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Posts Tagged ‘Martin Buber’

Ich fürchte, dies wird trotz der handfesten Bäume (vorhanden, aber nicht hier) ziemlich abstrakt. Ich schreibe es auf, weil mir die Idee seit Jahrzehnten nachgeht. Mal hat sie mich ergriffen, mal hab ich sie vergessen. Und unvermittelt taucht sie wieder auf, diese Vorstellung, dass alles, was da ist, einem Hin und Her folgt, bei dem Herausforderung und Verteidigung miteinander abwechseln und im Wechselspiel zehntausend konkret ausgeformte Gestalten in die Welt bringen, und dass die menschliche Sprache dem gleichen Muster folgt mit Ansprache und Antwort, so dass alles – Natur und Kultur – zum Dialog wird, zum Gespräch, das uns selber formt, indem wir den Anspruch der Dinge vernehmen und mit unserem Tun darauf antworten…,..

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Die Menschenwelt ist heute in zwei Lager aufgespalten, von denen jedes das andere als die leibhafte Falschheit und sich selber als die leibhafte Wahrheit versteht. Während des ersten Weltkrieges ist mir offenbar geworden, dass sich ein Prozess vollzieht, den ich bis dahin nur geahnt hatte: Die zunehmende Erschwerung des echten Gesprächs, und ganz besonders des echten Gesprächs zwischen Menschen verschiedener Art und Gesinnung. Der unmittelbare, rückhaltlose Dialog wird immer schwerer und seltener, immer unbarmherziger drohen die Abgründe zwischen Mensch und Mensch unüberbrückbar zu werden. Dies, so ging mir damals auf, ist die eigentliche Schicksalsfrage der Menschheit.

Seither habe ich unablässig darauf hingewiesen, dass die Zukunft des Menschen als Mensch von einer Wiedergeburt des Dialogs abhängt. Es gilt, das massive Misstrauen in andern zu überwinden, aber auch das in uns selbst.

Ich meine damit nicht das angestammte Urmisstrauen, etwa das gegen den Artfremden, den Unsteten, den Traditionslosen, das Misstrauen des Bauern im abgelegenen Gehöft gegen den plötzlich vor ihm auftauchenden Landstreicher.

Ich meine das universale Misstrauen unseres Zeitalters. Nichts steht dem Aufstieg einer Kultur des Dialogs so sehr im Wege wie die dämonische Macht, die unsere Welt regiert, die Dämonie des grundsätzlichen Misstrauens.

Entnommen aus:: Werkausgabe „Schriften zur Psychologie und Psychotherapie“

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(Gedanken im Buch von Bernardin Schellenberger: „Spirituelle Wendezeit“.)

Die Teilbereiche wuchern. Aber kein Teil kann Probleme lösen. Die Freiheit der Einzel-Teile ist eine Ellbogen-Freiheit. Die einen sagen es so: „Wenn ich wachse, musst Du kleiner werden“. Newtons Physik erklärte: „Wo sich ein Objekt befindet, da kann kein anderes sein“.

Dem entgegen sagt Martin Buber: „Du sagend werde ich erst zum Ich“.

Die moderne Systemtheorie behauptet: Wer einen anderen erniedrigt, erniedrigt auch sich selbst. Immer wenn ich einen anderen Teil unterdrücke, verarme auch ich selbst. Jedes Übervorteilen des Anderen setzt letztlich mich in den Nachteil. Ich kann mich nur dann entfalten, wenn sich alle anderen auch entfalten.

Gregory Bateson schreibt über den kosmischen Prozess der Selbstorganisation. Er versteht diesen als einen geistigen Prozess. Sinn findet der Mensch nur im Kontext. Sinn finden die Menschen nur im Ganzen, nie in der Isolation, nie als eigensinnige Teile. Tiefster endgültiger Sinn wäre demnach zu finden, wenn man in Beziehung zum allumfassenden Ganzen treten könnte.

 

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Martin Buber betont, dass die Grundlage der menschlichen Existenz eine dialogische ist. Erst im Kontakt mit anderen werden Individuen zu Individuen. Für ihn ist der Zweck der Beziehung ihr eigenes Wesen, sie selbst. Die Übertragung der Ich-Du Beziehung auf therapeutische Beziehungen hat jedoch Grenzen: wirkliche Ich-Du Beziehungen implizieren das Aufgeben von Zwecken oder Zielen, und dies ist ja in der therapeutischen Beziehung explizit nicht der Fall. Diese Annahme ist auch der Grund dafür, dass wirklich Ich-Du Momente derart selten und gleichzeitig derart wertvoll sind. Es sind die Sternstunden einer jeden Beziehung, wenn es gelingt, und sei es auch nur für kurze Augenblicke, über Zweck und Ziel hinauszugehen!

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Die Wanderschaft des Kinderlosen. Von Martin Buber.

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Insofern der Mensch sich an den Dingen genügen läßt, die er erfährt und gebraucht, lebt er in der Vergangenheit, und sein Augenblick ist ohne Präsenz. Er hat nichts als Gegenstände; Gegenstände aber bestehen im Gewesensein.

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Martin Buber hat die chassidischen Erzählungen gesammelt, sprachlich geformt und philosophisch durchleuchtet. Zum 140. Jahrestag des Philosophen wird an diese Welt gelebter Weisheit erinnert.

Chassidismus ist eine jüdische Frömmigkeits- und Erneuerungsbewegung in Osteuropa, die im 18. Jahrhundert in der Ukraine begann. Antriebskräfte eines Chassid, eines Gottbegeisterten, sind Glaube und Liebe. Liebe zu Gott und Liebe zu allem, was lebt. Durch den Philosophen Martin Buber ist die Welt der Chassidim im westlichen Europa bekannt geworden. Seine Schriften zum Chassidismus, allen voran „Die Erzählungen der Chassidim„, die 1949 im Manesse Verlag erschienen sind, fanden weite Verbreitung. – DLF Kultur

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Seit 1942 lebte Martin Buber im arabischen Viertel Abu Tor von Jerusalem, aus dem Mitte Mai 1948 alle Juden evakuiert werden sollen. »Buber weigert sich, seine Bibliothek zu verlassen. Einige Bücher, zusammen mit Sandsäcken, verstopfen die Fenster. Einer der Militärs fragt ihn, ob er etwas brauche; er verneint und weist nur darauf hin, dass er das Haus nicht ohne seine Bücher verlassen werde und dass die arabischen Nachbarn, mit denen er die besten Beziehungen habe, ihn schützen würden. Man musste ein Mittel finden, ihn zu überzeugen. Während der weiten Waffenruhe übernimmt seine (24-jährige) Enkeltochter Judith die Verhandlungsführung. Man stellt ihm also für den Umzug der Bibliothek Lastwagen zur Verfügung, die der Verteilung von Mehl dienen und leer zurückkehren – die Spuren davon wird man den Büchern lange ansehen. Nun erst erklärt sich Buber bereit, das Haus zu verlassen. […] Er wohnt zunächst in einer Pension […], und zieht dann in das ehemalige arabische Wohnviertel von Talbieh, wo er […] bis ans Ende seiner Tage wohnen wird; er kauft das Haus erst, nachdem er sich vergewissert hat, dass es nicht einem Araber weggenommen wurde.« (Dominique BourelMartin Buber: Was es heißt, ein Mensch zu sein [2015], Gütersloh 2017, S. 564f.)

antibuerokratieteam.net – BLANKERTZ BLOGGT

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Die Menschenwelt ist heute in zwei Lager aufgespalten, von denen jedes das andere als die leibhafte Falschheit und sich selber als die leibhafte Wahrheit versteht. …
Während des ersten Weltkrieges ist mir offenbar geworden, dass sich ein Prozess vollzieht, den ich bis dahin nur geahnt hatte: Die zunehmende Erschwerung des echten Gesprächs, und ganz besonders des echten Gesprächs zwischen Menschen verschiedener Art und Gesinnung. Der unmittelbare, rückhaltlose Dialog wird immer schwerer und seltener, immer unbarmherziger drohen die Abgründe zwischen Mensch und Mensch unüberbrückbar zu werden. Dies, so ging mir damals … auf, ist die eigentliche Schicksalsfrage der Menschheit. Seither habe ich unablässig darauf hingewiesen, dass die Zukunft des Menschen als Mensch von einer Wiedergeburt des Dialogs abhängt. Es gilt, das massive Misstrauen in andern zu überwinden, aber auch das in uns selbst. Ich meine damit nicht das angestammte Urmisstrauen, etwa das gegen den Artfremden, den Unsteten, den Traditionslosen, das Misstrauen des Bauern im abgelegenen Gehöft gegen den plötzlich vor ihm auftauchenden Landstreicher. Ich meine das universale Misstrauen unseres Zeitalters. Nichts steht dem Aufstieg einer Kultur des Dialogs so sehr im Wege wie die dämonische Macht, die unsere Welt regiert, die Dämonie des grundsätzlichen Misstrauens.- (via familylab auf facebook)

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