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Posts Tagged ‘Novalis’

Wolf Gräbel: „Mal eine Frage, die geradezu in die Substanz der deutschen Romantik lappt: Was ist eigentlich die Blaue Blume für eine Blume?“ — Aus den Annalen (mit Doppel-n!) von Facebook: Fragen kann man ja auch 2019 mal, rausgefunden hat man seit anno 1800 nix. (Und hätt ich die Hervorhebungen lieber blau färben sollen?) Doctor Fausti Weheklag und Höllenfahrt

Klar bleibt allein, dass der Begriff der Blauen Blume der deutschen Romantik von Novalis in die „hohe“ Literatur eingeführt wurde.

Allenfalls findet sich ein vager Hinweis auf „eine alte Volkssage, lange vor der Romantik“ in der „jemand zufällig eine blaue Wunderblume“ findet; „durch sie erlangt er Zugang zu verborgenen Schätzen“ — näher werden wir nicht zur Quelle geführt.

weheklag.wordpress.com

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Im kollektiven Bewusstsein lebt Novalis als Erfinder der Blauen Blume fort und als Jurist, der nichts mit Zahlen und Figuren anfangen konnte, also mit seinem von Franz Gareis verewigten 27-jährigen Jünglingsgesicht eher harmlos.

Stutzig hätte man längst werden müssen, noch bevor er leichtfertig als Erfinder der Romantik ausgerufen wurde. Das, was Romantik vor dem zielführenden Ambiente aus Teelichtern auf dem Badewannenrand, höhenlastiger Geigenmusik und „was Leckeres kochen“ heißen sollte, hat nicht Novalis definiert, sondern Fichte, Hegel, Kant und Schelling. Novalis wollte — ich vereinfache stark — den Idealismus handlicher und konkreter haben:

https://weheklag.wordpress.com/2018/05/11/novalisfrauenbild17x/

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Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen, weiter

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Novalis schrieb: „Die Welt muss romantisiert werden“, als Gegenentwurf zur aufkommenden zweck- und profitorientierten kapitalistischen Welt.

Heiner Müller, der Theatermacher, forderte, „Freiräume für Phantasie“ zu schaffen: „(…) Ich meine, das ist eine primäre politische Aufgabe, auch wenn die Inhalte überhaupt nichts mit politischen Gegebenheiten zu tun haben“. Die Funktion für Müller besteht darin, „die Wirklichkeit unmöglich zu machen“. Und Müller noch einmal: „Das Einzige, was ein Kunstwerk kann, ist Sehnsucht wecken nach einem anderen Zustand der Welt“.

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Das Feature über den Maler Anselm Kiefer, geboren am 8. März 1945 in Donaueschingen, fragt danach, welche Bedeutung die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft in Kiefers künstlerischem Schaffen haben. Das Element, zu dem Kiefer die größte Nähe hat, ist das Blei.

Der österreichische Schriftsteller Christoph Ransmayr versteht Kiefer als einen „Freund des Bleis“. Das Blei ist für Kiefer, wie die vier Elemente auch, ein Medium der Transformation. Kiefer forscht in seiner Arbeit nach dem, was er für die „Grundbewegung der Welt“ hält. Er folgt dabei einer Überlegung von Novalis: „Ich vergeheimnisse die Materie, indem ich sie entkleide.“ – kulturradio.de

via: http://radio.friendsofalan.de/radiotipps-25-5-2017/

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BUCH DER FREUNDE XX

Als irdische Wesen streben wir nach geistiger Ausbildung – nach Geist überhaupt.
Als außerirdische, geistige Wesen, nach irdischer Ausbildung – nach Körper überhaupt.
Nur durch Sittlichkeit gelangen wir beide zu unseren Zwecken. Ein Dämon, der erscheinen kann –
w i r k l i c h  erscheinen – muss ein guter Geist sein. So wie der Mensch (der wirklich Wunder tun kann) – der wirklich mit den Geistern Umgang pflegen kann. Ein Mensch der Geist wird – ist zugleich ein Geist, der Körper wird. Diese höhere Art von Tod, wenn ich mich so ausdrücken darf, hat mit dem gemeinen Tode nichts zu schaffen – es wird etwas sein, was wir Verklärung nennen können.
Der jüngste Tag wird kein einzelner Tag, sondern nichts, als diejenige Periode sein – die man auch das tausendjährige Reich nennt.
Jeder Mensch kann seinen jüngsten Tag durch Sittlichkeit herbeirufen. Unter uns währt das tausendjährige Reich beständig. Die besten unter uns, die schon zu Lebzeiten zu der Geisterwelt gelangten – sterben nur scheinbar – sie lassen sich nur scheinbar sterben – so erscheinen auch die guten Geister, die bis zur Gemeinschaft mit der Körperwelt ihrerseits gelangten – nicht, um uns nicht zu stören. Wer hier nicht zur Vollendung gelangt, gelangt vielleicht drüben – oder muss eine abermalige irdische Laufbahn beginnen.
Sollte es nicht auch drüben einen Tod geben, dessen Resultat irdische Geburt wäre.
Friedrich von Hardenberg/Novalis, Naturwissenschaftliche Studien, 1798 – 1799

http://www.nootheater.de/menu.html

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1. Der Lehrling

Mannichfache Wege gehen die Menschen. Wer sie verfolgt und vergleicht, wird wunderliche Figuren entstehen sehen; Figuren, die zu jener großen Chiffernschrift zu gehören scheinen, die man überall, auf Flügeln, Eierschalen, in Wolken, im Schnee, in Krystallen und in Steinbildungen, auf gefrierenden Wassern, im Innern und Äußern der Gebirge, der Pflanzen, der Thiere, der Menschen, in den Lichtern des Himmels, auf berührten und gestrichenen Scheiben von Pech und Glas, in den Feilspänen um den Magnet her, und sonderbaren Conjunkturen des Zufalls, erblickt.
In ihnen ahndet man den Schlüssel dieser Wunderschrift, die Sprachlehre derselben;
allein die Ahndung will sich selbst in keine feste Formen fügen, und scheint kein höherer Schlüssel werden zu wollen. (Im Originaltext wohlfeil dargestellt)

http://12koerbe.de/phosphoros/novalis.htm

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„Die Eigenschaft ist das weibliche Prinzip, das Subjekt, der Reiz ist das männliche Prinzip, das Objekt.“ 

Mit solchen Sätzen streift Novalis, ohne es selbst noch zu wissen, an die Urpolarität: Seele und Bild.

Beide Pole, in welcher Gestalt sie immer zusammentreffen, erzeugen ein magnetisches Wechselverhältnis mit der Neigung zum Ausgleich des Spannungsgefälles. Der magische Kreis umfasst grundsätzlich alle Erfahrungsgegenstände, dergestalt dass es gleichgültig ist, ob man die Anziehung zweier kosmischen Massen aus dem Gesichtspunkt der Sympathie oder die Sympathie zweier Menschengemüter aus dem einer kosmischen Gravitation erklärt. Der orphische Eros ist zum Erklärungsprinzip der Metaphysik geworden; das Symbol von Vermählung, Schwangerschaft und Geburt tritt an die Stelle der Lösung des „Rätsels der Welt“.

Ludwig Klages. Der Geist als Widersacher der Seele, 899 (Aus der Vorgeschichte der Entdeckung der Bilder)

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Novalis (Friedrich von Hardenberg), 1777-1801, der bekannte Dichter, ist auch als Philosoph beachtenswert, als ein von Hemsterhuis und besonders von Kant, Fichte und Schelling beeinflußter Romantiker. Außer dem Roman »Heinrich von Ofterdingen« kommen hier besonders die »Fragmente« in Betracht, welche eine Menge philosophischer Aphorismen enthalten.

Novalis verkündet einen »magischen Idealismus«, der von der Macht des Geistes über die Natur durchdrungen ist. Aus dem Geiste allein ist die Natur zu begreifen und durch den Geist wird sie beständig gestaltet, erneuert. Die Philosophie ist »Heimweh, ein Trieb, überall zu Hause zu sein«, das »Poem des Verstandes«, eine »Erregung des wirklichen Ich durch das idealische Ich«, die Kunst, ein Weltsystem aus den Tiefen unseres Geistes heraus zu denken. »Erst im vollständigen System aller Wissenschaften wird die Philosophie recht sichtbar sein«. Philosophie ist »das Ideal der Wissenschaft überhaupt«, die »vollendete Intelligenz«. Die wahre Philosophie ist »realistischer Idealismus« und beruht auf »höherem Glauben«; sie behandelt die »Ehe von Natur und Geist«.

http://www.textlog.de/cgi-bin/search/proxy.cgi?terms=novalis%20&url=http%3A%2F%2Fwww.textlog.de%2Fnovalis.html

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