Die Empörung in der einen Hälfte der akademischen Galerie war ebenso gross wie die Häme auf der anderen. Ein regelrechtes Kulturscharmützel entbrannte zwischen Geistes- und Naturwissenschaften.

Ich lese den Text nach wie vor mit Vergnügen. Aber gleichzeitig mischt sich in dieses Vergnügen die Ernüchterung: die Blase ist nicht geplatzt …,.. kaeser-technotopia.blogspot.com

Read Full Post »

Erderwärmung, Corona-Pandemie, Finanzkrisen, politische Disruption und kultureller Identitätsverlust – moderne Zeiten waren schon immer Krisenzeiten. Die Überlagerung multipler Problemherde aber überfordern unsere Gesellschaft zunehmend. Hinzu kommt, dass die Sinn- und Glücksressourcen des Fortschritts erschöpft scheinen: Zukunft bedeutet nicht länger Verheissung, sondern Bedrohung. Wie finden wir den Ausweg aus dieser unerquicklichen Gemengelage? Mit dem Historiker und Zeitdiagnostiker Philipp Blom spricht NZZ-Chefredaktor Eric Gujer über die Krise der Aufklärung und Wahrheit.

Read Full Post »

Carl Gustav Jung gilt auch fünfzig Jahre nach seinem Tode als bekanntester Schweizer Psychiater und Psychotherapeut. Seine herausfordernde Lehre beruht auf inneren Erfahrungen und stellt ein Gegengewicht zur in der Psychotherapie noch vorherrschenden Orientierung am Visualisierbaren und Messbaren dar. Von Daniel Hell. 

Die Psychotherapieforschung weist darauf hin, dass die allgemeinen Wirkfaktoren einer Psychotherapie vor allem von der positiven Gestaltung der therapeutischen Beziehung, der Akzeptanz der hilfesuchenden Person und der Aktivierung ihrer vorhandenen Ressourcen abhängen. Erst wenn diese generellen Voraussetzungen erfüllt sind, stellt sich die Frage, welche Therapieform welchem Menschen mit welchem Problem am besten entgegenkommt. Demgegenüber hat sich die ältere Frage, ob nämlich eine Therapieform generell besser ist als eine andere, als unerheblich erwiesen. NZZ

Read Full Post »

Older Posts »