Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Lao Tse’

Der Daoismus gilt als „Seele Chinas“, als ursprünglichster, echtester Ausdruck chinesischen Denkens und Fühlens. Was ist das für eine Philosophie und Religion, die das Namenlose, Unergründliche ins Zentrum ihres Glaubens stellt?

Die begriffliche Unschärfe des Dao ist kein terminologisches Versagen, sondern wesenhaft und angemessen. Nur das Leere kann die Unendlichkeit fassen. Da das Dao ewig, unendlich, gestaltlos und absolut ist, lässt es sich nicht in enge Begriffsgrenzen sperren. Was das Dao ist, lässt sich allenfalls umkreisen, in paradoxen und bildhaften Wendungen ahnen, als Schwingungsfeld erfahren, durch Leerstellen andeuten. Das Dao lässt sich intuitiv schauen, quasi im Augenwinkel erfahren, aber nicht trennscharf erklären.

 Die Ursprünge des philosophischen und kosmologischen Dao verlieren sich im Dunkel der chinesischen Geschichte. Vermutlich gehen seine Anfänge weit hinter das erste vorchristliche Jahrtausend zurück. Etwa um 400 vor Christus manifestiert sich die Lehre vom Dao in einer Textsammlung, die einige Jahrhunderte später „Tao-te-King“ heißen und als Werk des Lao-tse gelten wird. Das Rätselraten um den vermeintlichen oder tatsächlichen Verfasser der daoistischen Urschrift dauert schon lange und hält an. Die Legende sagt, er habe im 6. Jahrhundert vor Christus als Archivar gelebt und aufgrund des Sittenverfalls und der Unordnung im Land beschlossen, China zu verlassen. Kurz bevor er die Westgrenze passiert, bittet ihn ein Zöllner, sein Weisheitsbuch zu schreiben. So könnte es gewesen sein.- bayern2

Read Full Post »