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Posts Tagged ‘Mythos’

Für meinen Film „Wildes Denken – Europa im Dialog mit spirituellen Kulturen der Welt“ steuerte auch der Brasilienexperte der Wochenzeitschrift DIE ZEIT Thomas Fischermann ein Interview über seine Erfahrungen mit dem indigenen Stamm der Tenharim in Brasilien bei, ausserdem Film- und Fotomaterial. Fischermann erzählt vom intensiven Naturverhältnis des jungen Tenharim-Kriegers Madarejúwa, den er auf seinen Streifzügen durch den Regenwald begleitete und vom Schamanismus und den Schöpfungsmythen seiner Kultur…

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Und selbst der letzte aller Mythen, der Mythos von der Berufung des Künstlers, wird von den Zeitläuften zerstört, von der gesellschaftlichen Dekadenz. In unserer Epoche erleben wir, dass sich die Künste tiefer und tiefer in eine obskure und sterile Sackgasse hineinmanövrieren. Die Wissenschaft hilft den Künsten kaum, abgesehen davon, dass sie Radio und Kino beigesteuert hat. Erfindungen, die seinen Horizont enorm erweitern, ihn aber mehr als je zuvor der Politik des Staates und den Forderungen der Ungebildeten ausliefert, Disney ist der zehntrangige Shakespeare unserer Tage,

Palinurus, Seite 8o/81. Von Cyril Conolly

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Dekadenz des Mythos, denn es gibt keinen einigenden Glauben (wie im Christentum oder im Renaissancemenschen) mehr, der einem Autor das Gefühl der Ehrfurcht gestattet – einer Ehrfurcht, die er mit der Masse der  Menschheit teilt.

                                                                                                                                                               Palinurus, Seite 8o. Von Cyril Conolly

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Wie sieht ein Religionshistoriker wie Sie die schrecklichen Mythen der modernen Menschheit?

Der Religionshistoriker ist mit dem schrecklichen Phänomen der Entsakralisierung eines Ritus oder eines Mysteriums oder eines Mythos konfrontiert, indem der Mord einen religiösen Sinn hatte. Es ist eine Regression zu einer Stufe, die seit Jahrtausenden überwunden ist, aber diese „Regression“ findet nicht einmal mehr die frühere geistige Bedeutung wieder: es gibt keine transzendenten Werte mehr. Der Schrecken hat sich vervielfacht, und der Kollektivmord ist überdies „unnütz“, weil er keinen Sinn mehr hat. Deshalb ist diese Hölle wirklich die Hölle, die nackte, absurde Grausamkeit. Wenn die blutigen oder dämonischen Mythen oder Riten entsakralisiert werden, erhöht sich ihre dämonische Bedeutung auf schwindelerregende Weise, und es gibt nur noch reine Dämonisierung, Grausamkeit und absolutes Verbrechen.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem gewöhnlichen Mord und dem heiligen Mord?

Für die Azteken hatte das Menschenopfer den Sinn, dass das Blut der menschlichen Opfer den Sonnengott und die Götter im allgemeinen nährte und stärkte. Auch für die SS hatte die Vernichtung von Millionen Menschen in den Lagern einen Sinn, und sogar einen eschatologischen. Sie glaubte, dass sie das Böse gegen das Gute verkörperte. Man weiß, was für den Nazismus das Gute war: der blonde Mensch, der nordische Mensch, der reinrassige Arier … Alles übrige waren Verkörperungen des Bösen. Im iranischen Dualismus trägt jeder Gläubige, der ein dämonisches Tier tötet, zur Reinigung der Welt und zum Sieg des Guten bei. Es lässt sich vorstellen, dass diese Kranken oder diese Fanatiker, diese modernen Manichäer das Böse in bestimmten Rasse verkörpert sehen, in den Juden, in den Zigeunern. Sie millionenfach zu opfern war kein Verbrechen, da sie ja das Böse, den Dämon verkörperten. Dasselbe gilt für den Gulag und die apokalyptische Eschatologie der großen kommunistischen Freiheit.

(Sie haben Feinde vor sich, die das Böse darstellen und dem Sieg des Guten, dem Sieg der Freiheit (usw) im Wege stehen.).

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Schlägt man in dem 1922 von Ewald Gerhard Seeliger veröffentlichten „Handbuch des Schwindels“ unter dem Stichwort „Mythologie“ nach, so liest man: „Überlieferte Göttergeschichten, ganz geheime Geschichtsgaukeleien, Urvergangenheitsklitterung“. Solche Polemik wirkt überzogen, denn immerhin schon hundert Jahre zuvor hatte Schelling in Vorlesungen über die Philosophie der Mythologie herausgearbeitet, daß es sich hierbei keineswegs um Pseudologia phantastica oder Spökenkiekerei handele.- zeit.de

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Die sich ablösenden Generationen werden immer schlechter. Es wird die Zeit kommen, in der sie böse geworden sind, daß sie die Macht anbeten; Macht wird dann Recht für sie sein, und die Ehrfurcht vor dem Guten wird aufhören. Zuletzt, wenn niemand sich mehr über Untaten empört oder angesichts der Unglücklichen Scham empfindet, wird Zeus auch sie vernichten. Und doch könnte selbst dann noch etwas dagegen  getan werden, wenn sich nur das einfache Volk erheben und die Tyrannen stürzen würde, die es unterdrücken.

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