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Posts Tagged ‘Ludwig Klages’

„Die Eigenschaft ist das weibliche Prinzip, das Subjekt, der Reiz ist das männliche Prinzip, das Objekt.“ 

Mit solchen Sätzen streift Novalis, ohne es selbst noch zu wissen, an die Urpolarität: Seele und Bild.

Beide Pole, in welcher Gestalt sie immer zusammentreffen, erzeugen ein magnetisches Wechselverhältnis mit der Neigung zum Ausgleich des Spannungsgefälles. Der magische Kreis umfasst grundsätzlich alle Erfahrungsgegenstände, dergestalt dass es gleichgültig ist, ob man die Anziehung zweier kosmischen Massen aus dem Gesichtspunkt der Sympathie oder die Sympathie zweier Menschengemüter aus dem einer kosmischen Gravitation erklärt. Der orphische Eros ist zum Erklärungsprinzip der Metaphysik geworden; das Symbol von Vermählung, Schwangerschaft und Geburt tritt an die Stelle der Lösung des „Rätsels der Welt“.

Ludwig Klages. Der Geist als Widersacher der Seele, 899 (Aus der Vorgeschichte der Entdeckung der Bilder)

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Klages – Ludwig Klages hat sich wiederholt als Kassandra bezeichnet, als Warner vor einem verhängnisvollen Weg, den die Menschheit seit Beginn des „historischen Prozesses“ eingeschlagen hat. Den Untergang der Menschheit, ja sogar des Planeten vor sich sehend, hielt er es für seine Bestimmung, wie er in seinem Nachlasswerk Rhythmen und Runen (1944) schreibt, „dem Leben ein Monument zu errichten“. Man darf diese Überzeugung nicht schlechtweg als Pessimismus werten, denn jeder, der sich in das philosophische Werk von Klages vertieft, wird feststellen, dass es bis heute unausgeschöpfte Einsichten birgt.

Nachdem er in Hannover das humanistische Gymnasium absolviert hatte, studierte Klages „mehr aus praktischen Gesichtspunkten“ als aus „inneren Gründen“ Chemie mit den Nebenfächern Physik und Philosophie in Leipzig, Hannover und München. Hier promovierte er mit einer Arbeit aus dem Gebiet der Experimentalchemie. Innerlich hatte er sich damals bereits von der naturwissenschaftlichen Denkweise abgewandt und umfangreiche Kenntnisse auf philosophischen, psychologischen und geisteswissenschaftlichen Gebieten erworben. Doch waren es letztlich nicht in erster Linie akademische Anregungen, welche die Hinwendung zur Philosophie und Psychologie bewirkten. Vielmehr waren dafür gewisse mystische Erlebnisse in seinen Jugendjahren verantwortlich, daneben die Begegnungen mit einigen bedeutenden Persönlichkeiten des Geisteslebens.- ludwig-klages.de

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.. Die ersten Menschen, noch nicht losgerissen von der schöpferischen Muttererde .. fühlen die geheimsten Regungen der Außenwelt in ihrem Innern nach vibrieren. Aber von dem Augenblick an, wo sich der Mensch im Gegensatz zur Natur als etwas Besonderes fühlt .., um ein selbstbewusstes Eigenleben zu führen, wird das Band .. immer lockerer.. So beginnt mit der ersten Regung des Bewusstseins der Irrtum.“ (Schindler)

(Ludwig Klages, 900 – Der Geist als Widersacher der Seele)

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Hat doch Goethe den Begriff des Urphänomens geprägt und damit allein schon bekundet, dass sein forschender Sinn nicht den Ur-Sachen nachging, sondern auf dem Wege zu den Ur-Bildern war! Im Gegenteil zur Newton`schen Mechanik und zur physikalischen Denkweise überhaupt war es für ihn der Lebensgehalt der Wahrnehmungsdinge, woraus er als Forscher schöpfte, und somit bei seiner weltzugekehrten Sinnlichkeit das (visuelle)  Anschauungsbild, auf das sich jedes seiner Wahrworte bezieht.

Er habe sich zwar nach allen Seiten hin umgetan, äußerte er einmal zu Eckermann, jedoch immer nur in der Richtung auf solche Gegenstände, „die durch die Sinne wahrgenommen werden“. Seine Naturstudien, heißt es anderswo, ruhten „auf der reinen Basis des Erlebten„; und in den „Sprüchen in Prosa“ steht der nach seinen Folgen unermessliche Satz:

Man suche nur nichts hinter den Phänomenen, sie selbst sind die Lehre!“

Hätte auch niemals Goethe zu denken vermocht und niedergeschrieben, womit der jugendliche Novalis vom Glaubensgehalt romantischen Trachtens den Sinn enthüllt „Das Äußere ist ein in Geheimniszustand erhobenes Innere„, …

Ludwig Klages – Der Geist als Widersacher der Seele – Seite 889 – Bouvier Verlag 1981

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… ist nur eine Möglichkeit und kann daher nicht auf die Gegenwart (und noch weniger auf Vergangenes) wirken. In diesem Sinne ist sie unwirklich.

Die wirkliche Zeit aber ist, wie Ludwig Klages so schön sagt, „das Pulsieren der Ewigkeit“.

 

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Das Jetzt oder der dauerlose Augenblick ist unerfahrbar und liegt doch aller Zeiterfahrung zugrunde. Als Erfahrung vom Unerfahrbaren ist das Jetzt also ein Emotionsbegriff der Zeit.

 

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