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Posts Tagged ‘Lange Nacht’

Deutschlandradio Kultur – Von Günter Beyer

Moore, das sind karge Landschaften voller Mythen und Geheimnisse, zwischen Erde und Wasser, zwischen fest und flüssig. Im Moor treibt es schaurige Gestalten um. Irrlichter locken. Die Archive sind voll von Berichten einstiger Unwegsamkeit und Ödnis der sagenumwobenen Feuchtgebiete. Wer nicht aufpasste, konnte versinken. Man schickte Kolonisten und Strafgefangene in Moor, um es trocken zu legen, Torf zu stechen und urbar zu machen. Den „Moorsoldaten“ drohte im Nationalsozialismus Vernichtung durch Arbeit. Freiwillig kamen Maler und Fotografen und berauschten sich an der Ursprünglichkeit des Torflandes, obwohl doch alles mit der „dunklen Tintenfarbe des Moores“ überschüttet scheint. Dichter machten das Moor zur Bühne für Alpträume, auch zeitgenössische Schriftsteller führen ihre Leserschaft zum Gruseln ins Moor. Nüchterne Wissenschaftler stießen auf Leichen, die sich das Moor vor Jahrtausenden geholt hat. Das Moor wehrt sich und lässt Teile einer nagelneuen Autobahn in die Tiefe sinken. Erst langsam besinnt man sich der ökologischen Qualität der Moore. Moore speichern Kohlendioxid und entziehen das Gas der Umwelt. Heute gelten die verbliebenen Moore als Verbündete im Klimaschutz.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-ueber-das-moor-dlf-kultur-7eb38a9d-100.html

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Eine Lange Nacht über Virginia Woolf – Von Astrid Nettling

https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-ueber-virginia-woolf-dlf-kultur-7638557b-100.html

Unbestritten zählt Virginia Woolf (1882 – 1941) zu den Großen der literarischen Moderne. Früh nimmt sie die Herausforderung an, mit ihrem Schreiben dem neuen Jahrhundert gerecht zu werden. „Ich will alles Nutzlose, Abgestorbene, Überflüssige eliminieren: dem Augenblick ganz geben, was immer er enthält.“ Von Kindheit an ist sie oft krank und übernervös. Seelische Krisen zwingen sie, als Schriftstellerin zu pausieren. Trotz all dieser Probleme hat sie ein beeindruckendes Oeuvre geschaffen. Neun Romane – darunter „Mrs. Dalloway“, „Zum Leuchtturm“, „Orlando“, „Die Wellen“, viele Essays, in denen sie sich mit literarischen Fragen beschäftigt, aber ebenso mit spitzer Feder in die männerdominierte Welt ihrer Zeit hineinsticht. Unzählige Briefe und Tagebücher kommen hinzu. Brillant, witzig, boshaft, zugleich nachdenklich und freimütig gewährt Virginia Woolf so Einblicke in ihre ebenso fragile wie dem Leben zugewandte Persönlichkeit. Lange stemmt sie sich durch ihr Schreiben gegen all die lauernden persönlichen Abgründe. Zudem überschatten Krieg und Zerstörung die letzten Jahre ihres beschwerlichen Lebens:

„Wenn der Krieg nicht wäre, dann würde ich immer weiter nach oben schweben, in diese erregende Schicht, in der man so selten lebt.“

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Eine Lange Nacht über Widerstand und Schwarze Selbstbefreiung 

Black Lives Matter – Widerstand gegen Unterdrückung und rassistische Willkür gibt es, seit der Europäer das Narrativ vom „Schwarzen“ erfunden hat. Die Formen des Widerstands sind dabei höchst unterschiedlich: Ende des 18. Jahrhunderts führen in Haiti geheime Voodoo-Zeremonien und Sklavenaufstände zum ersten vom Kolonialismus befreiten Staat; in Zimbabwe ruft ein spirituelles Medium durch die Stimmen der Ahnen zum Krieg gegen die Kolonialherren auf. Intellektuelle wie der senegalesische Dichter und Präsident Léopold Senghor prägen den kulturpolitischen Begriff der Négritude. Der brillante Denker Frantz Fanon aus Martinique wiederum dekonstruiert schon in den 50er-Jahren den Begriff „Rasse“. Auch hinter einer scheinbar unpolitischen Bewegung wie dem modebesessenen Sapeurs in der Kolonie Belgisch-Kongo steckt der Wunsch nach Selbstermächtigung. In den USA stellen Schwarze Jazzmusiker und Blues-Ikonen den Hörgewohnheiten der weißen Mittelschicht radikale Klänge entgegen, denn in den 60er-Jahren gilt: „Black is Beautiful“. James Baldwin dagegen verwehrt sich mit seinen Essays gegen jegliche Zuschreibungen und politischen Aktivismus mit der elementaren Einsicht: „I am not your negroe“.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-ueber-schwarzen-widerstand-von-voodoo-jazz-und-befreiungskampf-100.html

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Eine Lange Nacht über Ingmar Bergman 

Deutschlandradio Kultur – Samstag, 10. September 2022 um 00:05 Uhr

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Ingmar Bergman war nicht nur der radikale Filmautor, der nach ein paar Beiträgen zur frühen europäischen Nachkriegsklassik wie „Wilde Erdbeeren“ und „Das siebte Siegel“ mit „Das Schweigen“ einen der größten Skandale der Kinogeschichte auslöste und danach zum unerbittlichen Chronisten der Beziehungs- und Gefühlskatastrophen bürgerlicher Menschen wurde. Er war zugleich ein Erneuerer des Theaters, der die Arbeit mit den Schauspielern auf ein anderes Niveau brachte.

Schließlich war Bergman auch ein Autor von Rang, der seine eigenen Erinnerungen als Buch wie als Film poetisch gestaltete. Bergman hat sich selbst und seine Emotionen im richtigen Leben stets verborgen, um beides allerdings umso mehr in seine Filme einfließen zu lassen. Zeit seines Lebens konnte er die Zurückweisung und Kälte seiner Eltern nicht verwinden. Für seine eigenen Kinder wurde er dabei selbst zum großen Abwesenden. (Hördat)

Hörbar: https://www.deutschlandfunkkultur.de/ingmar-bergman-filme-100.html

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Die Lange Nacht vom Geheimnis – Von Stefan Hilsbecher

Deutschlandfunk Samstag, 3. September 2022 um 23:05 Uhr

Jeder hat eines und will es bewahren. Jeder glaubt, andere haben eines und will es erfahren. Kaum etwas verschafft mehr Befriedigung als die Enthüllung fremder Geheimnisse. Weniges löst größere Angst aus als die mögliche Enthüllung eigener Geheimnisse. Geheimnisse schützen Personen und grenzen Personen aus. Geheimnisse können süß oder schmutzig sein, Teil eines koketten Spiels der Verbergung oder tödliche Gefahr. Geheimnisse führen uns einerseits an unsere Grenzen und darüber hinaus, konfrontieren uns mit dem Unvertrauten und Verdrängten. Andererseits sind sie das Intimste, das wir haben; das Teilen von Geheimnissen definiert den inneren Kreis einer Person, die Demarkationslinie zwischen Freunden und Bekannten. Kurz, Geheimnisse umfassen und bestimmen die gesamte menschliche Existenz. ..

https://www.deutschlandfunkkultur.de/lange-nacht-vom-geheimnis-dlf-kultur-1e094b92-100.html

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(Ursendung)

https://www.deutschlandfunkkultur.de/eine-lange-nacht-ueber-guenther-anders-der-blick-vom-turm-100.html

Immer von Neuem beschrieb Günther Anders die Beschränktheit seiner Vorstellungskraft. Als er in Amerika im Exil war, versuchte er sich „Auschwitz” und „Hiroshima” vorzustellen; nach seiner Rückkehr nach Europa versuchte er sich beim Anblick der Ruinen den Krieg vorzustellen.

Es ist inzwischen leichter, 100.000 Menschen mit einer Flugzeugbombe oder einer Rakete umzubringen, als einen einzelnen Menschen, den man in die Augen sieht, zu töten. In gewissem Sinne wird die Menschheit nie mehr ohne Atomwaffen leben können, denn die Blueprints sind wie die diabolische Verwirklichung der Ideen Platons nicht auszulöschen.

Günther Anders: „Wenn ich verzweifelt bin, was geht’s mich an! Machen wir weiter, als wären wir es nicht!“

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Von Markus Metz und Georg Seeßlen – Deutschlandfunk Kultur

Er war die wilde Energie des neuen deutschen Films; der „Satansbraten“, wie er sich selber nannte, der zwischen Leben und Kunst keinen Unterschied machte. Das ruhelose enfant terrible, das schon an der nächsten Arbeit war, bevor die vorige herausgekommen oder grandios gescheitert war. Rainer Werner Fassbinder hat eine ganz eigene Filmsprache und ein Empfinden für Räume und Beziehungen entwickelt. Viele Filmemacher in der ganzen Welt beziehen sich auf dieses Welt-bild, das die intimsten Gefühle und die historischen Geschehnisse zusammenbringen kann. Gerne wäre er, bei allen seinen Talenten, noch zur Musik gekommen. Das und vieles andere wahrscheinlich verhinderte sein früher Tod. Fassbinder hatte nicht allzu viel Zeit, zum Mythos zu werden. Vor 40 Jahren, am 10. Juni 1982, starb er mit 37 Jahren.

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https://www.deutschlandfunkkultur.de/estland-unabhaengigkeit-geschichte-kultur-100.html

Geschichte und Kultur Estlands – „WIR haben noch die Erinnerung“

Das Gebiet des heutigen Estlands wurde seit Jahrhunderten von Dänen, Deutschen, Schweden und Russen beherrscht. Nur während einer kurzen Frist von 1920 bis 1940 war das Land unabhängig und hatte eine bürgerliche Regierung. Seit der „Singenden Revolution“ von 1991 versucht Estland nun, seine Identität, seinen Kern, seine Substanz wiederzufinden.

Diese Ausgabe der „Langen Nacht“ spiegelt die dramatischste Phase wider: das Trauma der sowjetischen Okkupationszeit zwischen 1939 und 1991. Außerdem geht es um die Bedeutung des Gesangs und der Lieder, die zum Überleben der estnischen Identität beigetragen haben.

Doch auch das „Kalevipoeg“ ist ein Identitätsanker: Ohne das Nationalepos aus dem 19. Jahrhundert hätte sich die estnische Sprache nicht weiterentwickelt. Auch in elektronischen (Re-)Konstruktionen des Dichters und Lyrikers Jüri Reinvere oder in den Kompositionen Arvo Pärts entwickeln estnische Komponisten eigene Klangmuster.

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Deutschlandradio Kultur – (Ursendung) – Von Sven Rücker

Eines wird klar: Was das Alleinsein aus uns macht, hängt wesentlich davon ab, was wir aus dem Alleinsein machen.

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