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Posts Tagged ‘merkur-zeitschrift.de’

„Am Rande des Abgrundes kommt’s nicht nur auf Haltung an, sondern aufs Handeln.“

URS JAEGGI
Ästhetik als Unmoral
Nazistische Regression oder Trauerarbeit?
Deutschland, Deutschland, alles ist vorbei

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Anfang der 1960er Jahre häufen sich auf dem Schreibtisch von Rachel Carson, einer Chemikerin im US-amerikanischen Fish and Wildlife Service in Washington, die Zuschriften aus allen Winkeln Nordamerikas. Mal beredt, mal unbeholfen dokumentieren sie, dass Tierarten, die früher waren, heute nicht mehr sind. Es sind Reaktionen auf das Buch The Silent Spring, in dem Carson 1962 gegen massive Widerstände aus der Industrie den wissenschaftlichen Nachweis führen konnte, dass die flächendeckende Ausbringung von DDT und anderen Insektiziden die Hauptursache für dieses Artensterben war. Historiker lassen die moderne globale Umweltbewegung oft mit diesem einprägsamen Schlagwort vom »stummen Frühling« beginnen… merkur-zeitschrift.de

 

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Es war bei Beginn nicht absehbar, in welch scheußlicher Form der Titel dieser Typologie veranschaulicht werden würde: die dumme Unschuld vom Lande und der schlaue Zombie – ein geradezu unerschöpflicher Stoff für die politische Moritat! Inzwischen spielt jedermann die Lächerlichkeiten von Bonn nach. Der Provinzialismus, das Zurück in das geistige Schunkelmilieu ist deshalb nicht aufgehalten worden, ganz im Gegenteil. Ein gewisses spätes Moralisieren über die offen gelegte Korruption an der Spitze beweist, daß die Unschuld vom Lande wohl recht behält mit ihrer Bemerkung, sie sei ein guter, typischer Deutscher.- Teil 3 und Schluß

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Der Name Zombie stammt aus der Voodoo-Sprache. Zu uns kam er weniger durch populär gewordene Gelehrsamkeit westindische Rituale betreffend, als vielmehr durch eine bestimmte Unterabteilung des Horrorfilms. Seitdem weiß man, was Zombies sind: »Untote«, aus dem Grab Zurückgekehrte, zu einem marionettenhaften Leben erweckte Leichen, die wie Roboter zu allen möglichen Arbeiten eingesetzt werden können. Experten beschreiben sie als »schwerfällig, apathisch«, mit einem »stark verminderten Schmerzempfinden«.

Das Auffällige am Zombie, trifft man ihn in unseren Breiten, ist seine Unauffälligkeit, seine extreme Mittelmäßigkeit. Kein Zufall scheint es daher zu sein, daß er, obwohl in allen Lebensbereichen und Parteien anzutreffen, dort am häufigsten zu finden ist, am besten zu gedeihen scheint, wo das Mittlere, das Mittelmäßige und Mittelständische zum Thema erhoben wurde: merkur-zeitschrift.de

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Louis Philippe, der Bürgerkönig der Franzosen von 1830 bis 1848, wurde historisch erinnert durch zwei Merkmale: eine birnenförmige Erscheinung und einen an die Bourgeoisie gerichteten Ausspruch: »Enrichissez-vous!« – Bereichert euch! Die »Birne« und das Juste-milieu des sich liberal nennenden Vormärz sind als Inbild einer unrühmlichen Prosperität in der historischen Erinnerung eins. Daß die Mehrheit der einfachen Zuschauer die Groteske des derzeitigen Kanzlers der Westdeutschen offenbar nicht als Groteske wertet, ist nur ein weiterer Beleg für das Phänomen, das über Nacht, aber lang vorbereitet, auftauchte: Eine neue Staatssymbolik gilt es zu betrachten und zu benennen: Wir sprechen nicht von dem einen Mann, sondern von dem ganzen Schauspiel, den weiteren Hauptrollen, niederen Chargen und vor allem auch von dem dieses Stückchen gemütlich wiederkäuenden Publikum….,… merkur-zeitschrift

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Merkur, Nr. 240, April 1968

Sofern Vergangenheit als Tradition überliefert ist, hat sie Autorität; sofern Autorität sich geschichtlich darstellt, wird sie zur Tradition. Walter Benjamin wußte, daß Traditionsbruch und Autoritätsverlust irreparabel waren, und zog daraus den Schluß, neue Wege für den Umgang mit der Vergangenheit zu entdecken. In diesem Umgang wurde er ein Meister, als er entdeckte, daß an die Stelle der Tradierbarkeit der Vergangenheit ihre Zitierbarkeit getreten war, an die Stelle ihrer Autorität die gespenstische Kraft, sich stückweise in der Gegenwart anzusiedeln und ihr den falschen Frieden der gedankenlosen Selbstzufriedenheit zu rauben… – merkur-zeitschrift.de

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Merkur, Nr. 239, März 1968

»Derjenige, der mit dem Leben nicht lebendig fertig wird, braucht die eine Hand, um die Verzweiflung über sein Schicksal ein wenig abzuwehren …, mit der anderen Hand aber kann er eintragen, was er unter den Trümmern sieht, denn er sieht anderes und mehr als die anderen, er ist doch tot zu Lebzeiten und der eigentlich Überlebende.«
Franz Kafka, Tagebücher

»Ein Schiffbrüchiger, der auf einem Wrack treibt, indem er auf die Spitze des Mastbaums klettert, der schon zermürbt ist. Aber er hat die Chance, von dort zu seiner Rettung ein Signal zu geben.«
Walter Benjamin in einem Brief an Gerhard Scholem vom 17. April 1931.

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Merkur, Nr. 238, Januar / Februar 1968

Dies ist der erste von drei Teilen einer großen Studie, die es unternimmt, im Bilde eines Mannes, der zu den spannungsreichsten Geistern seiner Zeit gehörte, zugleich den Geist einer ganzen Epoche einzufangen, gleichsam zu konzentrieren. Der zweite und dritte Teil dieses wichtigen Beitrags zu der im Moment so lebhaften Diskussion über Benjamin und sein Werk folgen in den nächsten beiden Heften. Ad personam sei hinzugefügt, daß Walter Benjamin und Hannah Arendt in den Jahren der Pariser Emigration (1934/40) nahe Freunde waren. Ihr letztes ausführliches Gespräch hatten sie noch wenige Tage vor Benjamins Fluchtversuch nach Spanien in Marseille.- merkur-zeitschrift.de

»Will ich in mein‘ Keller gehn,
Will mein Weinlein zapfen;
Steht ein bucklicht Männlein da,
Tät mir’n Krug wegschnappen.
Will ich in mein Küchel gehn,
Will mein Süpplein kochen;
Steht ein bucklicht Männlein da,
Hat mein Töpflein brochen.«

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