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Posts Tagged ‘Lange Nacht’

Von Klassik über Jazz und Blues bis zu Folk und Rockmusik – seit jeher gilt „Tiefe“ als besonderes Qualitätskriterium. Wo es Musik gelingt, tiefe Empfindungen auszudrücken und hervorzurufen oder tiefgründig Erfahrungen zu reflektieren, verankern sich Töne und Texte tief in der Seele ihrer Zuhörer. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts zelebriert und recodiert besonders die afro-amerikanische Popularmusik die Qualität der Deepness (Tiefe) in Blues, Spiritual Jazz, Soul oder House. Diese Tendenz überschneidet sich zum Teil mit einer ganz anderen Dimension von Tiefe – den Bassfrequenzen. Ob im Kirchenraum, im Kino oder im Club, Bass zielt auf Bauch und Herz und lässt Gemeinschaften vor Furcht und Freude erzittern. Von einer Kultur der tiefen Töne kann die Rede sein, wo sich in der Pop-Musik der Bass heute von seiner einstigen Begleitfunktion emanzipiert und zum dominanten Sound in Reggae, Hip-Hop, Dubstep und anderen Spielarten elektronischer Tanzmusik entwickelt hat. Eine Lange Nacht über unterschiedliche Tiefendimensionen in der Musik. (Hördat)

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DLF Kultur – (Ursendung). Von Uli Hufen

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881) führte ein Leben wie ein Roman. Mit 25 war er ein berühmter Schriftsteller und Star der Petersburger Szene. Mit 28 wurde er zum Tode verurteilt, zur Hinrichtung geführt und im letzten Moment begnadigt. Seinen 30. Geburtstag verbrachte Dostojewski in Ketten in einem sibirischen Arbeitslager. Nach seiner Rückkehr aus Lager und Verbannung entstand in einer knapp über 20 Jahre dauernden Arbeitsorgie und unter unvorstellbaren Bedingungen das Werk, das Dostojewski zur Legende machte: die Romane „Verbrechen und Strafe”, „Die Dämonen”, „Der Idiot” und „Die Brüder Karamasow”, das „Tagebuch eines Schriftstellers” und „Der Spieler”, die „Aufzeichnungen aus einem Totenhaus” und die „Aufzeichnungen aus einem Kellerloch”. Dostojewski ist praktisch immer pleite und in Konflikt mit Verlegern. Er muss Knebelverträge unterschreiben, sehr schnell arbeiten und sich jahrelang vor dem Schuldturm in Europa verstecken. Nebenbei: Zeitschriften gründen und leiten. Mehrere Kinder sterben als Babys, seine erste Frau stirbt an Tuberkulose. Er selbst leidet unter Epilepsie und Spielsucht. Und schreibt und schreibt und schreibt.

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Deutschlandradio Kultur – Ilse Aichinger ist eine der wichtigsten Autorinnen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur und die von der rätselhaften Schönheit ihrer Texte ausgehende Faszination ist ungebrochen. Dieses akustische Porträt widmet sich Leben und Werk der 1921 geborenen österreichischen Schriftstellerin. Zu hören sind Gedichte und Erzählungen von ihr, Originaltonaufnahmen, Auszüge aus Interviews mit Ilse Aichinger sowie mit ihren Freunden und Weggefährten. Erstmals zu hören sind auch Teile aus dem unveröffentlichten Briefwechsel zwischen Ilse Aichinger und ihrer Zwillingsschwester Helga, die am 4. Juli 1939 mit einem der letzten Kindertransporte die Stadt Wien nach England verließ. Ilse Aichinger blieb zum Schutz ihrer jüdischen Mutter zurück, das geplante Nachkommen war nach dem Kriegsausbruch im September 1939 völlig aussichtslos.

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Deutschlandradio Kultur (Ursendung)

Jean-Luc Godard, 1930 in Paris geboren, wuchs als Kind einer großbürgerlichen Familie in der Schweiz auf. Er studierte an der Sorbonne Ethnologie und lernte früh François Truffaut, Jacques Rivette und Eric Rohmer kennen. Zunächst arbeitete er als Filmkritiker für die Zeitschrift Cahiers du Cinéma. 1959 drehte er seinen ersten Spielfilm „Außer Atem“ mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg in den Hauptrollen. Es war sein erfolgreichster und einflussreichster Film – mit ihm begann die Nouvelle Vague. In den folgenden sieben Jahren drehte er 15 Filme, darunter Der kleine Soldat, Pierrot le Fou, Eine Frau ist eine Frau und Die Verachtung. Mit dem Film Weekend, in dem der Wochenendstau auf einer französischen Landstraße zu einem Blutbad führt, verkündete er das Ende des Kinos.

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Jung, dynamisch, pragmatisch und vor allem optimistisch – diese Eigenschaften zeichnen erfolgreiche Menschen aus. So jedenfalls verheißt es die einschlägige Ratgeberliteratur. Die Unterhaltungsindustrie liefert dazu die Freizeitvariante: Alle sind gut gelaunt, ‚cool'“ natürlich. Sie tragen ein Lächeln im Gesicht und verschicken Smileys. Wer sich dem entzieht, trifft auf wenig Sympathien oder wird schnell als depressiv pathologisiert. Optimistisch stimmt nach wie vor auch die Fortschrittsgewissheit, die spätestens seit der Aufklärung die Geschichtsauffassungen prägte. Doch schon Sophokles weiß: „nicht geboren zu werden, (ist) für die Erdbewohner am besten.“ … froehliche-pessimisten

 

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Lange Nacht

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Deutschlandradio Kultur – Von Astrid Nettling. Die meisten kennen Dantes „Göttliche Komödie” dem Namen nach. Wer aber hat sie tatsächlich gelesen? Und doch fasziniert das Werk des in Florenz geborenen Dichters seit 700 Jahren die Menschen weltweit durch seine dichterische Kraft und Schönheit. Entstanden ist die „Divina Commedia” zwischen 1306 und 1321 in den langen Jahren seines Exils. Vollendet hat Dante sein Werk kurz vor seinem Tod. Er stirbt am 14. September 1321 in Ravenna. Die „Lange Nacht” nimmt den Hörer mit auf den so sprach- wie bildermächtigen Weg durch seine „Divina Commedia” und begleitet den Dichter durch die düsteren Schrecknisse des „Inferno”, die Läuterungen des „Purgatorio” und die lichterfüllte Schönheit des „Paradiso”.

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Deutschlandfunk Kultur – Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Der polnische Autor und Philosoph Stanisław Lem (1921-2006) gilt als Klassiker der Science-Fiction. Jahrzehnte vor ihrer tatsächlichen Entwicklung beschrieb er visionär komplexe Techniken wie virtuelle Realität, neuronale Netze und Nanotechnik. Lem ist einer der meistgelesenen Science-Fiction-Autoren und zugleich einer der schärfsten Kritiker der trivialen Spielart des Genres. Seine bekanntesten Werke sind neben „Solaris“ und „Der futurologische Kongress“ die „Sterntagebücher“ um den Weltraumfahrer Ijon Tichy. Über sie sagte der Schriftsteller Siegfried Lenz: „Ich wüsste kein Buch zu nennen, in dem so viel gebildeter Sarkasmus versammelt ist, so viel zärtlicher Spott, soviel Humor, Schabernack, Witz und lichter Tiefsinn wie in den Sterntagebüchern.“

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Samstag, 14. August 2021 um 23:05 Uhr im Deutschlandfunk 

„Aber in Hütten wohnet der Mensch“ – Von Fabian Goppelsröder

Als kleiner, häufig provisorisch aufgestellter Schutzraum hatte die Hütte lange Zeit ein schlechtes Image. „Rohe Völker, die auf der untersten Stufe der Cultur stehen, wohnen in Hütten …“, schreibt der Leipziger Ratsherr Christian Ludwig Stieglitz in seiner Enzyklopädie der bürgerlichen Baukunst von 1792. Spätestens mit der Tiny-House-Bewegung der letzten Jahre hat sich das nachhaltig verändert. Reduktion ist zum Lifestyle-Element geworden. Hütten können heute durchaus luxuriös, sogar urban sein. Und doch verbindet auch noch die modernste Cabin etwas mit der schlichten Kate, der einfachen Baracke eines Eremiten. Die Hütte ist eine „Gravure“, schreibt der französische Philosoph Gaston Bachelard in seiner Poetik des Raumes von 1957. Sie ist tief eingegraben in unser kulturelles Gedächtnis. Sie ist Form und Symbol, steht für Schutz und Obdach genauso wie für die Möglichkeit des Rückzugs, der Besinnung. Mehr als nur einfache Architektur ist die Hütte längst Kondensationskern unterschiedlichster Geschichten.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/leben-auf-kleinem-raum-aber-in-huetten-wohnet-der-mensch.1024.de.html?dram:article_id=501497

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