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Posts Tagged ‘Michael Lissek’

In havant, südengland, machen etwa 70 recht alte menschen radio. musik wird nur aus der zeit vor 1959 gespielt. werbungen müssen klingen wie damals. die moderatoren sind total unprofessionell und plauschen vor sich hin. wünsche und grüße werden versendet, lieder vor 30 jahren verstorbenen partnern gewidmet. gesendet wird aus einem kleinen ladenlokal in einer ranzigen, irgendwie stillgelegt wirkenden, einkaufsstrasse in havant. jeder darf reinkommen und bekommt dann einen kaffee. wenn man genau hinhört, fahren manchmal draußen autos vorbei…
klar, dieses radiomachen hat sicherlich so etwas wie eine therapeutische funktion. für die macher wie für die hörer. man fühlt sich nicht mehr so alt, wenn man etwas sinnvolles TUT. da fällt das aufstehen leichter, und man ist nicht allein. und dass tausende hörer das gut finden, macht die sache noch schöner. mithilfe der musiken und der gleichaltrigen moderatorInnen begeben die hörerInnen sich in eine reminiscence-therapy usw. aber das ist nicht das wesentliche an ANGEL, finde ich. das wesentliche an ANGELRADIO ist, dass hier auf eine völlig unaufgeregte art der tod verhandelt wird. unser verschwinden. und die frage beantwortet wird: was bleibt?
was bleibt sind die wellen.

https://www.hoerspielundfeature.de/angel-radio-102.html

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Helmut Heißenbüttel war literarischer Experimentator, Lyriker und Büchner-Preisträger. Seinen Lebensunterhalt allerdings verdiente er zwischen 1959 und 1981 als Redakteur des „Radio-Essays“ beim Süddeutschen Rundfunk. Diese Tätigkeit war bei weitem unglamouröser, als man sich das gemeinhin vorstellt …

Michael Lissek, aktueller Essay-Redakteur, hat sich tief ins Archiv gegraben und einen Material-Essay zusammengetragen, der Briefe an Arno Schmidt und Jean Amery ebenso beinhaltet wie die Bestellung von Tesafilm. Das Funkhaus: Ein seltsamer Ort …

https://www.swr.de/swr2/doku-und-feature/hoffentlich-bekommen-sie-ein-schlechtes-gewissen-beim-ansichtigwerden-meines-namens-helmut-heissenbuettel-im-buero-swr2-essay-2022-03-20-100.html

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Feature von Michael Lissek. Seit 2017 ist Michael Lissek Redakteur des Sendeplatzes „Essay“ bei SWR2

Schriftzeichen auf einem alten Pergament. Sie erzählen – vielleicht – von der Nibelungensage. Wer kann sie entziffern. Wer darf sie entziffern? Ein Feature über Medienaufmerksamkeit, Deutungshoheit und Wissenschaftsbetrieb.

Im März 2003 meldeten die Medien einen sensationellen Fund aus der Stiftsbibliothek Zwettl: Die Archivarin Dr. Charlotte Ziegler habe in einer Pappschachtel zehn fingerbreite Pergamentfragmente gefunden, die sie als bisher ältesten bekannten Nibelungenstoff entziffere. Das Echo war enorm: Alle großen Zeitungsfeuilletons, Radio- und Fernsehsender berichteten. Doch gleichzeitig mit der Verbreitung der Sensation wurden kritische Stimmen laut, vorzugsweise aus den Kreisen der Philologen. Frau Ziegler beherrsche das Mittelhochdeutsche gar nicht, ihre Lesarten seien haarsträubend. DLF Kultur

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NDR Kultur – Dienstag, 19. Januar 2021 um  20:05 Uhr

Im Sturm nahm Patricia Highsmith die Herzen nicht. “Ich habe nie erlebt, dass sie ein freundliches Wort von sich gab, eine nette Geste machte“, sagt ihr ehemaliger amerikanischer Verleger Otto Penzler, “abgesehen von ihren Büchern gibt es nichts, was ich an ihr mochte.“ Zurückgezogen und wie versteckt hat diese streitbare Dame die letzten Jahre ihres Lebens in der Schweizer Bergwelt verbracht, in einem bunkerartigen Haus, das nach ihren Entwürfen erbaut wurde. Das Feature von Michael Lissek setzt sich auf die Spur der Texte von Patricia Highsmith und die ihres nicht weniger ungewöhnlichen Lebens. (Hördat)

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in havant, südengland, machen etwa 70 recht alte menschen radio. musik wird nur aus der zeit vor 1959 gespielt. werbungen müssen klingen wie damals. die moderatoren sind total unprofessionell und plauschen vor sich hin. wünsche und grüße werden versendet, lieder vor 30 jahren verstorbenen partnern gewidmet. gesendet wird aus einem kleinen ladenlokal in einer ranzigen, irgendwie stillgelegt wirkenden, einkaufsstrasse in havant. jeder darf reinkommen und bekommt dann einen kaffee. wenn man genau hinhört, fahren manchmal draußen autos vorbei.
das radio, das diese menschen machen, klingt wundervoll. man pflegt die englische kulturtechnik des höflichseins (hello my dear), heisst: da werden keine meinungen (wie im deutschen ständig) geäußert, sondern zustände beschrieben. nichtigkeit geäußert, die über sich hinaus wachsen, charmanzen gepflegt und der geschmeidige umgang mit dem anderen. weil ANGELRADIO genau davon lebt, weil genau das der kern seines erfolges ist, ist sein konzept nicht auf deutschland übertragbar. auch das eine erkenntnis. – Von Michael Lissek

https://www.ardaudiothek.de/ndr-feature-box/angel-radio-der-soundtrack-der-erinnerung/68461812

https://www.deutschlandfunkkultur.de/angel-radio-der-soundtrack-der-erinnerungen.3691.de.html?dram:article_id=359447

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Wer war Hans Jürgen von der Wense (1894 – 1966)? Er war jedenfalls keine Erfindung literarischer Geister. 1920 schrieb der Kritiker Oskar Bie nach einem Konzert mit Werken des Komponisten: „Doch Hans Jürgen von der Wense stellte Bartók in den Schatten an Extremismus. Er arbeitet nur noch mit der reinen Materie des Rhythmus, des Melos, des Zusammenklangs – nicht mehr mit der rhythmischen, melodischen, harmonischen Form.“

Michael Lissek im Gespräch mit Bernd Künzig

‚Ich hatt einen Kameraden‘ ist eine Zerfetzung des Volksliedes in Stößen und Blitzen der Töne, das wir ein farbiges Wutgeheul zu sehen meinen, in dem, wie bei expressionistischen Malern, die Spur eines Gegenstands sich feindlich verliert.“ – radio.friendsofalan.de

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