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Posts Tagged ‘Ludwig Tieck’

„Der Mensch wird geboren, ohne daß er es weiß. Seine innerlichen Gedanken „träumen“, äußerlich erzeugen sich indes andere Träume, die wir wiederum Taten nennen.“

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auch Johann Heinrich Voß; und sagt wörtlich zu ihm …

Einer meiner Hauptzwecke war Forschung der römisch-katholischen Religion. Sie schien mir ein fast erstorbener Baum; aus dessen Wurzel jedoch, wenn sie gepflegt würde, ein neuer Baum ersteigen würde, mit ursprünglicher Kraft ? – ich habe geforscht : und faul war die Wurzel, bis zu den äußersten Fäserchen!

Arno Schmidt: Ludwig Tieck – `Funfzehn` Vom Wunderkind der Sinnlosigkeit. Haffmans 1988

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…, mit ihrer verschrieenen Sprunghaftigkeit, ihrem Leichtsinn, ihrem scheinbar kindlichen Zauberwesen – achwas … – ist vielmehr der Ausdruck des verwegensten Realismus in Lebensführung und Kunst.

Die zugrunde liegende Erkenntnis: daß alles Dasein ein lebenslängliches Hakenschlagen ist, vor der Gefahr des Gefressenwerdens, ist mit nichten „oberflächlich“; wer sein Leben dementsprechend einrichtet, mit nichten „leichtfertig“; und der Dichter endlich, der dies Chaos redlich abzubilden unternimmt, ist mit nichten „verantwortungslos“!

(Wie meinen ? Die Romantik als bewußter Versuch, für die Überzeugung von der Instabilität der Welt, wie des Einzellebens, den künstlerischen Ausdruck zu finden:) Das ist schon fast richtig.- (bedeutsam)

: es wäre sogar möglich: daß man die Romantiker allmählich, bewußt und systematisch, zu belanglosen Märchenerzählern degradierte; zu liebenswürdigen Trotteln, die man nachsichtig in einer ´blauen Stunde`, und versonnen, zu Hand nimmt. Denn in Wirklichkeit waren die Romantiker gefährlichste Leute – vom Gestapo-Standpunkt aus:

ausdauernd=labil; peinlich wohlversehen mit der Gabe, den Widersinn von Regierungsmaßnahmen mit dem Widersinn der Kunst zu kontern; der tapfere dünne Lärm zwischen den Felsenzähnen des Daseins. (155/156)

Arno Schmidt über Ludwig Tieck –  Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung im Haffmans Verlag

 

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Frankfurter Anthologie

Überhaupt sollten Pflanzen und Blumen mehr ihre Titel von den menschlichen Gemüthsbewegungen hernehmen…eine andere Pflanze Minnetrost, Sehnsuchtskeim, Thränenquell, Venuslächeln, wie wir schon das Venushaar besitzen“, schreibt der Romantiker Ludwig Tieck 1832 in seiner Novelle „Der Jahrmarkt“.

Rolf Dieter Brinkmann stellt das Zitat 1974 als Motto über sein fragmentarisches Amerika-Poem „Eiswasser an der Guadelupe Str.“, das mit untenstehendem Gedicht beginnt: in ihrer Einfachheit und Alltäglichkeit fast anrührende Verse von einem Frühlingsabend in irgendeiner Großstadt der westlichen Hemisphäre.

„Eiswasser an der Guadelupe Str.“ aus dem gleichnamigen Gedichtband von Rolf Dieter Brinkmann, gelesen von Thomas Huber

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Einleitung des Herausgebers: Es ist bekannt, daß unsern Dichter sein ganzes Leben hindurch der Plan beschäftigt hat, in einem großen umfassenden Werke seine durch die vielseitigsten Studien erlangten Urteile über Shakespeare und seine Zeit niederzulegen, und ebenso bekannt ist es, daß er niemals dazu gekommen ist, diesen Plan auszuführen…

In unsrer allgemeinen Einleitung ist näher ausgeführt, inwiefern Tieck, trotzdem er uns das verheißene Shakespeare-Werk schuldig geblieben, durch Wort und Schrift für ein besseres Verständnis des englischen Dichters in Deutschland gewirkt hat. Bei weitem das Schönste und Bleibendste aber, das seiner Liebe zu Shakespeare entquoll, ist nicht ein wissenschaftliches, sondern ein poetisches Werk, die Novelle, welche die nachfolgenden Blätter unsern Lesern darbieten. Das »Dichterleben«, dem 1824 zwei andre Novellen: »Die Gesellschaft auf dem Lande« und »Pietro von Abano«, vorausgingen, ist noch 1824 begonnen, und am 20. August des folgenden Jahres konnte der Verfasser seinem Freunde Karl Förster die vollendete Dichtung vorlesen…

Sehr richtig hatte der Dichter am 27. April 1818 an Solger geschrieben: »Shakespeare ist nur der Mittelpunkt des englischen Theaters und der neuen Kunst; kennt man nicht genau, was vor ihm war, so bleibt er ein Rätsel, und man schreibt ihm am leichtesten das zu, was er mit allen gemein hat; seine Zeit und Nachwelt muß man auch studieren, um erst vollständig überzeugt zu sein, wie er uns der Schlüssel unsrer Welt und aller unsrer Zustände ist. Leider bleibt er so vielen immer nur noch eine Rarität.“ – via: http://gutenberg.spiegel.de/buch/dichterleben-5467/1

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„Es zittert Morgenschein

Mit blödem Licht

Errötend durch dein Zimmer“

Unter den Prosaschriften lassen naturgemäß die grundsätzlich beschreibenden die stärkste Anwendung der Farbe zu. Die „Briefe aus der Schweiz“ schildern den Anblick der Eisgebirge vom Fort de St. Sergues aus: „Die letzten . . schienen in einen leichten Feuerdampf aufzuschmelzen; die nächsten standen noch mit wohlbestimmten roten Seiten gegen uns, nach und nach wurden jene weiß, grün, graulich . . . Wie ein gewaltiger Körper von außen gegen das Herz zu abstirbt, so erblaßten alle langsam gegen den Montblanc zu, dessen weiter Busen noch inmer rot herüberglänzte und auch zuletzt uns noch einen rötlichen Schein zu behalten schien, wie man den Tod des Geliebten nicht gleich bekennen . . . will“.

Es ließen sich noch mehrere Beispiele für die farbige Illustration des Reisewerkes anbringen. Prächtiges Kolorit erzeugt in der „Italiänischen Reise“ die Sonne des Südens. In Venedig betrachtet Goethe die Gondoliere auf den Rändern ihrer Barken, „leichtschwebend, buntbekleidet, . . . wie sie auf der hellgrünen Fläche sich in der blauen Luft zeichneten“, und er glaubt, das beste, frischeste Bild der venetianischen Schule vor sich zu haben. „Der Sonnenschein hob die Lokalfarben blendend hervor, und die Schattenseiten waren so licht, daß sie verhältnismäßig wieder zu Lichtern hätten dienen können“. Das Blitzlicht der Wiederscheine in dem meergrünen Wasser setzt „die Tüpfchen auf’s i“ …

https://archive.org/stream/3381502/3381502_djvu.txt

Full text of „Ludwig Tieck und das Farbenempfinden der romantischen Dichtung [microform]

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Der fühlt sich da wie in einem verzauberten Walde; er hört die unterirdischen Quellen melodisch rauschen; er glaubt manchmal, im Geflüster der Bäume, seinen eigenen Namen zu vernehmen; die bleitblättrigen Schlingpflanzen umstricken manchmal beängstigend seinen Fuß; wildfremde Wunderblumen schauen ihn an mit ihren bunten sehnsüchtigen Augen; unsichtbare Lippen küssen seine Wangen mit neckender Zärtlichkeit; hohe Pilze, wie goldne Glocken, wachsen klingend empor am Fuß der Bäume; große schweigende Vögel wiegen sich auf den Zweigen und nicken herab mit ihren klugen langen Schnäbeln; alles atmet, alles lauscht, alles ist schauernd erwartungsvoll: – da ertönt plötzlich das weiche Waldhorn, und auf weißem Zelter jagt vorüber ein schönes Frauenbild mit wehenden federn auf dem Barett, mit dem Falken auf der Faust …

… weißem Zelter? – http://www.heinrich-heine.net/schuled2.htm – Die romantische Schule – Erstes Buch +2 +3 + Anhang

wo wir dabei sind: – http://www.literaturnische.de/Trakl/nach.htm . – Georg Trakl: Der dichterische Nachlass

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